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Inhaltsverzeichnis
Vorwort des Stammapostels
1. Äussere Faktoren / Allgemein
1.1 Entfernung Wohnsitz / Kirche
1.2 Altersstruktur der Mitglieder
1.3 Sozialstruktur der Mitglieder
1.4 Erscheinungsbild des Gottesdienstlokals
1.5 Der Vorsteher als Leitbild
1.6 Der Ämterkreis als Spiegel der Gemeinde
1.7 Die Geschwister und die Gemeinde-Atmosphäre
2. Strukturelle Faktoren
2.1 Ältestenbezirke
2.2 Grösse der Gemeinden
2.3 Grösse der Priesterbezirke
3. Steigerung des Erkenntnis- und Wissensstandes der Ämter
4. Verbesserung der Motivation und Identifikation von Ämtern und
Geschwistern
5. Betreuung der Kinder und Jugend
Vorwort des Stammapostels
Meine lieben Brüder,
mit dieser Schrift "Anregungen und Vorschläge" möchte ich Euch eine
Anleitung für die weitere segensreiche Arbeit in Euren Bereichen an die
Hand geben.
Wir haben den Wunsch, dass in den Gemeinden eine Belebung der
Gemeinschaft eintritt, besonders der Gottesdienstbesuch verbessert wird.
Es gibt viele positive, aber auch negative Faktoren, die den
Gottesdienstbesuch beeinflussen.
Nachfolgende Gedanken sollen Euch eine Hilfe sein und dazu beitragen,
dass die Freude am Herrn weiterhin unsere Stärke bleibt. Es ist
verständlich, dass unsere Gemeinden unterschiedlich strukturiert sind,.
Örtlichen Gegebenheiten muss immer Rechnung getragen werden.
Die Apostel und Bischöfe sollten nach Rücksprache mit ihrem
Bezirksapostel die Situation und Möglichkeiten in den einzelnen Bezirken
mit Umsicht und Weitsicht untersuchen, um optimale Lösungen zu finden.
Bei diesen Überlegungen soll immer die Liebe zu den anvertrauten
Geschwistern und die Sorge um ihr Seelenheil im Vordergrund stehen. Auf
diese Weise wird es Euch möglich sein, in den Gemeinden und Bezirken das
Wirkungsvollste zu finden. So wünsche ich Euch in dieser Arbeit viel
göttliche Weisheit.
Euer R. Fehr
{subl=1. Äussere Faktoren / Allgemein}
1.1. Entfernung Wohnsitz / Kirche
Weit entfernt wohnende Geschwister bedürfen der besonderen Betreuung und
es muss geprüft werden, ob alle die Möglichkeit zum Besuch des
Gottesdienstes haben.
1.2. Altersstruktur der Mitglieder
Wir finden in einigen Gemeinden aufgrund der Altersstruktur keine
weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Hier sollte versucht werden, durch
Zusammenlegung von Gemeinden oder vorher abgesprochener Zuordnung von
jungen Familien Abhilfe zu schaffen.
1.3. Sozialstruktur der Mitglieder
Es ist darauf zu achten, dass bei unterschiedlichen Sozialstrukturen
dennoch unter den Geschwistern ein ausgewogenes Miteinander vorhanden
ist (Gemeinschaft).
1.4. Erscheinungsbild des Gottesdienstlokals
Das Erscheinungsbild der Kirchen und Versammlungsstätten soll würdig und
angemessen sein. Das bedeutet besonders für Missionsgebiete, dass der
Standard der Kirchen in Bauausführung und Ausstattung dem mittleren
Lebensstandard der Geschwister entspricht. Übertrieben aufwendige Bauten
sollten überall da vermieden werden, wo sie nicht aus Gründen der
Repräsentation (z.B. Zentralkirchen in Hauptstädten) erforderlich sind.
Kirchenrenovierungen sollten in der heutigen Zeit nicht zu "prunkvoll"
ausfallen
1.5. Der Vorsteher als Leitbild
- Motivation und persönlicher Einsatz
- Führungsstil
- Charakterliche Stärken und Schwächen
- Ausprägung der geistlichen Gaben und Tugenden
- Form, Dauer und Gehalt der Predigt
Es ist Aufgabe des Bezirksvorstehers zu überprüfen, ob ein Vorsteher die
genannten Faktoren erfüllt. Dem Vorsteher muss jegliche Hilfestellung zu
seiner Amtsführung gegeben werden. Anleitung und Pflege liegen in
besonderer Verantwortung des Bezirksvorstehers. Einweisung bei
Neu-Einsetzung ist wichtig!
1.6. Der Ämterkreis als Spiegel der Gemeinde
Der Ämterkreis wirkt sich massgebend auf den Zustand der Gemeinde aus.
Dabei sind folgende Gesichtspunkte ausschlaggebend:
- Harmonisch oder konfliktbeladen
- Geschlossen oder gespalten
- Brüderlich-kooperativ oder egozentrisch-isoliert
- Orientierend oder desorientierend für die Gemeinde
- Ausrichtung in Wort und Verhalten auf die Segensträger (Vorsteher,
Bezirksämter)
- Haltung zu den Geschwistern insgesamt und zu den Randgruppen und
Problemfällen der Gemeinde
- Einsatz und Opferbereitschaft
- Nähe zu den Geschwistern
Noch immer erleben wir, dass in Gemeinden das brüderliche Miteinander
sowie das Verständnis füreinander fehlen. Hierzu ist es Aufgabe der
Vorsteher, durch Gespräche und Hilfestellung dieses herzustellen, wobei
die Bezirksämter mit einbezogen werden sollten.
1.7. Die Geschwister und die Gemeinde-Atmosphäre
Nachfolgende Einstellungen und Verhaltensweisen der Geschwister
beeinflussen die Gemeinde-Atmosphäre:
- Stand der Erkenntnis und der Glaubensfragen
- Inneres Verlangen
- Disziplin (Andacht, Pünktlichkeit)
- Beteiligung am Gemeindeleben
- Innere Einstellung zu den Ämtern in Gemeinde und Bezirk
- Offenheit oder Reserviertheit
- Gemeinschaft aller oder Cliquen
- Umgangston und Umgangsformen
- Aktivität und Passivität
- Wärme oder distanzierte Kühle
- Verbundenheit oder Anonymität
- Historisch belastet oder unbelastet (Bestand der Formellen)
Durch die Vorbild-Wirkung der Amtsbrüder und das vertrauensvolle
Miteinander in der Gemeinde wird eine gute Atmosphäre geschaffen. Jeder
sollte dazu beitragen.
{subl=2. Strukturelle Faktoren}
2.1. Ältestenbezirke
Je nach Geschwisterzahl sollte ein Ältestenbezirk 8 - 13 Gemeinden
umfassen. Dabei sind möglichst die gewachsenen, historischen Strukturen,
die geographischen Gegebenheiten sowie die zeitliche Verfügbarkeit der
Bezirksämter zu berücksichtigen. Bei kleineren Bezirken ist Kooperation
mit Nachbarbezirken in den Bereichen Jugend, Senioren, Chor und
Orchester erforderlich. Je nach Grösse des Ältestenbezirkes sollen den
Ältesten ein oder zwei Bezirksevangelisten zur Seite stehen, die ihn
vertreten und in den bezirklichen Aufgaben entlasten und ergänzen. In
der Regel sollten die Bezirksämter nicht auch noch Vorsteher einer
Gemeinde sein. Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bezirksämter mit
sinnvoller Aufgabenverteilung zwischen dem Bezirksältesten und
Bezirksevangelisten im Ältestenbezirk trägt wesentlich zum Erfolg bei.
Leider mangelt es oft noch an der Fähigkeit, Aufgaben und Entscheidungen
zu delegieren. Die Seelsorge der ihnen anvertrauten Ämter, besonders die
persönliche Kenntnis der Nachwuchskräfte sollte allen Bezirksämtern ein
besonderes Anliegen sein. Im Dienstplan des Ältestenbezirkes ist im
Rahmen der Möglichkeiten eine abwechslungsreiche Bedienung der Gemeinden
sicherzustellen. Die Einladung von Ämtern zu Bischofs- und
Apostel-Gottesdiensten sollte sich nicht ausschliesslich auf den Kreis
der Vorsteher beschränken. Es ist zu vermeiden, dass im kirchlichen
Leben "überpriviligierte Gruppen" entstehen, die an allen herausragenden
Ereignissen teilnehmen, während die "zweite Garnitur" stets davon
ausgeschlossen bleibt. Wo man hier nicht flexibel handelt, sind
Frustrationen im Ämterkreis vorprogrammiert.
- Aufgrund der neuen Gottesdienstordnung sollten in allen Bereichen der
Apostel die Bezirke auf die Anzahl der Gemeinden überprüft werden.
- Es muss sichergestellt sein, dass der Bezirksvorsteher seine Gemeinden
ausreichend besuchen kann.
- Eventuell sollten Umstrukturierungen (kleine Bezirke) vorgenommen
werden. Dies muss mit Einfühlungsvermögen und guter Vorbereitung
erfolgen, damit Unruhe vermieden wird.
2.2. Grösse der Gemeinden
Die Auswertung der statistischen Daten und der seelsorgerischen
Erfahrungen zeigt, dass es eine kritische Ober- und Untergrenze in der
Gemeindegrösse gibt. Die optimale Gemeindegrösse liegt zwischen 100 bis
300 Geschwistern. Ab 500 Gliedern entsteht immer mehr Anonymität und
schwächt die Bindung untereinander die persönliche Initiative und den
Willen zur Mitarbeit. Häufig beginnt ein "Nebeneinander" an der Stelle
des "Miteinanders". Gemeinden unter 50 Gliedern bilden häufig keine
aktionsfähigen und anziehenden Teilgruppen mehr. (Sonntagsschule, Jugend,
Chor, Senioren) Wo sie aus räumlich-strategischen Gründen nicht
aufgegeben oder zu grösseren Gemeinden zusammengefasst werden können,
ist eine intensive nachbarschaftliche Kooperation bei Kindern,
Jugendlichen, Sängern und Senioren gefordert.
Hinweis: Die Bezirksämter sollen aufgrund der vorstehenden Anmerkungen
alle von ihnen zu betreuenden Gemeinden überprüfen. Notwendige
Massnahmen werden mit dem zuständigen Bischof/Apostel abgesprochen. Zur
Entscheidungsfindung sind diese dem Bezirksapostel vorzulegen.
2.3. Grösse der Priesterbezirke
Um eine regelmässige Familien-Seelsorge zu gewährleisten, ist bei der
Vielzahl der Aufgaben eine ausreichende Anzahl von Ämtern anzustreben.
Stärkeres Augenmerk ist auf die Hausbesuche in den Familien der
Amtsträger zu richten, da diese oft vernachlässigt werden. Jede Stufe
der Amtshierarchie ist für die Seelsorge der ihr nachgeordneten
verantwortlich. Es ist zwar eine angemessene Besuchsfrequenz von
Bedeutung (s. Richtlinien), damit der Kontakt zu den Geschwistern nicht
Schaden leidet, wichtiger jedoch ist die glaubensbezogene Qualität der
Familienbesuche. Im Sinne der Richtlinien ist hierauf besonderes Gewicht
zu legen. Der Familienbesuch muss ein positives Erleben für die
Besuchten sein.
Hinweis: Die Bezirksämter/Vorsteher sind verantwortlich, dass die
priesterlichen Ämter ein Vertrauensverhältnis aufbauen und entsprechende
Gemeinschaft pflegen. Jeder Priester muss sich seiner hohen
Verantwortung als Seelsorger innerhalb der Gemeinde bewusst sein. Es ist
anzustreben, in den Gemeinden den Bedarf an Priestern so abzudecken,
dass eine Versorgung der Familien - auch unter den beruflichen
Belastungen - gewährleistet ist.
{subl=3. Steigerung des Erkenntnis -
und Wissensstandes der Ämter }
Durch geeignete, regelmässige Formen der Ämter-Belehrung müssen die
Amtsträger ausgerüstet werden. In welchen Formen diese Belehrung
stattfinden soll, wird die Projektgruppe Unterweisung für Amtsträger
erarbeiten. Intensive Unterweisung der priesterlichen Ämter zum Umgang
mit den Leitgedanken. "Schulung ersetzt nicht den Heiligen Geist, doch
der Geist kann in der Regel nur das erwecken, was in uns ist."
Hinweis: Besonders ist darauf zu achten, dass bei Ordinationen eine
intensive Einweisung erfolgt. Das gilt für alle Amtsstufen und
Beauftragungen.
{subl=4. Verbesserungen der Motivation und Identifikation
von Ämtern und Geschwistern}
Hierzu folgende Gesichtspunkte:
- Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist für jedes Glied einer
Gemeinschaft wichtig.
- Es müssen alle Geschwister fühlen, dass sie ernstgenommen, respektiert
und wertgeschätzt werden.
- Wo kein Gestaltungsraum ist, gestaltet keiner mehr.
- Wo keine Mitverantwortung zugestanden wird, fehlt auch die
Bereitschaft zur Mitarbeit.
Nur wo sich ein gutes "Wir-Gefühl" entwickelt, bleibt die Motivation
erhalten und gelingt die glaubensbewusste Identifikation mit der
Gemeinde und der Kirche. Diese wichtigen Grundeinstellungen können im
Rahmen der gemeinschaftsfördernden aussergottesdienstlichen Aktivitäten
besonders gut bewirkt werden (Fellowship, Kinder- und
Gemeinde-Aktivitäten, Aktionen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit,
Gesang und Musik etc.).
Hinweis: Die Vorsteher/Bezirksämter sollten darauf achten, dass für die
unterschiedlichsten Aufgaben nach Möglichkeit geschulte Brüder/Schwestern
zum Einsatz kommen. Ebenso ist darauf zu achten, dass alle Helfer ihren
Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Zum Beispiel:
- Pädagogen/innen im Unterrichtswesen
- Geschulte Fachleute für Gesang und Musik
{subl=5. Betreuung der Kinder und Jugend}
In unserer Zeit erkennen wir, dass unser Blick in besonderer Weise auf
die Kinder und Jugendlichen zu richten ist. Es ist gut zu sehen, dass
für die Vorsonntagsschule, Sonntagsschule und Konfirmandenunterricht
bereits entsprechendes Material vorhanden ist und für den
Religionsunterricht in Kürze zur Verfügung steht. Nachholbedarf erkennen
wir in der Arbeit mit der Jugend. Hier sollten besondere Schwerpunkte
gesetzt werden. Die allgemein bekannten Anleitungen genügen in heutiger
Zeit nicht mehr den Anforderungen. Die Projektgruppe Jugendpflege
erarbeitet entsprechende Vorgaben für die Jugendarbeit. Als eine "Sofortmassnahme"
können folgende Hinweise behilflich sein:
- Eine Überprüfung, ob jeder Jugendbeauftragte geeignet ist.
- Ein Jugendbeauftragter muß die Jugend verstehen, ihre Probleme ernst
nehmen und sicher führen können.
- Werden in allen Gemeinden Jugendbeauftragte benötigt?
- Ist es möglich, noch mehr Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden
zusammenzuführen (da nicht in allen Gemeinden geeignete Brüder vorhanden
sind)?
- Jugendbeauftragte sollten vorrangig für diese Arbeit eingesetzt
werden.
- Ein Jugendbeauftragter muß Zeit für die Jugend haben und Gespräche
führen können.
- Vertrauensverhältnisse müssen aufgebaut werden.
- Jugendstunden ähnlich Gottesdienst sind heute nicht zeitgemäss.
- Jugendliche wollen Themen erarbeiten/mitarbeiten, Gegenwartsfragen
besprechen und begeistert werden.
- Überprüfung: Wie häufig finden Jugendstunden statt?
- Hat jeder Jugendliche einen Ansprechpartner in der Gemeinde/Bezirk?
Hier können die Bezirksämter/Vorsteher direkt eingreifen und eventuell
notwendig werdende Veränderungen vornehmen, da eine von der
Kirchenführung eingesetzte Projektgruppe einen gewissen Vorlauf benötigt. |