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Bischoff greep de macht
VOOR NIEUWS EN HISTORISCHE ACHTERGRONDEN.                      

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HOE STAMAPOSTEL J.G.BISCHOFF ZICH MET "ELLEBOGEN WERK" EN NIETS EN NIEMAND ONTZIEND, ZICH NAAR DE TOPMACHT VAN DE NIEUW APOSTOLISCHE KERK HEEFT GEVOCHTEN, DAARBIJ HEEFT HIJ VELEN "ONDER DE VOET" GELOPEN. UIT ZIJN HELE LEVENSBESCHRIJVING IS OP TE MAKEN DAT DEZE MAN EEN PSYCHOPATHISCHE HONGER HAD NAAR MACHT! IN DE TIJD DAT HIJ APOSTEL EN LATER STAMAPOSTEL WAS, STOND ER DUS GEEN GROOT GODSMAN AAN HET ROER VAN DE KERK. MAAR EEN PSYCHOPATHISCHE PATIËNT... EEN EN ANDER IS DOOR DIVERSE ARTSEN ONDERZOCHT. 

 

 

Apostel J. G. Bischoff  geheime kerkelijke kritiek aan Stamapostel Niehaus. En zijn "valse beschuldigingen" aan het adres van de Apostel Carl August Bruckner 1854-1949.  Apostel van 22-10-1905 tot zijn excommunicatie 1921.
 

 

Gegen Ende des 1. Weltkrieges kam gegen Stammapostel Niehaus erneut heftige, aber berechtigte, innerkirchliche Kritik auf. Schon 1906, em Jahr nach Übernahme des Stammapostelamtes, waren viele Klagen laut geworden. Damals rief Niehaus den amtsâltesten und angesehenen Apostel Niemeyer aus Australien zu sich, damit er ihm helfe und sein Ansehen stârke. Niemeyer kam, sah die Probleme und nannte sie beim Namen, ungeachtet der Person, ob Glied oder Stammapostel. Niemeyer hat Reformen eingeleitet und den kriecherischen Bückling vor dem Stammapostel verweigert. Dafür wurde er spâter bestraft mit Amtsenthebung und Exkommunikation aus der Neuapostolischen Kirche LII.

Nachdem Stammapostel Krebs am 21 .1 .1905 unerwartet gestorben war, nahm der neue Stammapostel Niehaus am 22.10.1905 die erste Apostelordination vor: Friedrich Bock, Cari August Brückner und Wilhelm Oehlmann wurden Apostel. Am 12.8.1906 ordinierte er Johann Gottfried Bischoif zum Apostel. CarI August Brückner wurde Niehaus’ rechte Hand und er nahm ihn mit auf viele Missionsreisen. Ab 1909 war Brückner als ausgebildeter Kaufmann auch verantwortlicher Redakteur für das zentrale Organ der Kirche, die Neuapostolische Rundschau. Bald wurde er auch als potenzieller Nachfolger von Niehaus angesehen und genannt (2/4].

Die zweite Welle innerkirchlicher Kritik gegen Stammapostel Niehaus, mit der wir uns hier befassen wollen, kam noch wâhrend des 1 Weltkrieges. Viele Klagen sind an den Nachfolger in spe Brückner herangetragen worden, wovon uns einige schriftliche Zeugnisse erhalten geblieben sind. Aus grosser Sorge hat sich Brückner an seinen Mitapostel J. G. Bischoif gewandt, der ihm am 26. September 1918 folgende Antwort schreibt [

Mein herzlich geliebter Freund und Apostel Brückner!

Ihren werten Brief mit Einlagen habe ich erhalten, besten Dank. Ich freue mich, dass Sie die Bruder nicht verurteilen, die in ihrem Seelenkampf sich nun zu einer freien Aussprache entschieden haben. Mag kommen, was da will.

Diê Brüder haben mit allem gereclmet, ja selbst soweit, dass sie Gefahr laufen, in die Klasse Niemeyer geworfen zu werden; aber sie wollten sich aussprechen, gehe es da wie es wolle. Die Brüder verstehen lernen, das ist nun unsere Aufgabe und wie Sie schreiben, dass es jetzt Zeit ist, unsere Fehler einzijsehen, um es besser zu machen.

Die Zeit ist gekommen und htsst sich nicht mehr aufhalten, dass den Brüdern Raum zur freien Aussprache gegeben wird, damit sie dasj enige, was sich in denselben bewegt, aussprechen können. Wir wollen doch zur Vollendung kommen als Erstlinge; aber was heisst das? Hat Jesus uns Apostel wirklich als Erstlinge bestlltigt? Haben die Apostel sich in ihren Bezirken als Erstlinge durchgerungen? Mein lieber Freund und Apostel Brückner, diese Frage müssen wir uns beantworten, emstlich beantworten; denn das sind wir Jesum schuldig, - wir sind es uns schuldig, - wir sind es den Brüdem schuldig, - wir sind es den Gemeinden schuldig, - wir sind es der Welt schuldig.

Hat Jesus durch seinen Geist soviel Gestalt gewonnen, dass er sich in seinen Auferstehungskriiften auch beweisen kann? Bestiltigt Jesus uns als seine Gesandten auch den Brüdern, den Gemeinden und der

Welt gegenüber?          APOSTEL-KRITIK / Seite 1

‘4

Wollen wir i.ms diese Fragen vorlegen, ernstlich beantworten, dann werden wir Apostel in erster Linie sagen müssen, dass da vieles noch nicht stimmt; denn die gewaltigen RUckschl zeugen davon. Nicht menschlichen Schw sei hier das Wort geredet, - sondern dem System.

Die Brüder haben das Recht, von ihrem Apostel zu verlangen, dass er ihnen als Erstling vorangeht und wo dieses nicht ist, da verlieren sie den Glauben.

Daim die Lehre! - Wie oft haben wir schon umlernen mUssen. Bald wurde so gesagt, - daim so. Ich weiss noch, dass Apostel Ruif iehrte: Über uns ist nichts! Jesus ist schon da, er ist in seinen Apostein der Welt erschienen. Kaum war dies gelehrt, dann hiess es wieder - ja, Jesus ist wohi zur Rechten des Vaters, aber bei der Auferstehung konmit er aus den lebenden Aposteln heraus. Also, welcher Blödsinn

- sagt man heute, so etwas zu lehren. Was haben wir uns dadurch doch flir Feinde gemacht. Ich bin dadurch nicht schwach geworden, aber vorsichtig. Das wird mir niemand übel nehmen können.

Wieviel Seelen sind heute noch in dem Wahne, dass Jesus nur in den Apostein wohnt, obwohl es ausdrücklich heisst, dass er zur Rechten des Vaters sitzt, von dannen er kommen wird am Tage der Auferstehung. Ja, es kommt leider zu oft vor, dass dem Gesandten mehr Ehre gezolit wird als dem Sender und dann mUssen wir kommen, dass der Herr als Grund und Eckstein an den rechten Piatz kommt in seinem Werke; dann wird sich alles harmonisch aufbauen; darm wir der Apostel das sein, was er sein soli. Die Brüder werden an ihm empor sehen als an dem Gesandten des Herrn und der Herr wird seine Gesandten best in der Kraft und Fülle seines Geistes, wie es einst auch war.

Wenn wir heute in die Gemeinden sehen, welches Bild zeigt sich uns? Die Welt flingt an, in den Gemeinden offenbar zu werden. Der liebe Stammapostel klagt selbst furchtbar; aber woher konimt es? Weil die Glieder nicht genug in der Verbindung mit ihrem Erlöser stehen. Wenn ich noch an die Himmelsleiter denke; dass die Glieder zum Diakon beten mUssen, daim zum Priester usw. Muss sich da nicht em aufgewecktes Glied sagen, dass wir weit abgeirrt sind vom Wahrheitswege? Jesus hat uns doch beten gelemt, mit wenigen Worten viel zu sagen und gibt uns dazu den Weg an, indem er sagt:

Wenn jhr den Vater bittet - - usw. Wer da betet, der gehe in die Kammer. Darm die vielen Lieder die wir ausschalten mussten, darm die Lehre von den Entschlafenen und die oft damit verbundenen Ânderungen und was noch alles mehr.

Mein Freund und Apostel BrUckner! Ich fiirchte, dass, wenn es nicht anders kommen wird, - das Werk seinem Untergange entgegen geht. - -

Ich habe mir vorgenonimen, alles daran zu setzen um mich als Erstling durchzusetzen in meinem Bezirk, damit die Brüder an mir empor sehen köimen; auch habe ich mir vorgenommen, mehr als seither em Zeuge des Auferstandenen zu sein, damit er mich auch besrtitigen kann.

Was die Hamburger Zustlinde sind, da habe ich nicht den hundertsten Teil geschrieben von dem, was ich weiss. Der Bezirk dort tut mir in der Seele leid. Werm em Apostel nicht seine Frau beherrschen karm, darm soli er ehrlich sein und sein Amt niederlegen; aber nicht die Frau herrschen lassen, wodurch der ganze Bezirk zum Teufel geht.

Darm die Apostelaussonderung. Was ist doch damit verbunden. Wenn wir sehen, wie die Apostel einst ausgesondert wurden, da finden wir aber, dass dies nicht so einfach war/ich halte unbedingt daflir, dass die Apostel sich im heissen Gebet erst zu Gort vereinigen und den Vater bitten um den rechten Mann, der darm, wenn Gort ihn gezeigt und er em gutes GerUcht hat und vor allen Dingen eine fruchttragende Rebe ist, die eine gute Frucht gebracht hat, darm lass ihn herzukommen und ihn zu dem Amte aussondem, zu welchem er vom Herm berufen ist. Denken wir doch an die Erw solcher Mlinner. Gort doch em Interesse daran, dass sein Name hier auf Erden bekannt wird und gibt somit auch die Gefuisse nach seinem Willen. Aber wir mUssen auch darum im heissen Gebet zu ihm kommen. Die Apostelaussonderung ist cme der wichtigsten Handlungen die es gibt, weil an den Apostel immer das WohI und das Wehe eines ganzen Bezirks gebunden ist. Darm sehe ich auch nicht ei warum em Apostel immer von em und demselben Bezirk sein soll. Karm denn der liebe Gort nicht auch mal einen Bruder aus einem anderen Bezirk in einen Bezirk geben?

Ich denke, dass eine soiche Blutauffrischung nur zum Segen sein könnte. Ich habe dies auch vor einigen Tagen dem Stammapostel geschrieben, habe aber bisher keine Antwort von ibm erhalten. Das sind alles Dinge, die viel zu denken geben und wenn wir die Gemeinde nicht dahin bringen, dass sie zu Erstlingen werden, dann haben wir unseren Zweck nicht erffillt; dann triffi das Wort aus Röm. 2 zu, dass die, weiche nicht beschnitten sind, aber das Gesetz halten, weiter kommen, als die, weiche bescbnitten sind, halten aber das Gesetz nicht.

Die Taufe nützt nichts, wenn der alte Mensch nicht ers wird. Das hi. Abendmahi wird nicht zum Leben, wenn das Leben nicht zirkuliert. Der hi. Geist wird uns nicht zum Segen, wenn er sich nicht in uns entfalten kann.

Also das sind alles Dinge, auf die man viel Wert legt, was ja auch recht ist, aber sie müssen sich in Taten bezeugen; - also mehr Sein - als nur Schein. -

Wir sehen nach Offenbarung 7 ausser den Versiegelten noch eine grosse Schar, die auch ihre Kleider rein gewaschen im Lammesblut und wie hart war man gegenüber Andersgl wie hat man die oft verdammt; aber man hat nicht bedacht, dass in des Vaters Hause viele Wohnungen sind und dass der liebe Gott viele Lehrkörper hat auf Erden. - - Er schickt die Erdbewohner nicht alle zu dem apostolischen Lehrkörper, sondern es sind auch solche, die zu andem Lehrkörpern gehen um da, je nachdem ihre F ausreicht, zubereitet zu werden.

Ich fllrchte, dass einst viele Apostolische werden hinter solchen zurtick mUssen, weil eben zu leichtfertig gehandelt wurde. Die wahre Demut besteht ja nicht dan, andere zu verachten, sondem es besser zu machen, nur so werden wir dahin kommen, dass die Heiden sehen, dass Gott ruit uns ist und aus diesem Grunde werden sie sagen: Lasst uns mit euch ziehen, denn wir sehen, dass der Herr mit euch ist.

Nun zu Ibrem Briefe. Ich finde, dass derselbe gut und sachlich ist. Ich habe dazu nichts zu - noch abzutun. Er ist die volle Wahrheit. Wenn Vater (Anm: Niehaus) schreibt, alle haben recht, damit kommen wir nicht weiter. Hier heisst es - erkennen, worinnen wir gefehlt und es besser machen. Die Erkenntnis muss auf unauff Wege in das Gemeindebecken geleitet werden, darnit kein Unheil entsteht; nicht bekampfen, sondern sich verstehen wollen, ist hier am Platze.

Was die Kriegspredigten und Berichte sind, was haben die fik eine Schw des Glaubens mit sich gebracht. Was habe ich da schon fik Briefe bekommen, wie habe ich zur Zeit meine Schilige bekommen aus der Schweiz und i kann nicht anders sagen, die Politik gehört nicht in die Kirche.

Es gibt keine deutsch - hollandischen - amerikanischen - australischen - afrikanischen Apostolische, sondem es gibt nur em Volk Gottes, nur eine Herde, die eben nur Gast und Fremdling hier ist. Gewiss, wir geben dem Kaiser was des Kaisers gehört, das haben wir bewiesen, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt, das diirfen wir nicht vergessen. Ich habe damals an den Stammapostel geschrieben und Sie haben mir damals den Brief beantwortet. Sie mussten mir einen negativen Bescheid geben; denn wir seien deutsch und müssten uns demgem bewegen. Ich war dann stille, aber in meinem Bezirk wurden keine Kriegspredigten gehalten und heute bin ich froh, denn meine Brüder erleben darm keine EntUluschung. Dass ich aber mit meiner Anschauung nicht allein war, beweist der Brief Ihres lieben Bruders und selbst Ihres eigenen Sobnes, der Sie auch darauf aufmerksam machte. Ob Sie die Verantwortung daflir übernehmen wollen? Glauben Sie mir sicher, so denken Tausende ûnd viele sind, die lesen dies gar nicht mal, aber sie bestellen die Rundschau deshalb doch, um nicht dumm angesehen zu werden, aber innerlich verwünschen sie die Sache.

Nun will ich damit erst aufhören, aber Sie werden sehen, wir halten diese Sache nicht mehr auf. Die

Brtlder befreien sich und wenn wir dies nicht einsehen, dann ist die Katastrophe da. Nun leben Sie

wohl, hierin sehen Sie meine Gedanken, die nicht aus revolution Geiste sind, sondern aus der

Sorge um mein eigenes Heil und derer, die mir anvertraut sind. Ich habe den lieben Stammapostel

herzlich heb; aber dies richtet sich ja nicht gegen seine Person, sondern gegen unsere bisherige Lehrweise. Innigen Gruss sendet Ihr sie liebender

gez. J. G. Bischoff

 

Wir entnehmen diesem Antwortschreiben J. G. Bischoffs, dass er sich you und ganz hinter die reformatorischen Bemühungen seines Mitapostels C. A. Brückner gestellt hat. Bischoif hat auch den Unwillen bei vielen Amtstrâgern der Basis wahrgenommen und festgehalten, dass es nun Zeit sei, “unsere Fehler einzusehen”. Wir entnehmen auch, dass Apostel Bischoif entgegen den stammapostolischen Weisungen keine Kriegspredigten gehalten hat gemeint sind die prophetischen Voraussagen in Predigten des Stammapostels, dass der Deutsche Kaiser und das Deutsche Volk den Krieg gewinnen werden). Den nun zur Begutachtung vorgezeigten Briefentwurf Brückners an den Stammapostel Niehaus hat Apostel Bischoif für gut und sachlich und in allen Tellen richtig befunden. Er sei die volle Wahrheit.

Apostel Brückner hat daraufhin seinen reformanregenden Brief an den Stammapostel abgesandt. Natürlich hatte der Mensch Niehaus keine Freude an der versteckten bis offenen Kritik an seine Adresse, insbesondere darum nicht, weil sie berechtigt war. In der Autobiografie von 1928 nimmt Stammapostel Niehaus dazu Stellung (3]:

“....In der Kriegszeit hatte ich schon immer den Kampf mit dem Brückner, und wohl so, dass ich verschiedentlich schrieb, ich beantworte Ihren Brief nicht, denn er schiug rücksichtslos auf mich nieder. Ich machte nach seiner Theosophischen Gesinnung alles verkehrt.”

Em Jahr spâter - der Krieg war zwischenzeitlich beendet und entgegen den Niehaus’schen Prophezeiungen verloren - war der Stammapostel mit seiner krânklichen Frau zur Kur in Holland. Zur gleichen Zeit war Apostel Brückner an der Nordsee und woilte diese Gelegenheit nutzen, um sich dort mit Apostel J. G. Bischoif, mit dem er sich in gleicher Gesinnung wâhnte, zu treffen und sich über verschiedene Dinge auszusprechen. Die Klagen von der Amtstrâgerbasis her gegen den Stammapostel Niehaus haben zwischenzeitlich aus begreiflichen Gründen noch zugenommen. Doch Apostel Bischoif schwante, wohl in der Sorge um sein eigenes Heil, sich durch dieses Treffen beim Stammapostel in die Nessein zu setzen und sann nach einem Vorwand zur Absage. Apostel Bischoif hatte die Reaktionen des Stammapostels Niehaus auf Niemeyers Kritik noch lebhaft vor sich. Der Selbsterhaltungstrieb hat plötzlich J. G. Bischoif übermannt und die Liebe zur Wahrheit besiegt. Stammapostel Niehaus schildert den weiteren Verlauf in seinen Memoiren wie folgt [

“Im Jahre 1919 war ich in Holland, and der Brückner war an der Nordsee, dahin er den Helfer Bischoff hinhaben woilte. Was der aber nicht wolite (Anm: 1919 war Apostel Bischoif noch nicht Helfer!). Und nach Holland durfte ich ihn nicht einladen, da w dann die Hölle los gewesen. In Holland bekam ich dann einen Brief von dem Bischof Betzel, der schrieb mir, ob ich es nicht möglich machen könnte, dass der Apostel Bischoff nach dort k denn er hlttte so sehr gelitten. Aber ihnen glaubte er nicht wenn sie zu ihm sagen er müsse absolut ausspannen. Ich gab dem Apostel Oesbree den Brief, der sagte darauf, wir geben eine Depesche auf, dass er zu dringenden Besprechungen sofort nach Holland kommen müsse. Er würde dann sofort einen Pass

bekommen und so wurde es. Am Freitag gaben wir die Depesche auf, und am Montag war er da. Na ich freute mich, ihn erst da zu haben. Ich schrieb dem Brückner von Holland an die Nordsee, dass der Apostel Bischoff da ware, das und das wAre die Ursache”.

Was in Holland alles besprochen wurde, lâsst sich gut vorstellen. Apostel Bischoif dürfte sich Stammapostel Niehaus gegenüber jeder Kritik enthalten haben und liess Apostel Brückner in den Augen Niehaus’ als den bösen Kritiker im Regen stehen. Der von Niehaus bereits als Nachfolger genannte C.

A. Brückner fiel in Ungnade und J. G. Bischoif, der geheime Mitkritiker, nun aber getreue Bückling, wird aus Niehaus’ Gnaden sein Helfer und spâter Stammapostel.

Wir lassen hier em zweites Zeitdokument folgen, das in eindrücklicher Weise die Sorgen unter den Amtstrâgern der Basis wiedergibt. Evangelist K. W. Mütschele schrieb an Apostel C. A. Brückner folgenden Brief (4]:

Leipzig, 3. November 1919

Wertgesch Apostel Brückner!

.ich halte es überdies und trotzdem flir meine Pflicht, heute auf eine der wesentlichsten Ursachen hinzudeuten, die uns in die natürlich ungewollte Verirrung hineingebracht haben. Ich muss da etwas weit ausholen, kann es aber nicht vermeiden. Dabei sttttze ich mich auch auf em sicherlich flir Sie und die Apostel unanfechtbares Geschichts- und Quellenmaterial, als da sind: die Herolde und W das Buch flir unsere Zeit und besonders auch auf das unter Ihrer Oberredaktion erschienene Buch: Alte und Neue Wege.

Vorweg betone ich, dass ich nicht beabsichtige, diese Urkunden so zu benützen, als wolite ich die natürliche Tatsache fhlschen, dass Vergangenes nicht anders als Vergangenes zu bewerten sei. Nein, ich will sie nur als geschichtliches Material werten, um den geschichtlichen Werdegang zu beleuchten.

Diese vorurteilsfreie Betrachtung führt mich zu der Feststellung, dass die Apostel der alten englischen wie der neuen deutschen Ordnung die Propheten ihrer Zeit vergewaltigt, verkannt, unterdrückt und geistlich getötet haben, um sich so durchzusetzen, wie es ihrer Meinung entsprach. Diese Meinung aber war eine ausgesprochen menschliche, menschlich überwiegende, gestützt auf biblisch bezeugte Wahrheitsworte.

Die Geschichte bezeugt, dass die Propheten aller Zeit vorübergehend oder st gegenslitzlich waren zur herrschenden Hierarchie. Sie waren das von Gott unmittelbar gebrauchte Korrektiv, um zurechtzubringen. Ob nun durch Verheissung, Androhung, Aufkhtrung oder wie, ist nebenslichlich. Jedenfalis waren und sind sie nötig und so unentbehrlich wie die Tr der librigen drei Geistes In der Natur der Dinge liegt es, dass Gott fast stets durch Geistesgaben und prophetisches Wirken em neues Wirken seines Geistes und Tuns einleitete. Dieser liebliche, göttliche Beginn zeichnet auch die

apostolischen Bewegungen unseres Zeitalters aus.        -

Dieses göttliche Element ist aber in diesen Bewegungen je langer, je mehr durch menschliche Gegenwirkungen verfifichtigt worden. Heute ist es doch so, dass die Weissager nur dann anerkannt werden und durchkommen, wenn sie der Lehre und dem Lehrenden zustimmen. Die Reglementierung oder das zum Verschneiden ausgeartete Beschneiden ist je langer, je mehr vorgeschritten. Wer will diese Behauptungen widerlegen? Gewiss, auch daffir finden sich Bibelsprüche, wenn man sie braucht. Aber das verfhngt nicht.

Ich gebe ohne weiteres zu, dass die prophetischen Weissager und Amter der früheren Periode den werdenden Aposteln unbequem sein mussten, auch sicherlich persönlich und in ihrem Wirken nicht ganz frei von menschlichen Einschl waren. Aber waren das nicht auch die Apostel, Evangelisten,

Hirten und Lehrer?      

Apostolische Fanatiker wird da zwar schnell damit fertig sein. Das ist Phantasterei oder Teufeiswerk. 0 wie verh ist der geistliche Hochmut und die Sprache: In bin reich und habe gar satt und bedarf nichts mehr, und das Beiwort findet sich: und doch bist Du arm, j elend, blind und bloss. Nun, dieser Zustand ist noch nicht das schlimmste. Aber das Schlimme besteht darm: Du weisst es nicht.

Der geistliche Tod der Sünde ist machtig in der Gemeinde. Die Seelen bleiben kraftlos am Heilswege liegen und kommen nicht zur Heiligung, wenigstens im aligemeinen nicht. Die Weitlust feiert ihre Triumphe in allen apostolischen Kreisen.

Wie ist dem zu steuern? Das ist die bange Frage so mancher ernstgesinnter Brüder. Und die Antwort muss lauten: Die göttlichen Heilskrüfte in den Amtern mUssen sich auslösen. Gott muss es sein, der uns Âmter ganz in seine Hand bekommt.

Was nützen uns alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und weitweiten Zusammenhlinge des Kosmos?

Was die Erforschung der Naturgesetze? Gnade brauchen wir zur geistlichen Wiedergeburt unserer

Sache. Gnade zur Darstellung wiedergeborener Menschen, die in das persönliche Christusvorbild

hineinwachsen. Gnade brauchen wir, um Lehrer und Hirten, Evangelisten, Propheten und Apostel Jesu

Christi zu werden.

Den Demtltigen aber allein gibt Gott Gnade, und uns allen tut not, die enge TUr und Pforte zu finden:

Tut Busse und glaubet an den wahrhaftigen Namen Jesu Christi.

Dies woilte ich Ihnen in ergebener Gesinnung zu Füssen legen ifir heute.

Ihr

gez. K. W. Mütschele

 

Am 10. Oktober 1920 wurde J. G. Bischoif von Niehaus zum Stammapostelhelfer ausgesondert. Apostel C. A. Brückner sah sich nicht nur von seinem lieben Freund und Mitapostel getâuscht, sondern sah auch die Chance, die Neuapostolische Kirche von innen zu reformieren, dahin. Er wurde prompt aufgefordert, das Erscheinen der Neuapostolischen Rundschau, die Brückner als Sprachrohr der Kritiker genutzt hatte, einzustelten. Und als er sich weigerte, wurde er und sein Mitapostel Max Ecke am 17. April 1921 von Niehaus aller Amter enthoben und exkommuniziert (2/5], selbstredend mit ergebener Willfâhrigkeit des Helfers Bischoif; der einst verstândnisvolle, mittragende Gedanken schrieb, z.B. dass die Zeit gekommen set und sich nicht mehr aufhatten lasse, dass den Brüdern Raum zur freien Aussprache gegeben werde, damit sie dasjenige, was sich in denselben bewegt, aussprechen können. Und seine Worte, dass in des Vaters Hause viele Wohnungen sind und dass der liebe Gott viele Lehrkörper habe auf Erden, muten für NAK-Ohren bereits schon revolutionâr oder mindestens leicht ökumenisch an. Aber von dieser Einstellung war bel J. G. Bischoif 1921 und auch spâter nichts mehr vorhanden. Sein ganzer Brief vom 26.9.1918 ist eitel Schalt und Rauch.

Der Ausschluss der Apostel C. A. Brückner und Max Ecke führte am Himmelfahrtstag 1921 zur Gründung von Reformiert-apostolischen Gemeinden; ihre Versammlung vom 5. Mal 1921 in Dresden gilt als Geburtsstunde, sodass dieses Jahr Rückblick auf 80 Jahre Reformiert-Apostolischer Gemeindebund gefeiert werden kann [ Tausende von Geschwistern und Amtstrâger in und

 

Die englischen Apostel waren die ersten Widerstreber des Geisteswirkens. Gott korrigierte durch Taten und durch Geisteszeugnisse. Er nahm von den zwölfen nach und nach welche weg. Er bezeugte die schon biblisch erkennbare Wahrheit, dass Amt und Tr nicht em und dasselbe sind, durch prophetisches Mahnen. Aber sie liessen sich nicht dazu bewegen, den einmal betretenen Irrpfad, den sie durch ihr Eigenlicht erleuchteten, zu verlassen.

Und Gott legte seinen Willen auf andere. Auch unsere Richtung ist wieder em ausgesprochenes Kind prophetischen Geisteswirkens. Aber wieder konstatieren wir das Betreten eines Irrpfades, den wir auch bald, wenn wir ihn nicht verlassen, wenn wir nicht Halt machen, bis zum verh Ende durchlaufen.

Freilich, die warnenden Prophetenstimmen sind verstummt. Und die sp Geistesgaben, die mehr seelische Stimmen und Zustimmungen sind, sie warnen nicht, sondern sind zu einer Best des Weges und seiner Richtung geraten. Em Beweihr der Amter haben Sie es schon selbst genannt. Nun die Amter machen es ja so vor unter dem Scheinmotiv der Unterordnung. Aber nicht bei allen ist es Ehrlichkeit. Was unserem Kaiser fehlte, n Warner, gerade Naturen in seiner Umgebung, die fehien auch den Aposteln, nachdem die berufenen göttlichen Korrektoren getötet sind. Rtihmt sich doch der Stammapostel selbst in einem Briefe von diesem Jahre, dass er seinerzeit als Stanimbischof mit einer Broschüre die damaligen Propheten der Gemeinde totgeschiagen habe. Zwar seine Decke sind: seine damaligen Apostel Schwarz und Menkhoff. Das macht aber die Sache an sich noch bedenklicher.

Unser Kaiser schickte die unbequemen Warner und Mahner weg. Sie fielen in Ungnade. Und wie ist es

heute nu n bei den Aposteln? Zwar sind es keine Propheten - die sind ja gar nicht mehr - aber es sind

Vertreter der noch Ubrigen Amter, die sich ebenso nicht in ihrer Amtsffille entwickein können, weil die

Wohitat der Unterordnung nach göttlichem Willen in cme Gebundenheit ausgeartet ist.

H wir göttliche, prophetische, reine Zeugnisse gehabt, also das neutestamentliche Prophetenamt, wir hutten uns nicht so schm blamiert mit unserer ganzen Kriegsfaselei. Wir waren bald aus dem patriotischen Nebel herausgekommen, vielleicht gar nicht hineingeraten. Jede Schuld r sich auf Erden und im Himmel.

Freilich, wo das Prophetenamt faktisch nicht mehr bestand oder besteht, da musste man einen Ersatz suchen. Er fand sich auch bald. Und dieser indirekte Ersatz ist das von Vater Krebs hervorgebrachte “Einheitsamt”, das sich zum ausschlaggebenden Stammapostelamt entwickelte.

Mein lieber Apostel! Ich habe noch nicht den Verstand verloren. Ich weiss, dass jede Korporation einen Pr nötig hat. Ich weiss auch, das die Apostel aufs erste gesetzt sind und weiss auch, dass der fl gesegnetste der dazu Berufenste ist. Aber das ist dann eine organisatorische Sache von untergeordneterer Bedeutung, als wie gemeinhin angenommen wird und ist eine Sache der Apostel selbst und zugleich der Prtifstein ihrer wahren Einheit. Die Geistesbefhhigung in der Gesamtheit der Apostel ist der Mutterschoss ihres Korporatonshauptes.

Niemals aber ist der Stammapostel em absoluter Ersatz flir das zweitwichtigste Amt der Gaben Christi. Auch noch nicht, wenn er prophetisch begabt ware. Ich müsste Seiten fi.lllen, um eine erschöpfende Darstellung meiner Auffassung Uber die Amter und der Amtsbegabung der Propheten zu geben. Ich kann es aber schon deshalb unterlassen, weil es eine müssige Doktorfrage ist. Denn wir haben keine Propheten mehr. Ja, vielleicht noch keine Vollgabe darm gehabt infolge der geschehenen Unterbindung. Aber sollte sich Gott unserer doppelt erbarmen und erstlich dieses Amt in geeigneten Personen verleihen und dann zweitens die Apostel damit begaben, dieses Amt zu erkennen, dann mUssen wir alle im Sacke der Demütigung in der Asche unserer als falsch verbrannten Entwicklung Busse tun.

Ihr werter Bruder hat wiederholt das wahre Wort gesprochen und unwidersprochen geschrieben: “Wenn wir nicht weiterschreiten, legt Gott die Entwicklung seines Vollendungsratschlusses auf andere.” In diesem prophetischen Worte wird Ihr werter Bruder nicht zuschanden werden! Aber davon wissen die Apostel anscheinend nichts, dass bereits reinere Gaben und Kr in bereits bestehenden, freikirchlichen Gemeinden gegeben sind, die eine apostelschriftengem Lehre haben. Der

 

ausserhaib des Dresdener Bezirkes haben sich damals Apostel C. A. Brückner angeschiossen, unter anderem 1 Apostelhelfer, 1 Bischof, 6 Bezirksâlteste, 3 Gemeindeâlteste, 5 Evangelisten, 7 Hirten, 66 Priester und Vorsteher und eine grosse Anzahl von Diakonen und Unterdiakonen [

Was der Neuapostolischen Kirchenleitung bis zur Stunde noch nie gelang, ist diesen beiden Apostein gelungen: sie haben sich mit den von der NAK ausgestossenen Apostein in Australien und Südafrika wieder gefunden [ Weitere exkommunizierte Apostel kamen spâter hinzu, die sich 1956 in der “Vereinigung der Apostel der apostolischen Gemeinden” zusammen schlossen. Und noch em weiteres Verdienst muss erwâhnt werden: es gibt bei ihnen keinen Halbgott Stammapostel.

J. G. Bischoif hingegen hat wâhrend seiner Amtszeit die überhöhte Stellung des Stammapostelamtes weiter ausgebaut. Sein Sohn Friedrich liess gar verlauten, dass nur einer gesandt sei, den Willen Gottes zu verkündigen: der Stammapostel [ Und em weiteres Mal liess J. G. Bischoif seinem Selbsterhaltungstrieb (und seinem ego) freien Lauf, nachdem er bereits wâhrend der Nazi-Zeit seinen internationalen Weideauftrag verleugnet hatte, indem er es verstand, durch die Botschaft vom Wiederkommen Jesu zu seiner Lebenszeit das Heft lebenslânglich in seiner Hand zu behalten. Und wieder hat er agiert, wie schon sein ‘unfehlbarer’ und uneinsichtiger, starrköpfiger Vorgânger agierte: mit Uneinsichtigkeit, Unbelehrbarkeit und einer Welle von Exkommunikationen. Für die neuapostolischen Stammapostel ist dies offensichttich der einzige Weg, um Einheit des Geistes zu schaffen.

CH-8200 Schaifhausen, 14. Juni 2001

Erwin Meier-Widmer

Literatur und Quellen:

[ Niemeyer, H.F.: Öffentlicher Aufruf an die Apostolischen auf der ganzen Welt. Wernigerode a.H., 1913

[ Vogtland-Anzeiger: Cari August Brückner. Reformator des apostolischen Glaubens. Mylau, 7.03.2001

[ Siegel, KarI-Eugen: Der Repr des Herrn. Heidenheim, 1997

[ Obst, Helmut: Apostel und Propheten der Neuzeit. GÖttingen, 2000.

[ Vereinigung Apostolischer Gemeinden: Der Herold. Monatsschrift Juni 2001

[ Bischoif, Friedrich: Kalender”Unsere Familie” 1939. Frankfurta.M., 1938.

[ Brückner, Robert: Offener Brief an die Apostel des Neuapostolischen Gemeindeverbandes. Em

WortzurAufkl Leipzig, 1921

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