100 Jahre Peter Kuhlen

Zur Erinnerung an Peter Kuhlen. Am 30. September 1999 wäre Apostel Peter Kuhlen 100 Jahre alt geworden. 1948 war Peter Kuhlen zum Nachfolger des 77jährigen Stammapostels Bischoff designiert worden. Insofern war er persönlich betroffen, als Bischoff ab 1950/51 die Wiederkunft Jesu Christi noch zu seinen eigenen Lebzeiten in Aussicht stellte. Kuhlen reichte deshalb im November 1950 seinen Rücktritt als Stammapostelhelfer ein. Als Bezirksapostel in Nordrhein-Westfalen blieb er jedoch im Amt. Wegen seines fortgesetzten Widerspruchs gegenüber Bischoffs Botschaft vom Kommen Jesu Christi wurde Kuhlen am 23. Januar 1955 schließlich von der Apostelversammlung sämtlicher Ämter enthoben und aus der NAK ausgeschlossen. Das Verdikt traf noch weitere Amtsträger, Kuhlen jedoch wurde zum Symbol für eine der schwersten und gewiß auch menschlich problematischsten Krisen der NAK nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit Kuhlen verließen etwa 20 000 neuapostolische Gemeindeglieder aus dem Apostelbezirk Düsseldorf ihre Kirche. Bereits im Sommer 1956 konnte die “Vereinigung der Apostel der Apostolischen Gemeinden" gegründet werden später die “Vereinigung der Apostolischen Gemeinden". Die Apostolische Gemeinschaft kennt bis heute das Apostelamt, dieses wird jedoch nur als “leitendes kirchliches Lehramt" verstanden und begründet keinen besonderen Exklusivitätsanspruch. Das Amt des Stammapostels gibt es in den Apostolischen Gemeinden nicht.

Die Hoffnung Kuhlens und seiner Freunde, die NAK würde sich von der problematischen Botschaft ihres Stammapostels distanzieren, wurde nicht erfüllt. Zwar erwiesen sich die Vorbehalte Kuhlens und seiner Freunde spätestens mit Bischoffs Tod am 6. Juli 1960 als berechtigt, dennoch blieb das Zerwürfnis bestehen, da aus Sicht der NAK ‹ der Stammapostel sich nicht geirrt haben kann.

Als Kuhlen zehn Jahre später in den verdienten Ruhestand ging, schrieb ihm Kurt Hutten: “Mit großer Bewegung habe ich im Herold gelesen, daß Sie am 5. April in den Ruhestand treten werden. Und ich habe mich gefreut, daß Ihres Lebenswerkes mit so viel Dank und Anerkennung gedacht wurde. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen ebenfalls die Hand reiche und Ihnen danke. Ich bin zwar nur ein Außenstehender, aber ich habe die Geschehnisse und damit auch Ihren Weg
mit innerer Anteilnahme verfolgt.

Es war eine tiefe Tragik, daß Sie vom Amt des Stammapostelhelfers und designierten Nachfolgers von J. G. Bischoff zurücktreten mußten, eine Tragik nicht für Sie, sondern für die Neuapostolische Kirche. Denn mit Ihnen wäre ein Mann an die Spitze getreten, der in der Bindung an das biblische Wort den maßlosen Auswucherungen des Stammapostelamtes Einhalt geboten und die ganze Kirche wieder auf eine gesunde Basis gestellt hätte.

Es war Ihnen nicht vergönnt, Ihre Überzeugung innerhalb der Neuapostolischen Kirche durchzusetzen. Aber Sie haben einen tapferen Kampf gekämpft. Wer ein wenig Einblick in die inneren Verhältnisse und die geistige Atmosphäre der Neuapostolischen Kirche jener Jahre hatte, der konnte ermessen, wie viel Mut und Glaubenskraft nötig war, diesen Kampf durchzustehen. Und nach dem durch Ihre Ausstoßung besiegelten Bruch lag die schwere Last der Sammlung und Leitung der mit Ihnen verbundenen Gemeinden auf Ihren Schultern. Sie haben sich als ein guter Hirte erwiesen, haben gleichermaßen für die äußeren Dinge wie für die geistliche Nahrung gesorgt und haben, vor allem den Gemeinden das Bild eines Apostels vorgelebt, der seine Würde nicht in geistlichen Machtansprüchen sucht, sondern in der Demut des Dienstes und der auch die Gläubigen zur Demut ruft."

Obwohl es immer wieder Gesprächskontakte zwischen der Vereinigung Apostolischer Gemeinden und der NAK gibt, ist die zwischen ihnen liegende Kluft bis heute nicht überwunden. Die Apostolische Gemeinschaft kennt keinen Exklusivitätsanspruch, ihr Düsseldorfer Zweig ist seit 1994 sogar Mitglied der regionalen ACK

 

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