Anleitung für »segensreiche Arbeit«
 
Ergebnisse der Projektgruppe Besuch der Gottesdienste
 
NEUAPOSTOLISCHE KIRCHE INTERNATIONAL Projektgruppe Besuch der Gottesdienste - Anregungen und Vorschläge Stand: 17. August 1999
 
Inhaltsverzeichnis



Vorwort des Stammapostels

1. Äussere Faktoren / Allgemein
1.1 Entfernung Wohnsitz / Kirche
1.2 Altersstruktur der Mitglieder
1.3 Sozialstruktur der Mitglieder
1.4 Erscheinungsbild des Gottesdienstlokals
1.5 Der Vorsteher als Leitbild
1.6 Der Ämterkreis als Spiegel der Gemeinde
1.7 Die Geschwister und die Gemeinde-Atmosphäre

2. Strukturelle Faktoren
2.1 Ältestenbezirke
2.2 Grösse der Gemeinden
2.3 Grösse der Priesterbezirke

3. Steigerung des Erkenntnis- und Wissensstandes der Ämter

4. Verbesserung der Motivation und Identifikation von Ämtern und Geschwistern

5. Betreuung der Kinder und Jugend

 
Vorwort des Stammapostels



Meine lieben Brüder,
mit dieser Schrift "Anregungen und Vorschläge" möchte ich Euch eine Anleitung für die weitere segensreiche Arbeit in Euren Bereichen an die Hand geben.

Wir haben den Wunsch, dass in den Gemeinden eine Belebung der Gemeinschaft eintritt, besonders der Gottesdienstbesuch verbessert wird. Es gibt viele positive, aber auch negative Faktoren, die den Gottesdienstbesuch beeinflussen.
Nachfolgende Gedanken sollen Euch eine Hilfe sein und dazu beitragen, dass die Freude am Herrn weiterhin unsere Stärke bleibt. Es ist verständlich, dass unsere Gemeinden unterschiedlich strukturiert sind,. Örtlichen Gegebenheiten muss immer Rechnung getragen werden.

Die Apostel und Bischöfe sollten nach Rücksprache mit ihrem Bezirksapostel die Situation und Möglichkeiten in den einzelnen Bezirken mit Umsicht und Weitsicht untersuchen, um optimale Lösungen zu finden.

Bei diesen Überlegungen soll immer die Liebe zu den anvertrauten Geschwistern und die Sorge um ihr Seelenheil im Vordergrund stehen. Auf diese Weise wird es Euch möglich sein, in den Gemeinden und Bezirken das Wirkungsvollste zu finden. So wünsche ich Euch in dieser Arbeit viel göttliche Weisheit.
Euer R. Fehr

{subl=1. Äussere Faktoren / Allgemein}


1.1. Entfernung Wohnsitz / Kirche
Weit entfernt wohnende Geschwister bedürfen der besonderen Betreuung und es muss geprüft werden, ob alle die Möglichkeit zum Besuch des Gottesdienstes haben.

1.2. Altersstruktur der Mitglieder
Wir finden in einigen Gemeinden aufgrund der Altersstruktur keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Hier sollte versucht werden, durch Zusammenlegung von Gemeinden oder vorher abgesprochener Zuordnung von jungen Familien Abhilfe zu schaffen.

1.3. Sozialstruktur der Mitglieder
Es ist darauf zu achten, dass bei unterschiedlichen Sozialstrukturen dennoch unter den Geschwistern ein ausgewogenes Miteinander vorhanden ist (Gemeinschaft).

1.4. Erscheinungsbild des Gottesdienstlokals
Das Erscheinungsbild der Kirchen und Versammlungsstätten soll würdig und angemessen sein. Das bedeutet besonders für Missionsgebiete, dass der Standard der Kirchen in Bauausführung und Ausstattung dem mittleren Lebensstandard der Geschwister entspricht. Übertrieben aufwendige Bauten sollten überall da vermieden werden, wo sie nicht aus Gründen der Repräsentation (z.B. Zentralkirchen in Hauptstädten) erforderlich sind. Kirchenrenovierungen sollten in der heutigen Zeit nicht zu "prunkvoll" ausfallen

1.5. Der Vorsteher als Leitbild
- Motivation und persönlicher Einsatz
- Führungsstil
- Charakterliche Stärken und Schwächen
- Ausprägung der geistlichen Gaben und Tugenden
- Form, Dauer und Gehalt der Predigt

Es ist Aufgabe des Bezirksvorstehers zu überprüfen, ob ein Vorsteher die genannten Faktoren erfüllt. Dem Vorsteher muss jegliche Hilfestellung zu seiner Amtsführung gegeben werden. Anleitung und Pflege liegen in besonderer Verantwortung des Bezirksvorstehers. Einweisung bei Neu-Einsetzung ist wichtig!

1.6. Der Ämterkreis als Spiegel der Gemeinde
Der Ämterkreis wirkt sich massgebend auf den Zustand der Gemeinde aus. Dabei sind folgende Gesichtspunkte ausschlaggebend:
- Harmonisch oder konfliktbeladen
- Geschlossen oder gespalten
- Brüderlich-kooperativ oder egozentrisch-isoliert
- Orientierend oder desorientierend für die Gemeinde
- Ausrichtung in Wort und Verhalten auf die Segensträger (Vorsteher, Bezirksämter)
- Haltung zu den Geschwistern insgesamt und zu den Randgruppen und Problemfällen der Gemeinde
- Einsatz und Opferbereitschaft
- Nähe zu den Geschwistern

Noch immer erleben wir, dass in Gemeinden das brüderliche Miteinander sowie das Verständnis füreinander fehlen. Hierzu ist es Aufgabe der Vorsteher, durch Gespräche und Hilfestellung dieses herzustellen, wobei die Bezirksämter mit einbezogen werden sollten.

1.7. Die Geschwister und die Gemeinde-Atmosphäre
Nachfolgende Einstellungen und Verhaltensweisen der Geschwister beeinflussen die Gemeinde-Atmosphäre:
- Stand der Erkenntnis und der Glaubensfragen
- Inneres Verlangen
- Disziplin (Andacht, Pünktlichkeit)
- Beteiligung am Gemeindeleben
- Innere Einstellung zu den Ämtern in Gemeinde und Bezirk
- Offenheit oder Reserviertheit
- Gemeinschaft aller oder Cliquen
- Umgangston und Umgangsformen
- Aktivität und Passivität
- Wärme oder distanzierte Kühle
- Verbundenheit oder Anonymität
- Historisch belastet oder unbelastet (Bestand der Formellen)

Durch die Vorbild-Wirkung der Amtsbrüder und das vertrauensvolle Miteinander in der Gemeinde wird eine gute Atmosphäre geschaffen. Jeder sollte dazu beitragen.

{subl=2. Strukturelle Faktoren}


2.1. Ältestenbezirke
Je nach Geschwisterzahl sollte ein Ältestenbezirk 8 - 13 Gemeinden umfassen. Dabei sind möglichst die gewachsenen, historischen Strukturen, die geographischen Gegebenheiten sowie die zeitliche Verfügbarkeit der Bezirksämter zu berücksichtigen. Bei kleineren Bezirken ist Kooperation mit Nachbarbezirken in den Bereichen Jugend, Senioren, Chor und Orchester erforderlich. Je nach Grösse des Ältestenbezirkes sollen den Ältesten ein oder zwei Bezirksevangelisten zur Seite stehen, die ihn vertreten und in den bezirklichen Aufgaben entlasten und ergänzen. In der Regel sollten die Bezirksämter nicht auch noch Vorsteher einer Gemeinde sein. Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bezirksämter mit sinnvoller Aufgabenverteilung zwischen dem Bezirksältesten und Bezirksevangelisten im Ältestenbezirk trägt wesentlich zum Erfolg bei. Leider mangelt es oft noch an der Fähigkeit, Aufgaben und Entscheidungen zu delegieren. Die Seelsorge der ihnen anvertrauten Ämter, besonders die persönliche Kenntnis der Nachwuchskräfte sollte allen Bezirksämtern ein besonderes Anliegen sein. Im Dienstplan des Ältestenbezirkes ist im Rahmen der Möglichkeiten eine abwechslungsreiche Bedienung der Gemeinden sicherzustellen. Die Einladung von Ämtern zu Bischofs- und Apostel-Gottesdiensten sollte sich nicht ausschliesslich auf den Kreis der Vorsteher beschränken. Es ist zu vermeiden, dass im kirchlichen Leben "überpriviligierte Gruppen" entstehen, die an allen herausragenden Ereignissen teilnehmen, während die "zweite Garnitur" stets davon ausgeschlossen bleibt. Wo man hier nicht flexibel handelt, sind Frustrationen im Ämterkreis vorprogrammiert.

- Aufgrund der neuen Gottesdienstordnung sollten in allen Bereichen der Apostel die Bezirke auf die Anzahl der Gemeinden überprüft werden.
- Es muss sichergestellt sein, dass der Bezirksvorsteher seine Gemeinden ausreichend besuchen kann.
- Eventuell sollten Umstrukturierungen (kleine Bezirke) vorgenommen werden. Dies muss mit Einfühlungsvermögen und guter Vorbereitung erfolgen, damit Unruhe vermieden wird.

2.2. Grösse der Gemeinden
Die Auswertung der statistischen Daten und der seelsorgerischen Erfahrungen zeigt, dass es eine kritische Ober- und Untergrenze in der Gemeindegrösse gibt. Die optimale Gemeindegrösse liegt zwischen 100 bis 300 Geschwistern. Ab 500 Gliedern entsteht immer mehr Anonymität und schwächt die Bindung untereinander die persönliche Initiative und den Willen zur Mitarbeit. Häufig beginnt ein "Nebeneinander" an der Stelle des "Miteinanders". Gemeinden unter 50 Gliedern bilden häufig keine aktionsfähigen und anziehenden Teilgruppen mehr. (Sonntagsschule, Jugend, Chor, Senioren) Wo sie aus räumlich-strategischen Gründen nicht aufgegeben oder zu grösseren Gemeinden zusammengefasst werden können, ist eine intensive nachbarschaftliche Kooperation bei Kindern, Jugendlichen, Sängern und Senioren gefordert.
Hinweis: Die Bezirksämter sollen aufgrund der vorstehenden Anmerkungen alle von ihnen zu betreuenden Gemeinden überprüfen. Notwendige Massnahmen werden mit dem zuständigen Bischof/Apostel abgesprochen. Zur Entscheidungsfindung sind diese dem Bezirksapostel vorzulegen.

2.3. Grösse der Priesterbezirke
Um eine regelmässige Familien-Seelsorge zu gewährleisten, ist bei der Vielzahl der Aufgaben eine ausreichende Anzahl von Ämtern anzustreben. Stärkeres Augenmerk ist auf die Hausbesuche in den Familien der Amtsträger zu richten, da diese oft vernachlässigt werden. Jede Stufe der Amtshierarchie ist für die Seelsorge der ihr nachgeordneten verantwortlich. Es ist zwar eine angemessene Besuchsfrequenz von Bedeutung (s. Richtlinien), damit der Kontakt zu den Geschwistern nicht Schaden leidet, wichtiger jedoch ist die glaubensbezogene Qualität der Familienbesuche. Im Sinne der Richtlinien ist hierauf besonderes Gewicht zu legen. Der Familienbesuch muss ein positives Erleben für die Besuchten sein.

Hinweis: Die Bezirksämter/Vorsteher sind verantwortlich, dass die priesterlichen Ämter ein Vertrauensverhältnis aufbauen und entsprechende Gemeinschaft pflegen. Jeder Priester muss sich seiner hohen Verantwortung als Seelsorger innerhalb der Gemeinde bewusst sein. Es ist anzustreben, in den Gemeinden den Bedarf an Priestern so abzudecken, dass eine Versorgung der Familien - auch unter den beruflichen Belastungen - gewährleistet ist.

{subl=3. Steigerung des Erkenntnis -
und Wissensstandes der Ämter }



Durch geeignete, regelmässige Formen der Ämter-Belehrung müssen die Amtsträger ausgerüstet werden. In welchen Formen diese Belehrung stattfinden soll, wird die Projektgruppe Unterweisung für Amtsträger erarbeiten. Intensive Unterweisung der priesterlichen Ämter zum Umgang mit den Leitgedanken. "Schulung ersetzt nicht den Heiligen Geist, doch der Geist kann in der Regel nur das erwecken, was in uns ist."

Hinweis: Besonders ist darauf zu achten, dass bei Ordinationen eine intensive Einweisung erfolgt. Das gilt für alle Amtsstufen und Beauftragungen.


{subl=4. Verbesserungen der Motivation und Identifikation
von Ämtern und Geschwistern}



Hierzu folgende Gesichtspunkte:
- Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist für jedes Glied einer Gemeinschaft wichtig.
- Es müssen alle Geschwister fühlen, dass sie ernstgenommen, respektiert und wertgeschätzt werden.
- Wo kein Gestaltungsraum ist, gestaltet keiner mehr.
- Wo keine Mitverantwortung zugestanden wird, fehlt auch die Bereitschaft zur Mitarbeit.

Nur wo sich ein gutes "Wir-Gefühl" entwickelt, bleibt die Motivation erhalten und gelingt die glaubensbewusste Identifikation mit der Gemeinde und der Kirche. Diese wichtigen Grundeinstellungen können im Rahmen der gemeinschaftsfördernden aussergottesdienstlichen Aktivitäten besonders gut bewirkt werden (Fellowship, Kinder- und Gemeinde-Aktivitäten, Aktionen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, Gesang und Musik etc.).
Hinweis: Die Vorsteher/Bezirksämter sollten darauf achten, dass für die unterschiedlichsten Aufgaben nach Möglichkeit geschulte Brüder/Schwestern zum Einsatz kommen. Ebenso ist darauf zu achten, dass alle Helfer ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Zum Beispiel:
- Pädagogen/innen im Unterrichtswesen
- Geschulte Fachleute für Gesang und Musik

{subl=5. Betreuung der Kinder und Jugend}


In unserer Zeit erkennen wir, dass unser Blick in besonderer Weise auf die Kinder und Jugendlichen zu richten ist. Es ist gut zu sehen, dass für die Vorsonntagsschule, Sonntagsschule und Konfirmandenunterricht bereits entsprechendes Material vorhanden ist und für den Religionsunterricht in Kürze zur Verfügung steht. Nachholbedarf erkennen wir in der Arbeit mit der Jugend. Hier sollten besondere Schwerpunkte gesetzt werden. Die allgemein bekannten Anleitungen genügen in heutiger Zeit nicht mehr den Anforderungen. Die Projektgruppe Jugendpflege erarbeitet entsprechende Vorgaben für die Jugendarbeit. Als eine "Sofortmassnahme" können folgende Hinweise behilflich sein:
- Eine Überprüfung, ob jeder Jugendbeauftragte geeignet ist.
- Ein Jugendbeauftragter muß die Jugend verstehen, ihre Probleme ernst nehmen und sicher führen können.
- Werden in allen Gemeinden Jugendbeauftragte benötigt?
- Ist es möglich, noch mehr Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden zusammenzuführen (da nicht in allen Gemeinden geeignete Brüder vorhanden sind)?
- Jugendbeauftragte sollten vorrangig für diese Arbeit eingesetzt werden.
- Ein Jugendbeauftragter muß Zeit für die Jugend haben und Gespräche führen können.
- Vertrauensverhältnisse müssen aufgebaut werden.
- Jugendstunden ähnlich Gottesdienst sind heute nicht zeitgemäss.
- Jugendliche wollen Themen erarbeiten/mitarbeiten, Gegenwartsfragen besprechen und begeistert werden.
- Überprüfung: Wie häufig finden Jugendstunden statt?
- Hat jeder Jugendliche einen Ansprechpartner in der Gemeinde/Bezirk?

Hier können die Bezirksämter/Vorsteher direkt eingreifen und eventuell notwendig werdende Veränderungen vornehmen, da eine von der Kirchenführung eingesetzte Projektgruppe einen gewissen Vorlauf benötigt.
 TERUG NAAR NAV.PLEINTERUGNAAR NAK NIEUWSIK WIL ANONIEM REAGEREN
gk, 2000-01-01
 
© glaubenskultur Verlag 1996-2005