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Biografie
Stamapostel Streckeisen. |
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BBiografie Stamapostel Streckeisen.

De biografieën over de Stamapostelen Krebs, Niehaus, Bischoff, Schmidt, Streckeisen en Urwyler zijn uitgegeven door "Verlag" Friedrich Bischoff en geschreven door: Susanne Scheibler. Prachtige werken en zeer knap geschreven. Helaas is alles wat te mooi geschreven, alle Stamapostelen zijn bijvoorbeeld opgegroeid met kommer en kwel, grote armoede vaak geen eten, zij moesten honger leiden. In die tijd was armoede echter "normaal" en niet voorbehouden aan toekomstige Stamapostelen. Susanne beschrijft de levenslopen van de Stamapostelen alsof zij erbij is geweest. Het leest wel prettig maar de voorstelling van zaken is veel te mooi te gemaakt. De werkelijkheid is beslist een andere geweest. De boekjes worden niet meer uitgegeven. De oorzaak is dat de inhoud niet voldoet aan de werkelijkheid.
Redactie.
PROLOG
Die junge Frau setzte sich im Bett auf und strich sich das Haar aus dem
erhitzten Gesicht. Sie hatte geträumt, und der Traum war so deutlich gewesen,
daß sie sich an jede Einzelheit erinnern konnte. Die Frau atmete ein paarmal
tief durch, um sich zu beruhigen. Noch immer meinte sie, die Stimme aus ihrem
Traum zu hören: „Agathe, geh so schnell wie möglich zu meiner Frau und richte
ihr aus: Im Wandkasten in der Wohnstube, rechts unten liegen in einem grauen
Kuvert wichtige Papiere und Geld. Meine Frau findet sie nicht, obwohl sie
mehrere Male alles durchsucht hat. Sie hat doch keinen Rappen mehr. Und noch
eines: Ich kann es nur dir sagen, weil du neuapostolisch geworden bist. Nimm
doch meine Albertine einmal mit in die Kirche, in die du gehst."
Es war unverkennbar ihr vor wenigen Tagen verstorbener Nachbar gewesen, der das
zu ihr gesagt hatte. Er hatte eine junge Frau und zwei Söhne hinterlassen, der
Schriftsetzer Ernst Rudolf Streckeisen, der nach nur zweitägigem Krankenlager in
die jenseitige Welt abgerufen worden war.
Unsere Glaubensschwester Agathe war eine Zeitlang bei einer jüdischen Familie in
Stellung gewesen, die im selben Haus wie die Streckeisens wohnte. Von daher
datierte die Freundschaft zwischen ihr und Albertine Streckeisen, die auch
bestehen geblieben war, als Agathe heiratete und ihre bisherige Stelle aufgab.
Bald darauf hatte die junge Frau Zeugnis von der Apostellehre erhalten. Sie
brauchte nicht lange, um dort das Wirken Gottes zu erkennen, und wurde ein
dankbares, gläubiges Gotteskind. Natürlich hatte sie auch ihrer Freundin
Albertine Streckeisen erzählt, wieviel Seligkeit sie in den Gottesdiensten der
neuapostolischen Gemeinde empfing, und sie herzlich eingeladen, sie doch einmal
zu begleiten. Doch die junge Frau hatte sich noch nicht dazu bereit gefunden.
Als ihr Mann schwer krank ins Spital eingeliefert wurde und die Ärzte nicht
herausfanden, was ihm eigentlich fehlte, war Albertine in ihrer Sorge zu Agathe
gekommen, die innig um die Genesung des Kranken gebetet hatte, aber Gott hatte
es anders beschlossen. Ernst Rudolf Streckeisen starb, und seine junge Witwe war
darüber viel zu verzweifelt, als daß Agathes Trostworte wirklich in ihr Inneres
gedrungen wären.
Agathe wußte, wie schwer das Leid manchmal drücken konnte, denn sie selbst hatte
eine sehr harte Kindheit und Jugend hinter sich. Sie war das sechste Kind einer
Bauernfamilie, und ihr Vater, ein gütiger, hilfsbereiter Mann, hatte Haus und
Hof verloren, weil er für einen Freund gebürgt hatte. Dieser war, als er die
verlangten Mittel für einen Hauskauf nicht aufbringen konnte, bei Nacht und
Nebel nach Übersee verschwunden. Die Bank als Gläubiger hatte sich an Agathes
Vater wegen der Begleichung der Schulden gehalten.
Um dafür aufzukommen, mußte er seitdem als Tagelöhner arbeiten, und Agathes
Mutter hatte sich so darüber gegrämt, daß sie kurze Zeit später schwer erkrankte
und starb. Der frühe Tod der Mutter brachte es mit sich, daß die Kinder getrennt
wurden. Agathe als die Jüngste wurde bei einem Müller untergebracht. Dort mußte
sie hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und bekam oft genug
noch Schläge von dem geizigen und herzlosen Mann.
Agathes Leben wurde erst ein wenig leichter, als sie nach Beendigung ihrer
Schulzeit aus dem Haus des Müllers davonlief. Sie fand zunächst im Nachbardorf
bei Bekannten Unterschlupf und nahm später eine Stellung als Hausgehilfin an,
zunächst in Konstanz und anschließend in St. Gallen bei besagter jüdischer
Familie, wo sie sehr gut behandelt wurde.
Immerhin hatte die junge Frau Not und Kummer zur Genüge kennengelernt und konnte
deshalb mitempfinden, wie es Albertine Streckeisen nach dem plötzlichen Tod
ihres Mannes ums Herz war.
Eine Altersversorgung, wie wir sie heute kennen, gab es zu jener Zeit noch
nicht, und Agathe wußte, daß ihre Freundin mit den zwei kleinen Buben Ernst und
Karl praktisch vor dem Nichts stand.
Und nun war ihr, Agathe, der verstorbene Ernst Rudolf Streckeisen im Traum
erschienen und hatte ihr einen Hinweis gegeben,, an dessen Wahrheitsgehalt sie
keinen Augenblick lang zweifelte. Am liebsten wäre sie sofort aufgestanden und
zu Albertine gelaufen, um mit ihr zusammen in jenem Wandschrank nach den
offenbar so wichtigen Papieren und dem Geld zu suchen. Aber es war mitten in der
Nacht, und Agathe scheute sich, die Freundin zu wecken. Die Arme hatte ein paar
Stunden Schlaf bitter nötig.
Deshalb legte Agathe sich wieder in die Kissen zurück und schloß die Augen. Wie
schön, dachte sie, daß gerade ich es sein darf, die Albertine morgen früh diese
Botschaft aus der jenseitigen Welt überbringt. Die Tatsache, daß ihr Mann sich
ausgerechnet an mich gewandt und mich gebeten hat, Albertine einmal zu unseren
Gottesdiensten mitzunehmen, muß ihr doch zu denken geben. Bestimmt wird sie beim
nächsten Mal nicht nein sagen, wenn ich sie in unsere Kirche einlade. Und vor
allem — welcher Trost muß es für sie sein, daß es tatsächlich ein Weiterleben
nach dem Tod gibt und die Entschlafenen immer noch Anteil an uns Lebenden nehmen.
Eigentlich hatte Agathe gemeint, vor lauter Aufregung kein Auge mehr zutun zu
können, doch wenige Minuten später schlief sie von neuem ein. Ihr Traum
wiederholte sich noch zweimal. Jedesmal stand Vater Streckeisen vor ihr und
forderte sie auf, gemeinsam mit seiner Frau das graue Kuvert im Wandkasten zu
suchen.
Als Agathe zum dritten Mal von dem gleichen Traum erwacht war, schaute sie auf
die Uhr. Es war fünf Uhr morgens, noch immer zu früh, um Albertine Streckeisen
aus dem Schlaf zu klingeln. Die nächsten zwei Stunden verbrachte Agathe damit,
sich anzukleiden, eine Kleinigkeit
zu frühstücken und die morgendliche Hausarbeit zu erledigen. Dabei war sie von
einem tiefen Glücksgefühl erfüllt, war ihr Traum doch auch für sie selbst ein
wunderbares Glaubenserlebnis und der Beweis, daß sie den richtigen Weg
eingeschlagen hatte, als sie neuapostolisch gewor
den war.

Um sieben Uhr morgens endlich konnte Agathe ihre Ungeduld nicht
länger zügeln und ging zu Albertine. Die Freundin erschrak, als sie so
unvermutet vor der Tür stand. „Ist etwas geschehen?" fragte sie furchtsam, doch
Agathe lächelte ihr zu.
„Hab keine Angst, ich komme mit einer guten Nachricht."
Als sie Albertine erzählte, was sie in der Nacht erlebt hatte, schüttelte die
junge Witwe niedergeschlagen den Kopf. „Es war ein Traum, Agathe, nichts weiter.
Ich habe den Kasten schon mehrere Male gründlich durchsucht, da ich den Beleg
über eine bereits bezahlte Rechnung brauche, um sie am Ende nicht noch einmal
begleichen zu müssen. Der Mann, dem wir das Geld schuldeten, behauptet nämlich,
die Rechnung stünde noch offen
. Aber ich habe nichts gefunden." „Trotzdem bitte ich dich herzlich, laß uns
noch einmal nachschauen", beharrte Agathe, und Albertine zuckte zweifelnd die
Schultern.
„Meinetwegen. Aber sei nicht enttäuscht, wenn es erfolglos ist." Sie selbst
mochte nicht noch einmal suchen, hatte sie es doch in den letzten Tagen mehrere
Male ohne Ergebnis getan.
Albertine war fassungslos, als Agathe wenige Augenblicke, nachdem sie den
Wandschrank geöffnet und in dem rechts unten gelegenen Fach nachgesehen hatte,
tatsächlich ein graues Kuvert zutage förderte. Darin befand sich nicht nur der
so dringend benötigte Zahlungsbeleg, sondern auch noch etwas Geld, das ihr und
ihren zwei Buben über die erste schwere Zeit hinweghelfen konnte.
„Es ist wie ein Wunder", sagte Albertine, weinte vor Erleichterung und wollte
von der Freundin noch einmal alle Einzelheiten des Traumes wissen.
Agathe nahm sie in den Arm und drückte sie liebevoll an sich, während sie
erzählte. „Und vor allem", schloß sie, „ist dieser Traum ein wichtiger Hinweis
für dich. Dein Mann hat es ja gesagt: Er hat sich nur an mich wenden können,
weil ich neuapostolisch bin. Glaub mir, Albertine, dies ist wirklich das
Erlösungswerk unseres Herrn, und dein Mann hat es inzwischen erkannt."
In
diesem Haus mit dem Namen „Liebegg", am Stadtrand von St. Gallen, wohnte Mutter
Streckeisen mit ihren beiden Buben
baren Erlebnis, daß ich einen Gottesdienst in deiner Kirche
besuchen werde. Ich will mehr von deinem Glauben erfahren"
Sie hielt Wort und kam nicht nur einmal. Von da an traf man Albertine
Streckeisen zusammen mit ihren beiden vaterlosen Buben regelmäßig in den
Gottesdiensten der neuapostolischen Gemeinde in St. Gallen an. Und sie ergriff
in vollem Glauben das, was ihr vom Altar entgegengebracht wurde. Sehr
gewissenhaft prüfte sie, was sie hörte; immerhin war sie ja nicht nur für sich
selbst, sondern auch für ihre Söhne Ernst und Karl verantwortlich.
Am 6. August des Jahres 1910 stand sie mit ihren Kindern vor einem Apostel Jesu
— es war Apostel Friedrich Bock — und empfing das Siegel der Gotteskindschaft.
Albertines Ältester war damals knapp fünf Jahre alt, und weder sie noch er
ahnten, was der liebe Gott mit dem hübschen dunkellockigen Kind mit den großen
Augen vorhatte. In der Bescheidenheit und Demut, die die beiden auszeichnete,
wäre ihnen sonst gewiß recht bange geworden.
Stammapostel Krebs sagte oft von sich: „Ich bin in Elend geboren und in Sorge
groß geworden", womit er keineswegs nur die Dörfer seiner Heimat im Harz meinte,
in denen er zur Welt gekommen und aufgewachsen war, sondern die Armut und
Entbehrungen, die in seinem Elternhaus an der Tagesordnung gewesen waren.
In diesem Sinne konnte das auch Ernst Streckeisen von sich sagen.
Manche Menschen werden unter Not und Elend hart und verbittert. Anderen öffnen
solche Erfahrungen das Herz für fremdes Leid, erfüllen sie mit Liebe und
Teilnahme und der Bereitschaft, mit unter das Kreuz der anderen zu gehen. So war
es auch bei Ernst Streckeisen.
Wer satt ist, vermag sich vielleicht gar nicht vorzustellen, wie weh Hunger tut,
und wer zeit seines Lebens Sicherheit und einen gewissen Wohlstand genießt, ahnt
manchmal gar nicht, wie schwer es werden kann, unter bedrängenden Verhältnissen
im Glauben standzuhalten und zu sagen: „Dennoch bleibe ich stets an dir!"
Dieser Dennoch-Glaube war es, in dem Gott Mutter Streckeisen und ihre beiden
Söhne prüfte. Obwohl sie fast Tag und Nacht arbeitete — sie trug Zeitungen aus,
wusch und nähte für andere Familien —, reichte das Geld oft nicht zum
Allernötigsten. Als Ernst Streckeisen in die Schule kam, hatte er im Winter
keine Schuhe, sondern mußte barfuß durch den Schnee laufen. Im Jahr darauf hatte
dann eine mitleidige Seele der jungen Witwe ein Paar Mädchenschuhe geschenkt,
die sie ihrem Ernst gab. „Schau", sagte sie traurig, „ich habe keine anderen
Schuhe für dich."
Ernst schlupfte hinein, denn sie anzuziehen war immer noch besser, als barfuß zu
gehen. In der Schule wurde er deshalb von anderen Kindern
gehänselt. Sie deuteten auf die Knöpfchen an seinen Schuhen und spotteten: „Der
kommt ja mit Meitelischuh (Mädchenschuhen)!" Manchmal wurde dem Buben Unterricht
schlecht vor Hunger, Dann konnte es sogar geschehen, dass er vor Schwache
ohnmachtig von der schulbank viel.
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Wie schwer muß es Albertine Streckeisen ums Herz gewesen sein,
wenn sie davon erfuhr. Aber sie hat offenbar nie mit Gott gehadert, daß ihr der
Mann und Ernährer der Familie genommen wurde, sondern ist ihren Weg in Glauben
und Treue weitergegangen.
Ernst Streckeisen berichtete später über diese bitteren Jahre: „Trotzdem wurde
im Hause nur das geduldet, was auf ganz ehrliche Art hineinkam. Auch haben wir
als kleine Kinder gelernt, dem lieben Gott seinen Teil zu geben, selbst wenn
dazu hie und da der letzte Rappen aus dem Haus kam; wir haben dabei Wunderbares
erlebt, so wie es der Dichter ausdrückt: ,Wer nie sein Brot mit Tränen aß, wer
nie die kummervollen Nächte auf seinem Bette weinend saß, der kennt euch nicht,
ihr himmlischen Mächte!' In der größten Not war der liebe Gott mit seiner Hilfe
immer wieder da. So lernte ich schon früh im Leben den starken Arm und das
gütige Herz unseres himmlischen Vaters kennen."
Oft sprach er davon, daß seine Mutter sein erstes großes Vorbild im Glauben
gewesen sei. Sie hat ihm die Tugenden eines Gotteskindes vorgelebt und dadurch
Großes und Gutes in die Seele ihres Kindes gepflanzt, das sich unter der Pflege
der Amtsbrüder weiterentwickeln konnte.
DIE ANFÄNGE
Ernst Streckeisen wurde am 19. Oktober 1905 in St. Gallen geboren. Zu dieser
Zeit hatte das Werk Gottes in der Schweiz bereits an verschiedenen Orten Fuß
gefaßt und breitete sich dank treuer Zeugen immer weiter aus. Die Anfänge gehen
auf das Jahr 1893 zurück. Damals war der junge Glaubensbruder Richard Nordmann
in Magdeburg arbeitslos geworden. Trotz eifrigen Betens und Suchens gelang es
ihm nicht, dort wieder Arbeit zu finden. So begab er sich schließlich, wie es zu
jener Zeit vielfach üblich war, auf Wanderschaft, allerdings nicht, ohne zuvor
mit Apostel Krebs Rücksprache gehalten zu haben. Es war bekannt, daß Vater
Friedrich Krebs und seine Mitapostel immer wieder junge Männer in Gegenden
schickten, wo es noch keine Gotteskinder gab, damit sie dort Gemeinden gründeten.
So sandte Vater Krebs den Bruder Nordmann nach Süddeutschland. In Stuttgart
bemühte er sich eine Woche lang um eine Anstellung, aber erfolglos. Darum
wanderte er schließlich weiter in Richtung Bodensee und hoffte, in
Friedrichshafen oder Umgebung Arbeit zu finden. Auf seiner Wanderschaft hielt er
einmal Rast auf einer Anhöhe, von der aus er über die Grenze in die Schweiz
hinüberblicken konnte. Es muß ein klarer, schöner Tag gewesen sein, denn die
Schweizer Berge lagen deutlich sichtbar vor ihm, und ihr Anblick ergriff ihn so
sehr, daß er begann, Lob- und Danklieder aus dem ihm wohlbekannten apostolischen
Liedgut zu singen.
Ein Förster, der gerade einen Rundgang durch sein Revier machte, wurde darauf
aufmerksam, kam mit Richard Nordmann ins Gespräch und erfuhr auf diese Weise von
dessen Arbeitslosigkeit und der bisher vergeblichen Suche nach einer passenden
Anstellung. Der Förster hatte Mitleid mit dem jungen Mann und schenkte ihm fünf
Mark, so daß er mit einem Schiff
12
Blick
über St. Gallen
In
der Altstadt
nach Romanshorn übersetzen konnte. Von da aus machte Bruder
Nordmann sich auf den Weg nach St. Gallen, fragte dort wiederum vergeblich nach
Arbeit und wanderte schließlich nach Zürich weiter.
Zürich war aber der Ort, den der liebe Gott für ihn bestimmt hatte. Zu seiner
großen Überraschung fand Bruder Nordmann dort gleich am ersten Tag einen
Arbeitsplatz.
Nachdem diese Sorge von ihm genommen war, machte er sich mit Eifer daran, seinen
von Vater Krebs erhaltenen Auftrag zu erfüllen, indem er versuchte, seinen
Mitmenschen Zeugnis vom wiederaufge-
richteten Gnaden- und Apostelamt zu bringen. Aus diesem Grund suchte er Kontakt
zu einem Zürcher religiösen Verein junger Männer. Während eines Treffens
erzählte Richard Nordmann den Versammelten, daß der liebe Gott wieder Apostel
berufen habe, die Macht und Auftrag hätten, den Heiligen Geist zu spenden,
Sünden zu vergeben und die Gläubigen auf die Wiederkunft Christi zuzubereiten.
Seine Worte lösten eine kleine Revolution aus. Es gab heftigen Widerspruch, ja
sogar Beschimpfungen, und zu guter Letzt wurde er von seinen aufgebrachten
Zuhörern einfach aus dem Versammlungsraum hinausgeworfen. Damit allerdings war
der Streit unter den Zurückgebliebenen nicht beendet. Die einen beharrten darauf,
daß der Fremde mit seinen sektiererischen Reden gar nicht angehört werden dürfe,
andere fanden, daß man ihn doch ruhig hätte länger zu Wort kommen lassen können,
um mehr über seinen Glauben zu erfahren. Man redete dafür und dagegen, und am
Ende gingen die jungen Männer zerstritten auseinander.
Einer von ihnen, Johannes Baumann mit Namen, und ein anderer unterhielten sich
noch weiter über die Ereignisse dieses Abends, und um ihr Gespräch fortzusetzen,
suchten sie ein Kaffeehaus auf. Es war dasselbe Lokal, das wenig später Richard
Nordmann betrat, um noch eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Die beiden jungen
Männer winkten ihn an ihren Tisch, und so erhielt er zu seiner Freude nochmals
Gelegenheit, von seinem Glauben zu erzählen.
Bei Johannes Baumann fielen die Worte auf fruchtbaren Boden. Er wollte mehr vom
Wirken der Apostel in der Endzeit erfahren, und Richard Nordmann spürte, daß
sein Gesprächspartner aufrichtig interessiert war.
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Johannes Baumann mit Frau
Die beiden haben sich danach noch oft getroffen und über den
apostolischen Glauben geredet, den Bruder Nordmann anhand der Heiligen Schrift
belegen konnte, und Johannes Baumann ließ sich dadurch überzeugen. Der Wunsch,
ein Gotteskind zu werden, erfüllte ihn immer mehr. Und da er nicht zu denjenigen
gehörte, die erwarteten, daß „der Berg zum Propheten kommt", begab er sich eines
Tages auf die weite Reise von Zürich nach Wolfenbüttel, wo Apostel Krebs lebte,
um durch ihn versiegelt zu werden.
Die Brüder Nordmann und Baumann setzten nun mit doppeltem Eifer die
Weinbergsarbeit fort, und der liebe Gott segnete ihr Bemühen, so daß bereits ein
Jahr darauf ein kleines Versammlungslokal in Zürich-Außersihl angemietet werden
konnte.
Im Februar 1895 wurde dieser Raum schon zu eng, so daß man einen größeren suchte
und schließlich in der Zürcher Wolfbachstraße 27 anmieten konnte. Hier fand zu
Ostern die erste Heilige Versiegelung in der Schweiz durch Apostel Krebs statt.
Bruder Nordmann wurde für die neu entstandene Gemeinde ins Priesteramt und zum
Vorsteher gesetzt.
Damit das Werk Gottes von Zürich aus weiter in der Schweiz vorangetrieben würde,
schickte Apostel Krebs auf Bitten von Priester Nordmann zunächst den damaligen
Unterdiakon August Hölzel aus Wolfenbüttel nach Zürich und später zur weiteren
Unterstützung den Evangelisten Friedrich Bock, der bis dahin als Priester in
Greiz gedient hatte.
Bezirksapostel Streckeisen hat viele Jahre später, als er in seiner Heimatstadt
die schöne neue Kirche St. Gallen-Centrum weihte, die damaligen
Ereignisse, wie sie ihm einmal von Johannes Baumann geschildert worden waren, in
seiner lebhaften, fröhlichen Art erzählt. Er sagte:
In diesem Haus
versammelte sich die Gemeinde
St. Gallen-Centrum schon während der dreißiger Jahre, bis sie 1959 in eine neue
Kirche
15
„Eines Tages kam Stammapostel Krebs wieder in diesen Kreis (der
Zürcher Brüder) und sagte: ,Was sitzt ihr hier beieinander? Macht, daß ihr
auseinanderkommt. Du gehst nach St. Gallen, du gehst dahin und du dorthin,
auseinander mit euch! So wird ja nichts. Ihr seid nun stark genug, ihr sollt auf
euren eigenen Füßen stehen.' So kam Johannes Baumann, der einfache, schlichte
Mann, nach St. Gallen und begann hier, Seelen für seinen Herrn und Meister zu
suchen, um ihnen vom Werk Gottes zu erzählen.”
Anfangs hatte Johannes Baumann eine harte und mühselige Missionsarbeit zu
leisten, die auch mit größeren körperlichen Strapazen verbunden war, mußten doch
bei jedem Wetter, in Sturm und hohem Schnee, weite Strecken zurückgelegt werden,
um die am Werk Gottes interessierten Menschen zu besuchen. Aber im Lauf der Zeit
fand Bruder Baumann eine Anzahl Seelen, mit denen der Grundstein zu einer
kleinen Gemeinde gelegt werden konnte, deren Vorsteher er wurde. In denselben
Jahren entstanden durch die anderen Brüder, die Vater Krebs ausgesandt hatte,
weitere Gemeinden in Zofingen, Luzern, Basel, Winterthur und Schaffhausen.
Als Stammapostel Krebs im August 1901 erneut in die Schweiz kam, gründete er in
einem Festgottesdienst den Unterbezirk Schweiz, zu dem auch die badischen
Gemeinden gehörten. Mit der Leitung des Bezirks beauftragte er den Evangelisten
Bock und setzte ihn ins Bezirksältestenamt. Priester August Hölzel wurde im
selben Gottesdienst zum Evangelisten berufen und war seitdem der engste
Mitarbeiter seines neuen Bezirksvorstehers. Als Albertine Streckeisen mit ihren
beiden Söhnen zum ersten Mal die Gottesdienste in der St. Gallener Gemeinde
besuchte, war der Bezirksälteste Bock allerdings bereits durch Stammapostel
Niehaus, der nach Vater Krebs' Heimgang die Zügel des Gotteswerkes fest und
sicher in seinen Händen hielt, in das hohe Amt eines Apostels Jesu eingesetzt
worden. Er war es denn auch, der am 6. August 1910 Albertine und ihre beiden
Buben versiegelte.
Doch wer hätte damals ahnen können, welch unermeßlich reiche Gabe durch den
knapp fünfjährigen Ernst eines Tages dem Werk des Herrn erwachsen würde! Manche
sind lau geworden in den vielen Jahren, andere abgefallen, doch Ernst
Streckeisen blieb, genau wie seine Mutter und sein jüngerer Bruder, in der
Gemeinschaft der Gotteskinder, folgte den Vorbildern, die ihm in den treuen
Knechten des Herrn gegeben waren, ließ sich leiten und führen. Daran konnte auch
die irdische Not nichts ändern, die lange Zeit hindurch sein ständiger Begleiter
blieb.
Ernst Streckeisen hat seine Heimatstadt St. Gallen sehr geliebt. Die schöne alte
Schweizer Kantonshauptstadt, deren Gründung ins frühe Mittelalter zurückgeht,
war berühmt für ihre Leinen- und Baumwollweberei und vor allem für die
Stickereierzeugnisse, die schon seit der Mitte des 14. Jahrhunderts Weltruf
genossen Es wurde halt von St. Gallen aus zu Fuß gegangen und dann zu den
Gipfeln aufgestiegen.
Manchmal unternahm Ernst Streckeisen solche Ausflüge alleine manchmal mit seinem
Bruder Karl und ebensooft mit den Brüdern Heierle. Mit ihnen verband Ernst
Streckeisen seit seinen Kinder- und Jugendtagen eine lebenslange Freundschaft.
Auch seinem jüngeren Bruder Karl war er von Herzen zugetan, und an seiner Mutter
hing er mit großer Liebe. Er bewunderte sie für die Tapferkeit, mit der sie den
Kampf um das tägliche Brot auf sich genommen hatte, und half ihr dabei, so gut
er konnte. So hätten es, wenn die Armut daheim nicht gewesen wäre, glückliche
Jahre sein können, gab seine Mutter ihm doch das Wichtigste, was ein
heranwachsender junger Mensch braucht: Zuneigung und einen festen Glaubensgrund,
der sich in der kleinen St. Gallener Gemeinde unter der Pflege von Johannes
Baumann und der anderen Amtsträger weiterentwickeln konnte.
Besonders sein Sonntagsschullehrer wurde dem jungen Ernst ein Vorbild, das er in
seinem ganzen Leben nicht vergaß. Bruder Otto Metzger...
Albertine
Streckeisen mit ihren Söhnen Ernst und Karl (rechts)
stammte aus Berlin. Oft erzählte er den Kindern, wie er zum Werk
Gottes gekommen war: Als er eines Tages spazieren ging, klopfte ihm jemand auf
die Schulter und sagte: „Wissen Sie schon das Neueste?" Und als Otto Metzger den
Fremden erstaunt anblickte, fuhr jener Mann fort: „Es gibt wieder Apostel." Nach
dieser für Otto Metzger höchst merkwürdigen Erklärung entwickelte sich ein
Gespräch, in dessen Verlauf der junge Mann versprach, einmal einen Gottesdienst
der apostolischen Gemeinde zu besuchen. — Es blieb nicht bei dem einen Mal. Otto
Metzger konnte das Wort vom Altar im Glauben erfassen, und es dauerte nicht
lange, bis er versiegelt wurde.
Einige Zeit später verlor er seinen Arbeitsplatz, und Stammapostel Krebs, der zu
jener Zeit häufig in Berlin weilte und den jungen Bruder kannte, sagte zu ihm: „Gehen
Sie nach Heilbronn! Ich gebe Ihnen das Wort mit: Aus einem sollen tausend
werden."
Bruder Metzger entsprach ohne Zögern dem Wunsch des Stammapostels und
übersiedelte nach Heilbronn. Es gelang ihm dort nach einiger Zeit, eine Gemeinde
zu gründen. Als er eines Tages wieder arbeitslos wurde und in Heilbronn keine
neue Anstellung fand, wandte er sich nach St. Gallen, wo er freudig aufgenommen
wurde und als Sonntagsschullehrer viel Segen wirkte.
Nach seinem Tod traf ein Brief aus Heilbronn für ihn ein. Er enthielt die
Einladung zur Einweihung einer Kirche. Die Brüder und Geschwister teilten Bruder
Metzger mit, daß sie jetzt genau tausend Mitglieder zählten. Da er ihnen früher
oft von jenem Wort des Stammapostels Krebs erzählt hatte, wollten sie den treuen
Vorkämpfer für Gottes Werk dadurch ehren, daß sie ihn zu jener Einweihung
einluden. Bei der Trauerfeier für Bruder Metzger wurde dieser Brief verlesen.
Aber zurück zu Ernst Streckeisen. Nicht nur in der Sonntagsschule zeichnete er
sich durch einen wachen Geist und ein rasches Aufnahmevermögen aus. Er war auch
in der Volksschule ein begabter Schüler, der fleißig mitarbeitete. Manchmal
träumte er davon, Arzt zu werden, aber ein Universitätsstudium hätte bei weitem
die finanziellen Möglichkeiten seiner Mutter überschritten. Immerhin konnte er
nach Beendigung der Volksschule noch das Gymnasium besuchen und erfolgreich mit
dem Abitur abschließen.
In den Ferien durften er und sein Bruder immer zu einem Taufpaten. Dieser stand
der vaterlosen Familie bei, so gut es ihm möglich war. Da konnten die Buben sich
endlich einmal nach Herzenslust satt essen, und das genossen sie in vollen Zügen.
Freilich mußten sie auch ein wenig dafür arbeiten, doch das waren die beiden ja
schon von daheim gewöhnt.
Dieser Pate wollte gern, daß Ernst Streckeisen Lehrer wurde, doch der
junge Abiturient winkte eingedenk der häuslichen Situation ab. „Das kann
ich doch nicht — meiner Mutter so lange auf der Tasche liegen." männischer
Lehrling in einem der zahlreichen Stickereibetriebe, in denen zu jener Zeit
beinahe die Hälfte aller Erwerbstätigen St. Gallens beschäftigt waren. Nach dem
erfolgreichen Abschluß seiner Lehrzeit besuchte er zunächst die Rekrutenschule
und war anschließend in mehreren St. Gallener Betrieben als kaufmännischer
Angestellter tätig.
BITTERE JAHRE DER ARMUT
Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Weltwirtschaftskrise führten auch in
der Schweiz zu erheblichen Schwierigkeiten, besonders in der Stickereibranche.
Die Firma, in der Ernst Streckeisen damals arbeitete, sah sich — wie viele
andere Unternehmen — gezwungen, etliche Angestellte zu entlassen. Unter anderem
hätte dies auch einen Familienvater mit mehreren Kindern getroffen. Ernst
Streckeisen erfuhr davon. Und obwohl er die Armut mit all ihren bedrückenden
Begleiterscheinungen wie Hunger und Kälte, Sorge und Angst kannte, wurde er bei
seinem Chef vorstellig und bat ihn inständig, anstelle jenes Kollegen doch ihn
zu entlassen, der keine Familie zu versorgen hätte.
Der Firmenchef ging auf Ernst Streckeisens Bitte ein und entließ ihn anstelle
jenes Familienvaters, den eine Kündigung so viel schlimmer getroffen hätte.
Ernst Streckeisen lernte nun die ganze Härte einer langen Arbeitslosigkeit
kennen. Freilich versuchte er, seine prekäre finanzielle Situation aufzubessern,
indem er von Haus zu Haus ging und diverse Waren zum Kauf anbot, doch da er von
seiner Art her bescheiden und unaufdringlich war, verkaufte er nur jämmerlich
wenig, da er sich allzu leicht von der Abwehrhaltung der Angesprochenen
abschrecken ließ. „Klinkenputzen" lag ihm einfach nicht, und so blieben Hunger
und Entbehrungen seine täglichen Weggenossen. Aber er haderte deswegen nie mit
Gott, sondern war allezeit dankbar für das, was weitaus mehr zählte: die
Gotteskindschaft und die Gemeinschaft mit Brüdern und Geschwistern.
Ein altes Wort sagt: Der Herr läßt wohl sinken, aber nie ertrinken. Das durfte
auch Ernst Streckeisen erleben.
Er war ein freudiger Arbeiter im Weinberg des Herrn und sang eifrig im Chor mit.
Die Lieder rührten sein Herz, aber offenbar besaß er keine geeignete Stimme,
oder es mangelte ihm an Musikalität, denn eines Tages, als er wieder einmal
seine Notenbücher aus dem Schrank holen wollte, lagen sie nicht mehr dort. Ernst
durchsuchte den ganzen Schrank, fand aber nichts. In der Annahme, jemand habe
seine Bücher bereits mitgenommen oder verwechselt, ging er zu seinem Platz in
der Kirche. Aber dort saß schon ein anderer Sänger. Bestürzt dachte Ernst
Streckeisen: Bin ich etwa
überzählig? Soll ich nicht mehr im Chor mitwirken dürfen?
Er fragte seinen Vorsteher danach, und dieser legte ihm trostend den Arm um die
Schuldern. "Sei nicht traurig, Ernst, ich habe viel arbeit fur dich im Weinberg.
Da kannst du dich ganz einsetzen.
19.Ernst Streckeisen murrte nicht. Er zog sich auch nicht
gekränkt zurück, sondern tat, was man von ihm erwartete.
Bei der Weinbergsarbeit kam ihm seine große Kenntnis der Heiligen Schrift zugute,
die er sich in der Zeit seiner Arbeitslosigkeit angeeignet hatte. Damals war er
so arm, daß er nicht einmal sein Zimmer heizen konnte. Dann zog er einen dicken
Mantel von seinem verstorbenen Vater über, setzte sich eine wärmende Kappe auf
und wickelte sich noch zusätzlich in eine Wolldecke. So las er in der Bibel und
fand oftmals kein Ende, die Geschichte des Alten Bundes und die Evangelien zu
studieren. Darüber vergaß er manches Mal Hunger und Kälte.
Er selbst hat später in der für ihn typischen Bescheidenheit erzählt, daß seine
erste Arbeit im Werk Gottes darin bestanden habe, die Stühle im St. Gallener
Versammlungsraum abzustauben, aber er sei dabei froh und selig geworden.
Am 11. Dezember 1927 empfing Ernst Streckeisen aus der Hand des Apostels Ernst
Güttinger das Unterdiakonenamt. Damals war er gerade 22 Jahre alt – und doch,
mit welchem Ernst und welcher Hingabe hat er diese Berufung angenommen!
Fünfzig Jahre später hielt er in einem Gottesdienst in St. Gallen dankbar
Rückblick auf jene Zeit. Dabei sagte er unter anderem:
„Immer, wenn ich nach hier komme und auf die Stadt zufahre, dann tauchen so
liebe Gestalten in meinem Geiste auf: Alle die Reichsgotteslehrer, die in jene
Welt gegangen sind, die mir das Wort Gottes gesagt und Geduld mit mir gehabt
haben. Ich wurde immer tiefer in die Sprache des Heiligen Geistes und in die
Geheimnisse der Heiligen Schrift geführt. Viele große Gottesmänner habe ich in
meinem Leben gehört und vieles in mich aufnehmen können, so daß ich heute
dankbar in eurer Mitte stehen und Gott meinen Dank zu Füßen legen kann."
Als Ernst Streckeisen das Unterdiakonenamt empfing, hatte er nach seinen eigenen
Worten das Gefühl, „geköpft" zu werden, das heißt, er hat in Glaubensfragen
nicht mit dem Kopf, dem alles hinterfragenden, sezierenden Verstand gearbeitet,
sondern allein mit dem ganzen Herzen.
Freilich hat es auch manches Mal sehr ängstlich geklopft, dieses gute,
liebevolle Herz. Zum Beispiel an jenem Sonntagvormittag, als der Bezirksälteste
Baumann den jungen Unterdiakon damit beauftragte, am Nachmittags in einer
Nebengemeinde Gottesdienst zu halten.
Ernst Streckeisen flehte seinen Altesten förmlich an, doch nicht ihn, sondern
jemand anderen dorthin zu schicken. Ein Priester aus der St. Gallener Gemeinde
unterstützte ihn darin und bot sich an, selbst in jener Gemeinde den
Nachmittagsgottesdienst durchzuführen. Doch der Bezirksälteste blieb bei seiner
Entscheidung: Unterdiakon Streckeisen mußte nach
Stein und seinen Auftrag erfüllen. Der Gottesdienst fand in einer Stube statt
und dauerte genau 35 Minuten . Dem jungen Unterdiakon mogen sie freilich wie
Stunden vorgekom-
Der
junge Ernst Streckeisen.
21

Im linken Flügel dieses Hauses in Stein hielt Ernst Streckeisen als junger
Unterdiakon seinen ersten Gottesdienst
men sein. Immerhin, als das letzte Amen verklungen war, war er
mehr denn je davon überzeugt, daß „in der Kürze die Würze liegt" — ein Grundsatz,
dem er immer treu geblieben ist.
Durch jenen Gottesdienst aber, den ersten, den Ernst Streckeisen gehalten hatte,
wurde später eine ganze Familie neuapostolisch. Wenn das kein Grund zur Freude
für den jungen Amtsbruder war!
Am 27. Juli 1930 erhielt Ernst Streckeisen das Diakonenamt, und noch im selben
Jahr, genau an seinem 25. Geburtstag, wurde er zum Priester ordiniert.
Zu dieser Zeit hatte er schon häufig erlebt, wie sehr der liebe Gott sich zu
seinen Knechten in allen Anfeindungen und Schwierigkeiten bekannte. Das hatte
seinen Glauben gestärkt und seinen Eifer für Gottes Werk immer mehr wachsen
lassen. Er wußte, er stand an der Sache des Herrn, und dafür zu arbeiten, wurde
ihm nie zuviel. „Wer etwas in Liebe tut, schaut nicht auf die Uhr" sagte er
einmal, „sondern erfüllt seine Aufgaben."
Auch seine Gottesfurcht war noch größer geworden, hatte er doch erfahren, daß
der himmlische Vater seiner nicht spotten läßt.
Da war zum Beispiel ein Arzt für Naturheilkunde im Appenzeller Land, der mit
aller Vehemenz das Werk des Herrn angriff. Er schreckte nicht davor zurück, die
Apostel mündlich und schriftlich in seinen Hetzkampagnen als Verführer und den
Stammapostel als „Stammverführer" zu
verunglimpfen. Ein anderes Mal erklärte er, daß die Apostolischen alle ins
Irrenhaus gehörten. Apostel Ernst Güttinger trat schließlich mit jenem Arzt in
Verbindung und versuchte, begütigend auf ihn einzuwirken und ihm klarzumachen,
was es mit dem apostolischen Glauben auf sich habe, doch alles war vergebens. Am
Ende erkrankte jener Arzt und mußte selbst in eine Heilstätte für Geisteskranke
eingewiesen werden.
Unvergessen geblieben sind Ernst Streckeisen auch die Worte des Bezirksältesten
Baumann, an dessen Sterbebett er als junger Priester stand: „Ich weiß nicht, was
der Herr noch mit dir vorhat", sagte der Todkranke. „Aber eines gebe ich dir mit:
Bleib immer klein und demütig! Große, die alles wissen wollen, können tief
fallen, ein Demütiger nie."
Ernst Streckeisen hat das beherzigt, selbst in seinem hohen Amt als Stammapostel.
Alle, die ihm begegneten, waren tief berührt von seiner Demut und Bescheidenheit.
Allerdings konnte er, wo es nottat, auch einmal eine recht deutliche Sprache
sprechen; nicht, um jemandem auf menschliche Art und Weise „Bescheid zu sagen",
sondern um ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen. — Einmal hat er das
durch ein lautes, kurzes Gebet erreicht, das der liebe Gott sogleich erhörte:
Als Priester hatte Ernst Streckeisen eine Familie zu betreuen, von der er wußte,
daß der Mann und Vater mit den Seinen nicht beten wollte. Priester Streckeisen
machte einen Hausbesuch und betete zum Abschluß mit den Geschwistern. Alle
knieten sich dazu nieder — nur der Familienvater nicht. Er faltete zwar die
Hände, blieb aber auf seinem Stuhl sitzen. Was tat Priester Streckeisen? Er
sagte: "Lieber Gott, du siehst doch diesen faulen Bruder neben mir, Hol di ihn
doch vom Stuhl heronter."
23
Im nächsten Augenblick gab es einen lauten Knall, der Stuhl
kippte um, und der Mann lag auf den Knien. Dieses Erlebnis hat den Bruder so
beeindruckt, daß er von da an gern und innig mit seiner Familie betete und ein
freudiger Mitarbeiter im Werk des Herrn wurde.
Zwei Jahre nach seiner Einsetzung zum Priester wurde Ernst Streckeisen Vorsteher
der Gemeinde Teufen. Sie zählte damals acht Seelen, eine kleine Schar, die durch
die Zeugenarbeit der St. Gallener Brüder den Gotteskindern hinzugetan werden
konnte. Wie viele Fußwege dem voraufgegangen waren, weiß Gott allein. Und die
Gebete, die für die eingeladenen Seelen vor den Herrn gebracht wurden, bis die
kleine Gemeinde gegründet werden konnte, sind gewiß nicht zu zählen. Aber in
Priester Streckeisen hatten die Teufener Gotteskinder einen Vorangänger, der für
alle ein offenes Ohr und ein offenes Herz hatte und der ihnen ein Beispiel war
an Glauben, Opferbereitschaft und Liebe.
Es lagen harte Jahre des Existenzkampfes hinter ihm, doch inzwischen hatte auch
darin sein Leben eine Wende zum Besseren genommen. Er hatte sich bei der
Stadtverwaltung von St. Gallen beworben und war dort im Grundbuchamt eingestellt
worden. Seine Vorgesetzten und Kollegen lernten den aufrechten, zuverlässigen
Mann bald schätzen. Außerdem sollten Ernst Streckeisen die während seiner
Berufstätigkeit gesammelten Erfahrungen in späteren Jahren als Bezirksapostel
sehr zugute kommen, wenn es darum ging, für Kirchenbauten Liegenschaften zu
erwerben.
Aber die Arbeit im Werk Gottes stand bei ihm immer an erster Stelle. Da war ihm
kein Auftrag zuviel und kein Weg zu weit.
So ging er mit einem anderen Priester jede Woche von St. Gallen zu Fuß in das 20
Kilometer entfernte Rorschach, um dort Zeugnis zu bringen und Gäste einzuladen.
Die beiden Männer nahmen lediglich ein Stück Brot mit, das sie unterwegs aßen,
und kehrten in der Regel erst nach Mitternacht wieder nach Hause zurück. Heute
existiert in Rorschach eine blühende Gemeinde von 300 Seelen, deren Grundstein
die beiden Priester durch ihre aufopferungsvolle Arbeit geleistet haben.
Im Jahr 1930 trat Stammapostel Niehaus aufgrund seines hohen Alters und seiner
angegriffenen Gesundheit in den Ruhestand. Schon 1924 hatte er seinen Nachfolger
berufen für den Fall, daß er selbst nicht mehr in der Lage wäre, das Werk Gottes
zu führen. Nun war es soweit, und Johann Gottfried Bischoff trat die Nachfolge
seines Vorgängers an.
Das Volk Gottes erlebte – wie schon nach dem Heimgang von Vater Krebs –, daß die
Kraft und der Segen Gottes bei dem waren, der das Stammapostelamt trug. So fiel
es auch Ernst Streckeisen nicht schwer, dem neuen Stammapostel in Treue
nachzufolgen, einer Treue, wie sie später einmal in seinen Worten zum Ausdruck
kam: „Für uns ist der Kurs klar:
Wir fahren im Kielwasser des Stammapostels, denn da fährt man am
sichersten. Sein Glaube ist unser Glaube, seine Hoffnung unsere Hoffnung
. Nichts soll imstande sein, die innige Verbindung nur um das Geringste zu
lockern. So geht es dem Tage entgegen, an dem der Sohn Gottes die Seinen
heimführt."
24
DER JUNGE EHEMANN UND VORSTEHER
Der 21. Oktober 1935 war für die St. Gallener Geschwister ein besonderer Festtag.
Ernst Streckeisen, der inzwischen seit zwei Jahren als Bezirksevangelist tätig
war, trat mit der ältesten Tochter des Evangelisten Bruderer vor den Altar, um
den Segen Gottes zur Hochzeit zu empfangen.
Er war nun dreißig Jahre alt, und vor lauter Arbeit im Werk Gottes hatte er fast
das Bibelwort vergessen, in dem es heißt: Es ist nicht gut, daß der Mensch
allein sei.
Verlobt hatten sich die beiden zwei Jahre zuvor, genau an dem Tag, an dem Ernst
Streckeisen zum Bezirksevangelisten ordiniert worden war. Von der Verlobung
wußte damals niemand in der Gemeinde, und der frischgebackene Bräutigam mühte
sich beim Austeilen des Heiligen Abendmahls sehr, seinen Verlobungsring zu
verstecken, eine Geschichte, die er später noch oft und gern im Familien- und
Freundeskreis erzählte.
Der liebe Gott hatte seinem Knecht die beste Frau zugeführt, die es für ihn
geben konnte. Selina Elisabeth Bruderer, die von allen, die sie kannten und
liebhatten, Elsa gerufen wurde, besaß einen tiefen, unerschütterlichen Glauben,
der sie befähigte, ihrem Mann eine rechte Weggefährtin zu sein, mochte dieser
Weg auch durch so manche Tiefen führen – und über Höhen, vor denen es dem
Brautpaar sicherlich angst geworden wäre, wenn es am Tag seiner Hochzeit davon
etwas geahnt hätte.

Das Ehepaar Elsa und Ernst Streckeisen
25
die ihn in seiner Arbeit als Gottesknecht hätten behindern
können. Sie blieb gern im Hintergrund, mischte sich nie ein, wenn Geschwister
oder Amtsträger zu ihrem Mann kamen, um ihm ihre Anliegen zu unterbreiten, hatte
aber für alle ein offenes Herz. Ihr Haus wurde im Lauf der Zeit ein rechtes
Bethanien, eine Zufluchtsstätte für die Bedrängten und ein Ruheort für alle
Gottesknechte mit ihren Frauen, die dort Einkehr hielten.
Zunächst wohnten die jungen Eheleute in der Aepplistraße in dem St. Gallener
Vorort St. Fieden. Später zogen sie in die Antoniusstraße um, wo sie im selben
Haus, in dem Elsas Vater lebte, eine Wohnung bekamen.
Elsas Mutter war heimgegangen, und der alleinstehende Vater mußte zusammen mit
seinen beiden Söhnen, die bei ihm wohnten, von der jungen Frau versorgt werden.
Das war viel Arbeit, zwei Haushalte in Ordnung zu halten und vier Männer zu
beköstigen, von denen einer, ihr Bruder Alfred, an Multipler Sklerose erkrankt
war. Aber Schwester Streckeisen nahm sie ohne Murren auf sich.
Der 28. Februar 1937 war ein besonderes Datum für die St. Gallener Gotteskinder.
Apostel Ernst Güttinger weihte an diesem Tag die neue Kirche an der
Helvetiastraße und setzte den Bezirksevangelisten Streckeisen zum Vorsteher der
Gemeinde. Sie zählte damals etwa vierzig Seelen, die außer von ihrem Vorsteher
von einem Priester, einem Diakon und drei Unterdiakonen betreut wurden. Und die
große Freudigkeit, mit der Ernst Streckeisen seine Aufgaben erfüllte, beseelte
auch seine Brüder. Miteinan
der kämpften und arbeiteten sie, und der liebe Gott segnete ihr Mühen, so...

Die Amtsbrüder der Gemeinde St. Gallen-Centrum: Stehend: Bezirksevangeli51
Streckeisen (6. v. 1.), Priester Hauri (5. v. 1.); sitzend: Priester Hänni (2.
v. 1.), Evangelist Bruderer (3. v. 1., Schwiegervater von Ernst Streckeisen und
Hermann Hänni), Bezirksältester Baisch (4. v. 1.)
daß schon bald weitere Amtsgaben und Gotteskinder hinzukamen.
Traten aber einmal Belastungen und Hindernisse auf, so rief der
Bezirksevangelist Streckeisen seine Brüder zusammen, und gemeinsam beteten und
rangen sie um die Hilfe Gottes, die dann auch nicht ausblieb.
Noch immer war der Bezirksevangelist ein unermüdlicher Weinbergsarbeiter. Viel
Unterstützung erhielt er dabei von Bruder Menzi, der in jenen Jahren bereits
zweihundert interessierte Gläubige in die Gottesdienste ein- geladen hatte.
„Haben Sie vielleicht noch eine Adresse, wo wir einmal hingehen könnten?" wurde
Bruder Menzi eines Abends von Bezirksevangelist Streckeisen gefragt.
Bruder Menzi bejahte nach einigem Überlegen. Er habe da noch eine Familie im
Sinn. Es handelte sich um entfernte Verwandte, die in der Nähe von Teufen
wohnten. Ernst Streckeisen und Bruder Menzi machten sich ohne Zögern auf den
weiten Weg. Als sie bei den Verwandten ankamen, war es bereits so spät, daß
ihnen niemand mehr öffnete. Die Familie war zu Bett gegangen. Bruder Menzi war
das sehr unangenehm, und er entschuldigte sich bei seinem Bezirksevangelisten,
daß er ihn umsonst zu dem langen Fußmarsch veranlaßt hatte. Aber wie es Ernst
Streckeisens Art war, lachte er nur und meinte, man müsse eben später noch
einmal herkommen und dann zu einer hoffentlich günstigeren Zeit. So geschah es
denn auch, und Bruder Menzis Verwandte folgten der Einladung in die
Gottesdienste, prüften gewissenhaft – und blieben. Drei Priester sind später aus
jener Familie hervorgegangen.
Unter den zweihundert Seelen, denen Bruder Menzi Zeugnis gebracht hatte, war
auch ein Arbeitskollege, ein Bauarbeiter, ein wahrer Hüne, der über große
Körperkräfte verfügte. Der war dafür bekannt, daß er gern trank und dann sehr
streitlustig wurde. Da konnte es schon passieren, daß er ein ganzes Lokal
ausräumte.
Dieser Mann nun kam eines Mittwochs abends auf Einladung von Bruder Menzi zum
Gottesdienst, den der Bezirksevangelist Streckeisen halten sollte. Der Türhüter
kannte den Randalierer und fragte Ernst Streckeisen besorgt, ob man den Mann
nicht besser auffordern solle, das Versammlungslokal zu verlassen, bevor er
womöglich Unheil stiftete. Aber der Bezirksevangelist sagte: „Wenn wir ihn
hinauswerfen, schlägt er erst recht Lärm und stört den Gottesdienst. Lassen wir
ihn lieber hier und beten, daß er vom Wort Gottes erfaßt wird." Tatsächlich
blieb der gefürchtete Krach aus, der Arbeitskollege von Bruder Menzi saß still
und offenbar ergriffen auf seinem Platz – und was das Schönste war: Es blieb
nicht bei diesem einmaligen Gottesdienstbesuch. Auch dieser Mann wurde später
ein Priester des Herrn und diente treu in seinem Amt.
Mit Familie Menzi verband Ernst Streckeisen ein herzliches Verhältnis.Schon seit
etwa 1933 war er ihr Hauspriester, kannte alle Sorgen und Freuden der großen
Familie – die Menzis hatten neun Kinder –, und das einzige, was Vater Menzi an
seinem Priester und späteren Bezirksevangelisten aus zusetzen hatte, war die
betrübliche Tatsache, daß er bei jedem seiner Haus-
27
besuche höchstens eine Dreiviertelstunde blieb. „Er wird wieder
gehen, bevor der Stuhl warm geworden ist", seufzte Vater Menzi dann wohl, aber
dennoch wurden solche Besuche immer eine Quelle der Kraft und des Segens für die
ganze Familie. Durch Ernst Streckeisen lernte Vater Menzi die Macht des Gebetes
so recht schätzen. Als seine Frau einmal schwer erkrankte und so hohes Fieber
bekam, daß sie das Bewußtsein verlor und delirierte, alarmierte Bruder Menzi den
Bezirksevangelisten, der jedoch der Kranken nicht sofort einen Besuch abstatten
konnte. Er versprach, abends nach dem Gottesdienst zu kommen.
Als er an Schwester Menzis Bett trat, war sie immer noch bewußtlos. Dennoch
fragte Ernst Streckeisen sie, ob sie glauben könne, und sie antwortete: „Ja."
Dann beugte er sich über sie. „Am Sonntag kommt Apostel Schneider. Können Sie
glauben, daß Sie dann im Gottesdienst sein werden?"
Wieder antwortete sie mit einem Ja, und der Bezirksevangelist kniete sich vor
ihrem Bett nieder und forderte ihren Mann und die Kinder auf, es ihm gleichzutun.
Und dann begann er zu beten. Es war ein Flehen und Ringen um die Gesundheit
seiner Glaubensschwester und darum, daß ihr Glaube ihr helfen möge. – Am Freitag
stand Schwester Menzi von ihrem Krankenlager auf, und am Sonntag war sie im
Gottesdienst, den Apostel Rudolf Schneider I. hielt.
Dieser Apostel gehört zu den Lehrern, die für Ernst Streckeisen ein großes
Leitbild waren, denen er gerne nachfolgte.
Rudolf Schneider war Landwirt, im schweizerischen Hüntwangen geboren. Im Jahr
1907 besuchte er
zum ersten Mal die Gottesdienste der Apostolischen Gemeinde und wurde bald
darauf durch Apostel Bock versiegelt. Kaum ein halbes Jahr später konnte ihm
schon das Unterdiakonenamt anvertraut werden. Viele Jahre hindurch diente dieser
treue Gottesknecht in verschiedenen Amtsstufen, bis er schließlich am 13.
Oktober 1935 zum Apostel Jesu berufen wurde.
Liebe und Treue sah Apostel Schneider I. als unerläßliche Voraussetzungen, Gott
zu gefallen, und immer wieder legte er den Brüdern ans Herz, diese Tugenden sich
zu eigen zu machen. Als er am 26. Januar 1956 heimging, war es Ernst
Streckeisen, als hätte er seinen lieb-...

„ten Freund abgeben müssen. Am Vortag hatte er den Sterbenden
noch besucht – zu diesem Zeitpunkt war Ernst Streckeisen bereits Bezirksapostel
für die Schweiz – und Apostel Schneider hatte zu ihm gesagt: „Mein lieber
Bezirksapostel, heute rede ich mit Ihnen das letzte Mal hier unten. Ich gehe nun
heim, der Vater ruft mich jetzt."
Und an seinen Sohn, den damaligen Bischof Rudolf Schneider, gewandt, hatte er
hinzugefügt: „Morgen ist mein letzter Tag, und am Montag werde ich beerdigt." –
Es kam genau so, wie er vorausgesagt hatte, und als der Hausarzt der Familie zu
dem Toten gerufen wurde, wandte er sich an eine von dessen Töchtern und meinte
sichtlich bewegt: „Ich sollte Ihnen kondolieren, aber ich kann das eigentlich
nicht; denn Ihr Vater, der nützt dort, wo er jetzt ist, mehr, als er hier noch
hätte nützen können."
Ernst Streckeisen besaß die Gabe, mit der jenseitigen Welt in einer besonderen
Verbindung zu stehen, dafür gibt es viele Zeugnisse, und auch der Tod war nicht
imstande, das Band zu zerreißen, das ihn mit seinem heimgegangenen Mitapostel
verband.
So rief Bezirksapostel Streckeisen eines Abends nach einem Gottesdienst, den er
überraschend in Zürich gehalten hatte, den Sohn des Heimgegangenen an. Rudolf
Schneider II. hatte an diesem Gottesdienst nicht teilnehmen können, da er in
einer anderen Zürcher Gemeinde eingeteilt war. Am Telefon nun sagte der
Bezirksapostel zu ihm: „Ich habe dir einen Gruß von deinem Vater auszurichten.
Er erschien mir, nachdem der Gottesdienst begonnen hatte, und sagte, daß er
jetzt schnell in die Hauptgemeinde gehe, um dort seinen Sohn Rudolf zu begrüßen."
JAHRE DES REIFENS
Im Werk Gottes gibt es keine „studierten" Amtsträger, aber solche, die alles,
was es darin zu tun gibt, von der Pike auf gelernt haben.
Der Stammapostel, jeder Apostel oder Bischof, Bezirksälteste oder
Bezirksevangelist weiß, was es heißt, im Gotteshaus die Stühle abzustauben, als
Türhüter die Geschwister zu begrüßen, den Vorgarten vor der Kirche zu pflegen,
die Räume zu heizen, Schnee zu räumen, in den Weinberg zu gehen, im Chor
mitzusingen. Sie alle haben es getan, manchmal viele Jahre hindurch. Jeder
Gottesknecht kennt das Zittern im Ämterzimmer vor dem Gottesdienst, den er
halten muß, die Aufregung, wenn er unversehens zum Mitdienen an den Altar
gerufen wird. Sie haben füreinander und miteinander beten gelernt, Spott und
Anfeindungen ertragen, Kranke und Traurige getröstet, Sterbenden den letzten
Schritt zu erleichtern gesucht und sich außerdem im täglichen Existenzkampf als
Gottes Kinder bewäh- ren müssen.
Und wohl jedem von ihnen ist auch persönliches Leid widerfahren.
Elsa und Ernst Streckeisen blieb dies ebenfalls nicht erspart. Die beiden
wunschten sich von Herzen ein kind, und die Freude war gross, als Elsa nach uber
vier Ehejahren endlich schwanger wurde. Doch...
29
das Kleine kam tot zur Welt. Besonders Schwester Streckeisen
brauchte lange, um sich von diesem Schlag zu erholen. Es gab Zeiten, in denen
sie regelrecht depressiv war. Sie weinte viel, und die Arbeit im eigenen
Haushalt und in dem ihres Vaters fiel ihr schwerer als sonst. Aber gemeinsam
standen die beiden auch dieses Leid durch, und ihr fester Glaube, daß Gott
keinen Fehler macht und nichts ohne seine Zulassung geschieht, half ihnen dabei.
Etwa ein Jahr nach diesem traurigen Ereignis, am 16. April 1941, wurde
Bezirksevangelist Streckeisen an den Altar gerufen, um das Amt eines
Bezirksältesten zu empfangen.
In jenem Gottesdienst wurde außerdem der inzwischen recht groß gewordene St.
Gallener Bezirk geteilt. Der Bezirksälteste Baisch
bediente fortan den Bezirk St. Gallen-Zentrum, der die Stadtgemeinde und die
Gemeinden im Appenzellerland und Toggenburg umfaßte. Der Bezirksälteste
Streckeisen bekam den Bezirk St. Gallen-Ost zugewiesen. Dazu gehörten neben der
gleichnamigen St. Gallener Gemeinde das See-gebiet, das Rheintal und der Kanton
Graubünden.
Zehn Jahre lang hat Ernst Streckeisen als Bezirksältester in großem Segen
gearbeitet. Er verstand es, den Geschwistern Liebe und Güte entgegenzubringen,
ihnen Trost zu vermitteln und ihre Kräfte im Glaubenskampf zu stärken. Außerdem
lag ihm sehr am Herzen, unter den Amtsträgern die Einigkeit zu festigen.
„Wenn die Brüder nicht eins sind, die Hirten sich streiten, dann leiden die
Schafe", sagte er oft. Aber wenn er auch manches Mal eine deutliche Sprache
reden mußte, um Zwistigkeiten zu bereinigen, so ließ er dabei doch nie die
brüderliche Liebe außer acht. Einmal erfuhr er von einem Streit zwischen zwei
Priestern, die er gut kannte. Er bat sie zu sich und fragte sie, was denn
zwischen ihnen vorgefallen sei. Das war das Stichwort für die beiden, sich
gegenseitig noch einmal heftige Anschuldigungen an den Kopf zu werfen. Ernst
Streckeisen hörte eine Weile still zu. Dann blickte er einen nach dem anderen an
und sagte eindringlich: „Fragt euch, wie sehr das Wesen Jesu in euch ausgereift
ist. Beschäftigt euch sehr mi dieser Frage. Und wenn ihr dann noch
weiterstreiten wollt, dann könnt ihr wiederkommen."

Freudig, trotz manchem Leid
Als Bezirksältester gehörte es zu Ernst Streckeisens Pflichten,
jeden Monat die eingegangenen Abrechnungen der einzelnen Gemeinden seines
Bezirkes zusammenzufassen und eine Gesamtabrechnung über alle Einnahmen und
Ausgaben an den Bezirksapostel weiterzuleiten. Fast immer legte er diesen
Abrechnungen einen persönlichen Brief bei, in dem er nicht nur von seiner Arbeit
an den Anvertrauten berichtete, sondern auch viele wertvolle Gedanken zum Leben
nach göttlichem Willen und dem Streben nach Vollkommenheit niederschrieb.
Dabei ging es ihm nicht darum, mit solchen Briefen sich selbst ins rechte Licht
zu rücken und mit seinen Gaben zu glänzen. Nein, er schüttete seinem Apostel
einfach sein übervolles Herz aus und wünschte, all seine Empfindungen und
Gedanken, wie er sich ausdrückte, „unter die Kontrolle seines Vorangängers zu
bringen".
Diese Gedanken erschienen dem Bezirksapostel allerdings so wertvoll, daß er sie
auszugsweise in der Halbmonatszeitschrift „Ich sende Euch" abdrucken ließ, die
an die Amtsträger der neuapostolischen Gemeinden in der Schweiz verteilt wurde.
Einmal schrieb Ernst Streckeisen darin — und diese Worte sind so recht ein
Zeugnis seines Wesens: „Das Wichtigste in meinem Wirken ist mir die Arbeit an
mir selbst. Sie ist ja die Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit an den
anvertrauten Seelen. Darum bin ich sehr bemüht, eine immer höhere Stufe der
Klarheit und Erkenntnis, des Glaubens, der gereinigten Liebe und der
unverwüstlichen Hoffnung zu erklimmen."
In einem anderen Brief heißt es: „Kürzlich sang in einer Gemeinde der Chor zu
Beginn des Gottesdienstes die Worte: ,Mein Jesus, breit' die Decke über uns, die
Schwachen, aus.' Ich nahm die Gelegenheit wahr, um auf den hohen Wert der
Segensdecke hinzuweisen ... Ich gab den Gotteskindern den Rat, immer wieder nach
oben zu blicken. Wer nach unten sieht, kann leicht unter der Decke fortlaufen,
ohne es zu bemerken. Schaut man aber nach oben, dann ist das nicht der Fall. Das
Gute kommt ja von oben. Woher kommt das Licht? Aus der Erde? Nein, von oben! Von
oben kommt auch die Wärme. Oben ist die Sonne. Oben leuchten nachts Mond und
Sterne, was oben ist, täuscht nicht ... Von oben kam der Herr Jesus. Von oben
ist seine Kirche. Von oben sind seine Apostel. Von oben sind die Sakramente, von
oben ist der Heilige Geist." Der Brief schließt mit den Worten: „Es ist so
herrlich, wenn man sich aufopfern darf, um anderen behilflich zu sein zur
Seligkeit. Das Dichterwort ist so wahr: ,Es ist kein Zwingen, es ist ein Dringen
der Liebe, die mich schuf.' Mit dem ernsten Vorsatz, treu und gehorsam
nachzufolgen bis zum letzten Atemzuge, grüßt Sie in herzlicher Dankbarkeit, Ihr
geringer Mitarbeiter E. Streckeisen."
31
Der liebe Gott lohnte Ernst Streckeisen sein aufopferndes Dienen
und seinen Eifer für das Werk des Herrn auch dadurch, daß er ihn der
dringendsten irdischen Sorgen enthob. Beruflich war seine Existenz gesichert,
Vorgesetzte und Kollegen schätzten ihn wegen seiner stets gleichbleibenden
Freundlichkeit und nahmen auch gern seine Hilfsbereitschaft in Anspruch. So war
nun die Not seiner Kinder- und Jugendjahre gebannt. Er und sein Bruder Karl, der
eine Ausbildung als Kunstschlosser gemacht hatte, aber in einer Brauerei
arbeitete und dort ein Depot übernommen hatte, konnten sogar ihrer Mutter
beistehen, so daß auch Albertine Streckeisens materielle Schwierigkeiten ein
Ende fanden. Und am 17. August 1943 wurde Elsa und Ernst Streckeisen endlich das
ersehnte Kind geschenkt. Es war eine Tochter, die den Namen Elisabeth erhielt.
Diesmal entband Schwester Streckeisen in einer Privatklinik. Ihr Mann hatte
darauf gedrungen, damit dem Baby nach menschlichem Ermessen nichts geschehen
konnte, wenn es zur Welt kam, und im Notfall rasche ärztliche Hilfe möglich war.
Sie hatten ja beide Angst gehabt, ihr Kindchen wieder zu verlieren. Diese
Maßnahme erwies sich als richtig, denn wie beim ersten Mal wurde es eine
schwierige Geburt. Trotz aller Freude über die kleine Elisabeth gab es immer
wieder Zeiten der Sorgen, denn sie war lange Zeit hindurch ein recht kränkliches,
schwächliches Kind.
Eine leibliche Schwester von Elsa Streckeisen hatte inzwischen ebenfalls einen
Glaubensbruder geheiratet. Es war der spätere Apostel Hermann Hänni. Deren
Tochter Maja und die drei Jahre jüngere Elisabeth Streckeisen wurden später
Spielgefährtinnen.
Es war eine recht glückliche Zeit in St. Gallen, doch der Zweite Weltkrieg warf
seine dunklen Schatten auch auf die Schweiz. Zwar blieb sie ein neutrales Land
und von der daraus resultierenden Not weitgehend verschont. Dennoch brachte das
Kriegsgeschehen für die dortigen Kinder Gottes manche Probleme mit sich.
Schließlich lebte Stammapostel Bischoff in Deutschland, und es gab zu jener Zeit
kaum oder nur wenig Kontakte zu ihm, den deutschen Mitaposteln und
Glaubensgeschwistern.
Bezirksältester Streckeisen allerdings suchte die Verbindung, wann und wo immer
es möglich war. Da gab es in Davos ein deutsches Sanatorium für Lungenkranke,
das er oft besuchte, um die dort weilenden Gotteskinder im Glauben zu stärken —
und dabei Neues vom Stammapostel zu erfahren. Ernst Streckeisen hatte keine
Angst, sich mit der damals noch sehr verbreiteten Lungentuberkulose zu
infizieren. Sein Amtsauftrag ging ihm vor. Obwohl er immer wieder vor der
Ansteckungsgefahr gewarnt wurde, gab er den kranken Geschwistern jedesmal die
Hand und spendete ihnen das Heilige Abendmahl.
Diese Besuche fanden in der Regel samtags statt, weil Ernst Streckeisen trotz
seines Grossen Biziks immer noch auf St.Gallener Grundbuchamt aebeitete.
Ubernachtete dann in Davos bei der familie des Gemeindevorstehers, hielt am
Sonntag noch einen Gottesdienst und kam erst Sonntag nacht wieder nach Hause.
Einmal war er so müde und erschöpft, daß er auf der Rückfahrt fest einschlief.
Er merkte gar nicht, daß der Zug im St. Gallener Bahnhof hielt, sondern erwachte
erst, als die Waggons schon im Depot abgestellt worden waren. Erschrocken sprang
er auf und machte sich auf den Heimweg, wo seine Frau sich schon wegen seines
langen Ausbleibens gesorgt hatte.
Aber sie klagte nie darüber, daß ihr Mann sie so oft allein ließ. Sie wußte ja,
für wen er unterwegs war, und unterstützte ihn dabei durch ihre Fürsorge, so
manches Gebet und das Bemühen, ihm wenigstens die Alltagssorgen so weit wie
möglich fernzuhalten.
Als am B. Mai 1945 die Waffen schwiegen, hegte Ernst Streckeisen einen großen,
aber nach menschlichem Ermessen kaum erfüllbaren Wunsch: Einmal den Stammapostel
wiedersehen, einmal wieder erleben, wie er den Gotteskindern diente.
.
Das Ehepaar Hänni
33
Dann erfuhr er, daß der erste Knecht Gottes ganz in der Nähe,
nämlich in Karlsruhe, einen Gottesdienst halten wollte. Die Zeit reichte nicht
mehr aus, sich eine entsprechende Bewilligung für den Grenzübertritt zu
beschaffen, und so fuhr Ernst Streckeisen kurz entschlossen ohne diese in
Richtung Karlsruhe. Er hatte einen dortigen Glaubensbruder zuvor von seinem
Vorhaben unterrichtet, und dieser wandte sich an den Stammapostel und bat ihn um
seine Fürbitte.
„Ich will an diesen Bruder denken", versprach Stammapostel Bischoff in seiner
liebevollen Art, „daß ihm die Tür aufgeht."
An der Grenze tat ein französischer Soldat Dienst. Ernst Streckeisen
unterrichtete ihn davon, daß er keine Papiere für den Grenzübertritt habe, und
redete und bat so lange, bis der Grenzsoldat sagte: „Ja, nun gehen Sie doch
einfach!" Man kann sich vorstellen, daß es kaum ein glücklicheres Gotteskind als
Ernst Streckeisen gab, das an jenem Sonntag in Karlsruhe im Gottesdienst saß.
Als die kleine Elisabeth drei, vier Jahre alt war, zogen ihre Eltern mit ihr in
ein eigenes Haus. Sie hatten lange darauf gespart und darum gebetet, befand sich
doch in der Nähe ihrer bisherigen Wohnung in der Antoniusstraße eine mechanische
Fabrik, die viel Lärm verursachte. Das Hämmern und Stampfen aus den Werkshallen
war manches Mal schuld daran gewesen, daß die kleine Elisabeth nicht schlafen
konnte. Doch jetzt wurde alles anders und besser. Ein großer Garten gehörte zum
Haus, in dem Elsa Streckeisen ihr eigenes Gemüse zog und in dem Elisabeth, oft
mit ihrer Cousine Maja Hänni, nach Herzenslust herumtoben durfte.
Auch dieses Haus wurde ein Bethanien wie schon zuvor die Wohnung in der
Antoniusstraße. Streckeisens hatten eine Zeitlang ein Kind aus Deutschland
aufgenommen, das halb verhungert zu ihnen gekommen war und von Mutter Elsa
liebevoll aufgepäppelt wurde. Auch wiesen sie niemanden ab, der sich um Rat oder
Trost an sie wandte. Jeder, der Kummer hatte, durfte kommen, egal, zu welcher
Tages- oder Nachtzeit. Ernst Streckeisen sagte nie: „Ich habe keine Zeit." Saß
er gerade beim Essen, so unterbrach er die Mahlzeit, wenn ein Hilfesuchender vor
der Tür stand, und forderte ihn auf, einzutreten. Klingelte jemand des Nachts an
der Tür, stand er auf, um mit ihm zu reden. Und für alle trat er in herzlichem
Gebet ein.
Die Sonntage verliefen so wie in allen treuen neuapostolischen Familien, in
denen die Männer und Väter als Amtsträger tätig und daher oft auch in anderen
Gemeinden eingeteilt sind. In der Regel kam Schwester Hänni, die leibliche
Schwester von Elsa Streckeisen, mit ihrer Tochter schon früh am Morgen, und man
besuchte gemeinsam den Gottesdienst. Danach ging es zu Streckeisens zum
Mittagessen, die beiden Kinder hatten anschließend Sonntagsschule, und um drei
Uhr nachmittags wurde wie
derum der Gottesdienst besucht. Im Winter machte sich Schwester Streck eisen
schon morgens um sieben auf den Weg, um die Kirche zu heizen, und im Sommer
mußte vor dem Gottesdienst gut gelüftet werden, weil der Raum oft stickig und
heiß war.
34
Ernst Streckeisen und Hermann Hänni kamen meist erst in den
Abendstunden nach Hause, man aß miteinander und saß noch eine Weile zusammen,
ehe man sich verabschiedete und auseinanderging.
In der Vorweihnachtszeit wurden im Haus der Geschwister Streckeisen jedes Jahr
die Weihnachtspäckchen für die Sonntagsschüler gepackt. Da gab es viel Freude
beim Zusammensein mit den Helfern aus der Familie und der Gemeinde. Es wurde
gebacken und gebastelt, und am ersten Weihnachtsfeiertag fand dann in der Kirche
die Kinderbescherung statt.
Auch der Versand der kirchlichen Monatszeitschriften für die Schweiz wurde bei
Streckeisens vorgenommen. Das geschah monatlich einmal an einem Montag abend.
Gegen sieben Uhr kamen die Brüder, mit ihnen auch Hermann Hänni. An solchen
Abenden Kaufte Ernst Streckeisen auf dem Heimweg von seiner Dienststelle ein
großes Paket mit allerlei Rauchfleisch und Wurstwaren. Seine Frau richtete alles
auf einer großen Platte an und stellte Brot und Butter dazu. Alles fand
reißenden Absatz, während die Brüder die Zeitschriftenbündel für die einzelnen
Gemeinden zusammenstellten, verschnürten und adressierten.
Dies waren Stunden, die der Bezirksälteste Streckeisen von Herzen genoß,
bedeuteten sie doch stets ein Atemholen für ihn. Er war im Grunde seines Wesens
ein fröhlicher Mensch, aber die Belastungen seines Amtes brachten es mit sich,
daß er oftmals auch still und niedergedrückt war.

Das Haus in der Scheidwegstraße, in das die Geschwister Streckeisen einzogen (aktuelle
Ansicht)
35
Seine Tochter Elisabeth lernte frühzeitig, daß sie den Vater in
solchen Augenblicken nicht bedrängen durfte, mit ihr zu spielen. Es gehörte zu
ihrem kindlichen Alltag, daß er dann mit ernstem Gesicht und in sich gekehrt in
seinem Büro verschwand und erst nach einiger Zeit wieder herauskam, manchmal
erleichtert, manchmal aber immer noch in schwere Gedanken versunken. Besonders
an den Tagen vor den Gottesdiensten war das der Fall, und Elsa Streckeisen sagte
dann zu ihrer Tochter: „Du mußt deinen Vater etwas schonen. Morgen hat er eine
schwere Arbeit vor sich."
Am Sonntag abend, wenn die Gottesdienste hinter ihm lagen, wirkte er froh,
gestärkt durch das Wort Gottes und innerlich gelöst. Dann hatte auch die kleine
Elisabeth etwas von ihrem Vater; endlich konnte sie ihm erzählen, was sie
bewegte, und er tollte dann auch lachend mit ihr in Haus und Garten herum.
Das Häuschen, das den Geschwistern Streckeisen gehörte, lag zu jener Zeit noch
ein gutes Stück außerhalb von St. Gallen in ländlicher Umgebung. Ein Bauer hatte
das angrenzende Land gepachtet und ließ Schafe darauf grasen.
Ernst Streckeisen hat die Natur immer geliebt, er war im Grunde kein Stadtmensch,
sondern brauchte die Ruhe und Stille der Landschaft um sich her. Er wanderte
nach wie vor gern, und obwohl er als Amtsträger noch manchen Fußmarsch
zurücklegen mußte, um Geschwister zu besuchen oder Gäste einzuladen, ließ er es
sich in seiner knappen Freizeit nicht nehmen, seine Schweizer Heimat zu
durchstreifen.
Im Jahre 1951 erhielt Ernst Streckeisen ein beruflich für ihn sehr günstiges
Angebot, dessen Annahme eine erhebliche Verbesserung seiner Lebensumstände
bedeutet hätte. Aber er wußte auch, daß er dann mehr Kraft und Zeit für den
Beruf würde aufwenden müssen und das Werk Gottes vielleicht dahinter
zurückstehen könnte. Darum zögerte er, sich zu verändern, trotz der finanziellen
Vorteile, die ihm geboten wurden.
Und dann griff der liebe Gott ein. Am 5. August 1951 wurde Ernst Streckeisen
während eines festlichen Gottesdienstes in Frankfurt am Main von Stammapostel
Bischoff in Anwesenheit von 24 Aposteln ins Bischofsamt berufen. Damit war die
Entscheidung für ihn gefallen: Der Wille Gottes ging vor; keine berufliche
Veränderung, sondern noch mehr Kraft und Zeit für das Werk Gottes.
Walter, ein Sohn der Familie Menzi, mit der Ernst Streckeisen lange Jahre
hindurch in Freundschaft verbunden war, nahm an diesem Gottesdienst teil. Als er
heim kam, sagte sein Vater zu ihm: „Der Bezirksälteste Streckeisen ist
Bezirksapostel geworden." Walter Menzi schüttelte den Kopf. „Nein, er ist ins
Bischofsamt gekommen." Vater Menzi reagierte ein wenig ungehalten. „Ich habe
aber doch gesehen, daß er Bezirksapostel wurde!" Nun, es war keine Täuschung des
alten Glaubensbruders. Zwei Jahre später erfüllte sich, was er gesehen hatte.
In all den jahren war Ernst Streckeisen besondere Verbinding zur Jenseitigen
welt erhalten geblieben. Davon zeugen viele Begebenheiten.
So besuchte er einmal--noch als Bezirkaltester-- die gemeinde Buchs...

Bild oben: Die kleine Elisabeth mit ihrem Vater.
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im Rheintal. Als er am Bahnhof aus dem Zug stieg, stand vor ihm
der verstorbene Vorsteher der dortigen Gemeinde, um ihn zu begrüßen. Ernst
Streckeisen sagte zu ihm: „Geh nur zu unserem Gotteshaus. Du bist ja schneller
dort als ich."
Eine andere Begebenheit: Der heimgegangene Bezirksälteste Baumann, der lange
Zeit Ernst Streckeisens Vorangänger gewesen war, erschien ihm eines Nachts im
Traum. An diesem Abend hatte Ernst Streckeisen bis Mitternacht für einen Kranken
gebetet. Es handelte sich um einen Sohn der Familie Menzi, der mit achtzehn
Jahren in einen schweren Autounfall verwickelt gewesen war. Jetzt, acht Jahre
später, hatten die damaligen Verletzungen zu einem lebensbedrohenden
Lungenschaden geführt. Aus diesem Anlaß hatte Vater Menzi an einem Sonntag abend
seine Kinder zusammengerufen, um gemeinsam für Leben und Gesundheit des Kranken
zu beten.
Am Montag stand Ernst Streckeisen bei Menzis vor der Tür und fragte, was die
Familie am Vorabend getan habe. Vater Menzi berichtete ihm von dem gemeinsamen
Gebet. Ernst Streckeisen nickte und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ich
habe auch für deinen Buben gebetet. Aber in der Nacht war der liebe
Bezirksälteste Baumann bei mir und sagte: ,Warum haltet ihr den Bruder auf, wir
brauchen ihn.'"Tags darauf durfte der junge Mann heimgehen.

Am 5. August 1951 wurden in Frankfurt am Main die Bezirksältesten Streckeisen,
Baur, Seibert, Weine und Peter zu Bischöfen ausgesondert.
[ invoeging redactie website: De foto is genomen in de grote dienst te Frankfurt am Main. De hele voorstelling stond onder regie van Friedrich Bischoff. Tijdens deze dienst werden er twee Apostelen in de rust gezet. Het betrof de Apostelen Rudolf Schneider 1 en Ernst Güttinger De laatste was DistrictApostel van Zwitserland, Oostenrijk en Frankrijk. Beide Apostelen waren felle tegenstanders van de Bischoffen en hun dictatoriale kerkmacht. Zij hadden verstaan om in 1947 een voorstel te doen voor opvolging van J.G.Bischoff. Daar is uitvoortgekomen de verkiezing van Peter Kuhlen als Stamapostel en opvolger van J.G.Bischoff in 1948. Zij werden door de Bischoffen gezien als verraders en moesten tegen hun wil in de rust!
51 Güttinger Ernst Geboortedag en -plaats Sterfdag en -plaats19-8-1877 Dübendorf bij Zürich (Zwitserland) 6-2-1960 Cham (Zwitserland)werkzaam tot 1951 . Ambtsinzetting als Apostel16-9-1923: Arbeidgebied: Zwitserland, Oostenrijk, Frankrijk (DistrictApostel)
68. Scheider Rudolf.
Geboortedag en -plaats Sterfdag en -plaats: 31-12-1877 Dübendorf bij
Zürich (Zwitserland) 26-01-1956 te Rorschach ( Zwitserland) Werkgebied:
Zwitserland. Werkzaam tot 1951.
Als argument voor de in rust zetting werd vermeld dat zij de lijftijd grens van 70 jaar ruimschoots hadden overschreden, Dat argument gaat echter niet op, Jacobus R. Kreunen werd op 12-09-1954 in gezet als Apostel op 74 jarige leeftijd! Hij was geboren op 10-08-1880 te Doetichem ( Nederland) Hij was werkzaam in Zuid-Afrika tot 1965! hij is dan 85 jaar.
In de zelfde dienst werden de volgende Apostelen ingezet:
93 BISCHOFF " v 31. 3.
1909 Frankfurt/Main *) 5. B. 1951, Deutschland (Qx Hessen,
Friedrich f7 » Rheinland-Pfalz, Saarland)
94 DAUBER 1. 3. 1897 Wimmenau/Alsace,
France 5. B. 1951 France, Saarland
Chrétien 7.11.1980 Wissembourg/France 30. 4.1972
95 ESCHMANN B. 12. 1893 Wald/Schweiz 5.
B. 1951 Schweiz, Osterreich, Espana, Italia
Ernst 30. 3.1953 Zürich/Schweiz
96 SCHIWY r~ i 5. 2. 1904 Gelsenkirchen/Westfalen-*)
5. B. 1951 Deutschland (Nordrhein-Westfalen)
Emil ~ 26.10. 1980
97 SCHUMACHER 4 10. 2. 1912 HoltumNerden
*) 5. B. 1951 Deutschland (Bremen, Oldenburg,
Hermann e Niedersachsen, Ostfriesland),
■d ® Nederland
98 TANSAHSAMI 19. 4.1921 ! Surabaya/Indonesia 5. 8.1951 Indonesia
Hendra h
99 WINTERMANTEL 18. 4. 1904 Pforzheim/Baden
*) 5. B. 1951 Deutschland (Baden)
Willi 19. 4. 1981
100 ERASMUS 9. 1. 1904 Ventersburg/South Africa 18. 5. 1952 South Africa
Philippus Jacobus il 1954
101 REDJAPAWIRA 18. 8.1888 Purwodadi/Indonesia 1. 6.1952 Indonesia
Kasam 2. 9.1969 Purwodadi/Indonesia 31.10.1965
102 * STRECKEISEN 19. 10. 1905 St. Gallen/Schweiz B. 6. 1952 Schweiz, Osterreich,
CSSR, Espana,
Ernst j J B. 11. 1978 Capetown/South Africa Italia, Jugoslavija, Polska,
■1 Qx Deutschland (Württemberg)
* 15. 2. 1975 w
103 STARTZ 2. B. 1906 Weidenstetten/Württemberg *) 13. 7. 1952 Deutschland (Bayern)
Eugen r"
~4 49
De met geel aangeduide "Apostelen" waren allen vrienden van Friedrich Bischoff, en Allen lid Hitler gezind in de tweede wereldoorlog. Net als de Bischoffen zelf. Op deze wijze verkreeg Friedrich Bischoff steeds meer macht. Hij had macht over alles.
Wij willen u nog enige bladzijden uit het Apostel register tonen, Duidelijk is te zien dat er Na de Vrijlating van Friedrich uit gevangenschap der geallieerden. Vele Apostel inzettingen zijn, allen dus vrienden.
Naam Geboortedag en -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Sterfdag en -plaats als Apostel gebied
68 SCHNEIDER 31-12-1877 Hüntwangen (Zwitserland) 13-10-1935 Zwitserland
Rudolf 26-1-1956 Rorschach (Zwitserland)
werkzaam tot 1951
69 HINZ 16-5-1881 Stobey/Oostpruisen 7-6-1936 Oostpruisen, Westpruisen
Gottfried oorlogswinter 1944/45 Oostpruisen (verdwenen)
70 LUDWIG 30-11-1882 Marienthal/Saksen 27-11-1938 Württemberg, Beieren
Carl 8-5-1952 Heilbronn/Württemberg
71 JOCHEMS 29-7-1879 Vianen a/d Lek (Nederland) 15-1-1939 Nederland, België
Jan 10-2-1947 Utrecht (Nederland)
werkzaam tot 1946
72 GANTNER 12-11-1872 Waldkirch bij St. Gallen (Zwitserland) 7-5-1939
Zuid-Amerika
Eduardo 11-10-1948 Coronel Suarez (Argentinië)
73 GOTTINGER 10-1-1907 Schaffhausen (Zwitserland) 7-12-1941 Zwitserland,
Frankrijk,
• Otto 5-7-1960 Zofingen (Zwitserland) Spanje
werkzaam tot 1954
74 TOPLISEK 25-5-1886 Anovec/Stiermarken (Oostenrijk) 21-5-1944 Argentinië
José 21-11-1963 Buenos Aires (Argentinië)
werkzaam tot 1950
75 FENDT Sr. 3-3-1896 New York (U.S.A.) 2-7-1944 U.S.A., Canada, Engeland
John P. werkzaam tot 1966
76 PAASMAN 8-11-1886 Meppel (Nederland) 21-7-1946 Nederland, België
Berend Frederik 22-5-1948 Leeuwarden (Nederland)
/
Naam g Geboortedag en -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel
77 RUFENACHT 9-1-1899 Eggenberg bij Bern (Zwitserland) 28-7-1946 Uruguay
Godofredo werkzaam tot 1957
78 WEINMANN 14-9-1901 Eberbach/Baden 25-8-1946 Noord-Duitsland en
Karl Scandinavië
79 SCHMIDT 21-12-1891 Neuemühle/Westfalen 28-9-1948 Westfalen, later Rheinland
Walter vanaf 7-7-1960
Stamapostel
80 OBERLÄNDER 28-11-1900 Quedlinburg/Harz 27-10-1946 Saksen-Anhalt/DDR
Heinrich
81 WUCHERPFENNIG 13-5-1903 Kaapstad (Zuid-Afrika) 19-1-1947 Zuid-Afrika
Otto 3-3-1948 Windhoek (Zuid-West-Afrika)
82 ABICHT 23-12-1901 Kassel/Hessen 20 4 1947 Australië, Zuid Afrika,
Arno Erdmann Hermann 27-9-1957 bij Caraguatay/Misiones • Zuid-Amerika
(Argentinië) auto-ongeval
83 HIBY 1-2-1899 Wuppertal/Westfalen 27-7-1947 U.S.A.
Ewald Cornelius August 16-12-1963 Chicago (U.S.A.)
84 KAMPHUIS 7-6-1889 Bussum (Nederland) 15-8-1948 Nederland, gedeelte van
Gerrit werkzaam tot 1954 België
85 DEHMEL 2-12-1903 Oberhausen/Rheinland 3-10-1948 Rheinland
Siegfried 29-6-1963 Bad Salzuflen/Westfalen
werkzaam tot 1955
Naam Geboortedag en -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel
86 MALAN 19-7-1918 Paarl (Zuid-Afrika) 6-11-1949 Zuid-Afrika
D. C. Smuts 4-2-1968 Windhoek (Zuid-West-Afrika)
werkzaam tot 1954
87 ROCKENFELDER 30-4-1904 Mainz 5-2-1950 Hessen, Luxemburg, gedeelte
Gottfried van België, Griekenland,
Nabije Oosten, Ghana
88 WICHT 19-12-1899 Vesser/Thüringen 19-3-1950 Saksen, Thüringen/DDR
Rudolf 3-9-1959 Weimar/Thüringen
89 VOLZ 13-2-1893 Sindelfingen/Württemberg 9-4-1950 Württemberg
Gotthilf 6-3-1967 Kirchheim a/d Teck/Württemberg
werkzaam tot 1965
90 HAHN 6-3-1909 Villingen/Baden 10-9-1950 Baden
Friedrich werkzaam tot 1967
91 GLESSMANN 9-4-1904 Lodz (Polen) 29-10-1950 Argentinië
Edmundo werkzaam tot 1957
92 TIEDT 30-3-1907 Neustrelitz/Mecklenburg 3-6-1951 Mecklenburg/DDR
Herbert
93 BISCHOFF 31-3-1909 Frankfurt a/d Main 5-8-1951 Rheinland-Pfalz
Friedrich
94 DAUBER 1-3-1897 Wimmenau/Elzas (Frankrijk) 5-8-1951 Frankrijk, Saarland
Chrétien '
-
—S-
Naam Geboortedagen -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel
95 ESCHMANN 8-12-1893 Wald bij Zürich (Zwitserland) 5-8-1951 Zwitserland,
Oostenrijk
Ernst 30-3-1953 Zürich (Zwitserland)
96 SCHIWY 5-2-1904 Gelsenkirchen/Westfalen 5-8-1951 Westfalen
Emil
97 SCHUMACHER 10-2-1912, bij Verden/Bremen 5-8-1951 Bremen, Oldenburg, Oost-
Herman Friesland, later Nederland
98 WINTERMANTEL 18-4-1904 Pforzheim/Baden 5-8-1951 Baden
Willi
99 TANSAHSAMI 19-4-1921 Soerabaya (Indonesië) 5-8-1951 Indonesië
Hendrik
100 ERASMUS 9-1-1904 Ventersburg (Zuid-Afrika) 18-5-1952 Zuid-Afrika
Philippus Jacobus werkzaam tot 1954
101 REDJAPAWIRA 18-8-1888 Purwodadi (Java) 1-6-1952 Indonesië
Kasam 2-9-1969 Purwodadi (Java)
werkzaam tot 1965
102 STRECKEISEN 19-10-1905 St. Gallen (Zwitserland) 8-6-1952 Zwitserland,
Oostenrijk,
Ernst Polen, Joegoslavië, Italië,
Spanje, Tsjecho-Slowakije,
later Württemberg
103 STARTZ 2-8-1906 Weidenstetten/Württembera 13-7-1952 Beieren
Rappers
Naam Geboortedag en -plaats
Voornaam Sterfdag en -plaats
Ambtsinzetting
als Apostel
Arbeldsgebled
104 JAGGI 4-7-1897 wil (Zwitserland) 13-7-195? Württemberg
Wilhelm werkzaam tot 1970
105 SCHMIDT 25-11-1906 Woltersdorf bij Berlijn 12-4-1953 Berlijn,
Brandenburg/DDR
Wilhelm
106 KNAUPMEIER 18-8-1900 Bad Salzuflen/Westfalen 26-4-1953 Westfalen
Wilhelm 18-5-1968 Herford/Westfalen
107 GERKE 31-1-1908 Braunschweig 28-6-1953 Australië, Nieuw-Zeeland
Otto W.
108 HERRMANN 23-5-1899 Jagstheim bij Crailsheim/Württemberg 27-9-1953
Württemberg
Gottlob 1-11-1967 Ulm/Württemberg
109 DUNKMANN 22-11-1898 Duisburg/Bruckhausen 4-10-1953 Rheinland
Ernst Friedrich werkzaam tot 1955
110 BAUR 11-10-1896 Sarmenstorf (Zwitserland) 11-10-1953 Zwitserland
Joseph 25-1-1957 Zürich (Zwitserland)
111 HÄNNI 29-10-1913 Vogelsang (Zwitserland) 11-10-1953 Zwitserland
Hermann
112 IIIGELIN 30-12-1909 Hirsingen bij Mülhausen/Elzas 8-11-1953 Frankrijk,
Saarland
Joseph 16-4-1957 Straatsburg (Frankrijk)
113 BISCHOFF 15-3-1897 Beerta (Nederland) 28-2-1954 Nederland, gedeelte van
Tjark 24-11-1970 Apeldoorn (Nederland) België
werkzaam tot 1969
1
Naam Geboortedag en -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel .
114 SWART 21-6-1909 Montagu (Zuid-Afrika) 18-7-1954 Zuid-Afrika
Joseph Johannes Matthijs
werkzaam tot 1954
115 BELL 2-4-1909 Grahamstown (Zuid-Afrika) 12-8-1954 Zuid-Afrika (Transvaal,
John Robert Oranje Vrijstaat, Natal,
Oostel. Kaap-Provincie)
116 KREUNEN 10-8-1880 Doetinchem (Nederland) 12-9-1954 Zuid-Afrika (Transvaal,
Jacobus R. werkzaam tot 1965 Oranje Vrijstaat, Natal,
Oostel. Kaap-Provincie)
117 THOMAS 5-10-1916 Creglingen/Württemberg 17-10-1954 Württemberg
Georg
118 BOER 24-11-1921 Sliedrecht (Nederland) 12-12-1954 Zuid-Afrika, later Amerika
Arie werkzaam tot 1967
119 FERNANDES 25-6-1910 Kaapstad (Zuid-Afrika) 12-12-1954 Rhodesië, Zambia,
Malawi
Hubert Howes
120 GUT 18-7-1912 Frankfurt a/d Main 12-12-1954 Zuid-Afrika (Westel. Kaap-
Karl Rudolf Provincie, met inbegrip van
Zuid-West-Afrika)
121 HENWOOD 15-8-1901 Mzimba (Njassaland) 12-12-1954 Zuid-Afrika (Rhodesië,
George Mkandabile 15-9-1963 (tijdens een dienstreis in Rhodesië) Njassaland)
122 DE LISEN 12-1-1918 Eidsvold/Queensland (Australië) 3-4-1955 Australië,
Nieuw-Zeeland
Naam Geboortedag en -plaats Ambtslnzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel
123 KRAUS 26-3-1908 Meeburg in Zevenburgen (Roemenië) 26-6-1955, U.S.A., Canada,
Engeland,
Michaël later Jamaica, Roemenië,
Venezuela, Mexico, Japan,
India, Ceylon, Nigeria
124 GURTNER 26-12-1906 Wenen (Oostenrijk) 24-7-1955 Oostenrijk, Tsjecho-
Max Slowakije, Polen,
Joegoslavië
125 MARTASUDARMA 12-7-1899 Ladjer (Java) 15-2-1956 Java
Rodek Markam werkzaam tot 1965
126 SCHNEIDER 15-11-1909 Hüntwangen (Zwitserland) 10-6-1956 Zwitserland
Rudolf
127 FERNANDES 28-3-1917 Kaapstad (Zuid-Afrika) 24-3-1957 Rhodesië, Malawi,
Zambia
Andrew James
128 ZIMMERMANN 19-9-1909 Olten (Zwitserland) 16-7-1957 Zwitserland
Ernst
129 LEWITUS 6-12-1900 Saaz (heden Tsjecho-Slowakije) 27-10-1957 Uruguay,
Paraguay
Federico
130 MARTON 16-6-1914 Vicuna Mackenna (Argentinië) 27-10-1957 Argentinië,
Brazilië, Chili
Aureliano A. Cesare
131 BUDDEN 7-2-1910 Saldanha Bay (Zuid-Afrika) 22-6-1958 Zuid-Afrika (Transvaal,
Albert 15-4-1971 Pretoria Oranje Vrijstaat, Natal,
Oostel. Kaap-Provincie)
Ambtsinzetting Arbeldsgebled
als Apostel
Naam Geboortedag en -plaats
Voornaam 1 Sterfdag en -plaats
132 BHULANA 22-10-1911 Ndofela-gebergte (Zuid-Afrika) 12-10-1958 Zuid-Afrika
(Transvaal,
Stuart Mboneleli Oranje Vrijstaat, Natal,
Oostel. Kaap-Provincie)
133 KORTOM 25-5-1912 Berlijn 31-12-1958 Berlijn, later Saksen,
Kurt Thüringen
134 DICKE 18-2-1904 Grund bij Keulen 16-10-1960 Rheinland
Rudolf
135 KITCHING 29-11-1920 Knysna (Zuid-Afrika) 16-8-1964 Zuid-Afrika (Westel.
Kaap-
Johann Rissik Provincie en Zuid-West-
Afrika)
136 MITAS 15-10-1929 Gouda (Zuid-Afrika) 16-8-1964 Zuid-Afrika (Westel. Kaap-
Adam Adonis Provincie en Zuid-West-
Afrika)
137 NJAMBA 6-12-1904 Senanga (Barotseland) 16-8-1964 Zambia
Jeremiah Kaputengi
138 STEINWEG 28-2-1920 Braunschweig 27-6-1965 Hannover, West-Berlijn
Arno
139 BIANCHI 24-1-1922 Buenos Aires (Argentinië) 26-6-1966 Argentinië, Brazilië,
Chili
Pablo Alfredo
140 ENGELAUF 19-12-1924 Bielefeld 23-10-1966 Westfalen
Naam Geboortedag en -plaats Ambtsinzetting Arbeldsgebled
Voornaam Sterfdag en -plaats als Apostel
141 WARGOMARTOJO 5-4-1908 Bontul (Indonesië) 23-10-1966 Indonesië
7 Raden Jusak
142 FENDT Jr. 25-11-1924 New York (U.S.A.) 15-10-1967 U.S.A.
John W.
143 KOHNLE 14-2-1923 Unterbrüden bij Backnang/Württ. 25-2-1968 Württemberg
Karl
144 KARNICK 25-7-1928 Vrijstaat Danzig 25-5-1969 Saksen-Anhalt/DDR
Siegfried
145 KÖHLER 10-7-1910 Leipzig 25-5-1969 Saksen/DDR
Artur
146 VOLZ 19-12-1924 Nürtingen/Neckar 7-6-1970 Württemberg
Zo kunt u zelf tellen hoeveel "Apostelen" er door Friedrich Bischoff worden uitverkoren om door zijn Vader in het Ambt te worden gezet. En dat zijn er nogal wat. Zo verkrijgt Friedrich de kerkmacht.
Maar er is nog iets te vertellen over deze dienst op 5 augustus 1951.
De Stamapostelhelper Heinrich Franz Schlaphof ( Zuid-Afrika) en
Stamapostelhelper voor het zuidelijke halfrond was toch een geduchte concurrent
ten aanzien van de Kerkmacht. Friedrich Bischoff heeft hem bespeeld en voor zijn
eigen plannen gewonnen door hem in deze zelfde dienst te laten bevorderen tot
Stamapostelhelper voor de hele wereld...Zo had Friedrich van hem geen last.
Maar... bij thuiskomst in Zuid-Afrika lag daar een brief Waarin Schlaphoff werd
medegedeeld dat hij van zijn Ambt als Stamapostelhelper ontheven was. Maar wel
doorwerkte als DistrictApostel. Ook is het belangrijk dat ten dien tijde
Peter Kuhlen OOK werkzaam was als Stamapostelhelper. Daarbij moeten wij
uitdrukkelijk vermelden dat dit alles geschiede enige maanden voor de zogenaamde
"Stamapostel boodschap van Bischoff"
Bron van dit register: Geschiedenis van het werkgods 1e Band.
Over enige tijd zullen wij verder gaan met publiseren.
Bron: Het boekje Ernst Strekeisen, uitgegeven bij: Verlag Friedrich Bischoff, Frankfurt am Main. (Duitsland)
Foto's : Verlag FB.
Geplaatst op 02-01-2007 Geüpdate: 04-01-2007 Terug naar index Terug naar navigatie Streckeisen. info@apostolischekritiek.nl