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Stamapostel Urwyler zijn eerste
dienst.
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Stamapostel Urwyler.
Stammapostel Urwyler
übernimmt seine hohe Aufgabe
Gottesdienst in Zürich-Wiedikon
Am Sonntag, dem 19. November 1978, hielt Stammapostel Hans
Urwyler in Anwesenheit von 42 Aposteln in unserer Kirche in Zürich-Wiedikon den
ersten Gottesdienst in seinem neuen Amt, der nach 769 Orten in 15 Apostelbezirke
in Europa übertragen wurde. Es waren mehr als 245000 Zuhörer angeschlossen.
Nach dem Gebet und dem Chorlied „Wohin soll ich mich wenden..." (CM 75, 1 + 2)
folgte die Lesung des Bibelwortes aus 5. Mose 33, Vers 29:
„Wohl dir, Israel! Wer ist dir gleich? 0 Volk, das du durch den Herrn selig
wirst, der deiner Hilfe Schild und das Schwert deines Sieges ist! Deinen Feinden
wird's fehlen; aber du wirst auf ihren Höhen einhertreten."
Der Stammapostel Urwyler sprach nun zu den Geschwistern:
„Wir alle sind in den letzten Tagen durch viel Tränen geführt worden. Die Schar
der Apostel ist davon nicht verschont geblieben. Alle ihre Mithelfer, die
Amtsträger, sind auch davon betroffen, und alle Brüder und Schwestern ums ganze
Erdenrund konnten die Kunde kaum fassen, daß unser geliebter Stamm
apostel Ernst Streckeisen in die Ewigkeit
gehen mußte und uns hiergelassery hat Aber beugen uns dem willen des Ewigen,
weil wir durch den Stammapostel gelehrt worden sind, daß der liebe Gott keine
Fehler macht. Wohl kann man manches nicht gleich verstehen. Aber wir wollen im
Glauben unseren Weg weitergehen, und der Herr wird mit uns sein. Apostel
Bischoff hat ein kurzes Wort verfaßt, das als Beilage in der Zeitschrift ,Unsere
Familie' Nr. 23 veröffentlicht wurde. In meiner Seele war heute früh der Gedanke,
es euch jetzt vorzulesen."
Der Stammapostel verlas nun den Text der Beilage, die unsere Leser in ihren
Händen haben, dann fuhr er fort:
„Der liebe Gott weiß, wie wir den Stammapostel Streckeisen von ganzer Seele, von
ganzem Herzen und von ganzem Gemüte geliebt haben. Er weiß aber auch, wie der
Stammapostel uns geliebt hat. Er hat alle gleich liebgehabt. Es gab bei ihm
keine Unterschiede des Standes, der Nationalität oder sonst irgendwelcher
menschlicher Dinge. Er hat die Seelen der Gotteskinder geliebt, und das hat uns
so wohlgetan.
Ihr werdet es verstehen, daß es mir aus all dem Erleben nicht leichtfällt, hier
zu stehen. Doch muß ich sagen,
die Schar der zweiundvierzig Apostel,
. die mich heute hier umgibt, ist wie eine
starke Mauer. Ich fühle mich in meinem...

Beginn des Festgottesdienstes in Zürich-Wiedikon
Herzen geborgen und eine innere Ruhe und Friede
durchziehen meine Seele. Ich weiß, ihr seid alle durch schwere Tage, Stunden und
Minuten gegangen. Jetzt seid ihr ins Haus des Herrn gekommen, und es ist euer
Wunsch, mit dem Frieden des Herrn erfüllt zu werden, der die Trauer überstrahlen
wird. Deshalb lege ich nun zum Beginn dieses denkwürdigen Zusammenseins den
Frieden aus Christo Jesu, den Frieden von dem, der da ist, der da war und der da
kommt, auf euer aller Seelen, damit es ganz ruhig in uns werde und wir hören
können, was der ewige Gott und Vater uns jetzt zu sagen hat.
Bislang war es so, daß wir Apostel, wenn wir einen großen, bedeutenden
Gottesdienst zu halten hatten, beim Stammapostel angeklopft und gesagt haben:
Lieber Stammapostel, gib mir ein Wort. Ich konnte es jetzt nicht mehr tun.
Deshalb habe ich mich so gefreut über die Anwesenheit der Apostel. Sie sind
Zeugen des Ewigen und Männer, die durch manchen Sturm gegangen sind, die nicht
gewankt haben, die fest stehen. So werden wir auch heute getröstet werden.
Gestern ist am späten Abend ein Telegramm eingegangen, das meine Seele erfreute
und mir auch Kraft gab, dem heutigen Morgen mit Zuversicht entgegenzusehen. Ich
weiß, daß der Stammapostel Streckeisen heute bei uns steht und mit ihm die
Stammapostel der Vergangenheit und alle treuen Zeugen, die je am Volke Gottes
gearbeitet haben. Das geht weit zurück. Sie können uns kein Telegramm schicken.
Wir fühlen ihre Nähe in unseren Seelen und in unseren Herzen. Aber einer, der
ein Telegramm schicken konnte und noch unter uns ist, der hat es getan. Und wenn
es auch an mich persönlich gerichtet ist, ich lese es euch im Wortlaut vor und
es soll auch eu°re Seelen erfreuen, denn das Volk des Herrn ist ein Volk, und
wir gehören alle zusammen: ,Zu Ihrem hohen Amt wünsche ich Ihnen von ganzem
Herzen Gottes reichen Segen und viel Kraft und Freudigkeit. Walter Schmidt.'
Aber der Stammapostel Streckeisen hat mir auch geholfen. Das will ich euch jetzt
sagen. Als er auf seine große Reise ging und sein Haus dem Hausverwalter
überließ, der einen Schlüssel hat, und der dort die täglichen Lüftungen besorgt
und was es eben so zu tun gibt, blieb auf dem Tisch des Stammapostels die
Heilige Schrift aufgeschlagen liegen.
Das Wort, das dort aufgeschlagen war, habe ich euch vorgelesen als Grundlage zum
heutigen Gottesdienst: ,Wohl dir, Israel! Wer ist dir gleich? 0 Volk, das du
durch den Herrn selig wirst, der deiner Hilfe Schild und das Schwert deines
Sieges ist!' Es steht im fünften Buch Mose und die Überschrift zu diesem dreiund...

Die Apostel auf dem Weg zur Kirchedreißigsten Kapitel lautet: ,Mose's letzter
Segen.' Das hat meine Seele zutiefst berührt und bewegt. Mose hat dieses Wort
ausgesprochen, als er auf der Reise mit dem Volk in das Land der Zukunft war. Er
konnte sie nicht bis zum Ende erleben. Aber er hat seinem Volk dieses Wort
gegeben, als er fühlte und wußte, jetzt setzt der liebe Gott unter meine
Pilgerfahrt hier auf Erden einen Schlußstrich. Heute dient uns dieses alte Wort.
Unser heimgegangener Stammapostel wird mit Freuden sehen, daß wir dies gleich
einem Vermächtnis aus seiner Hand in unser Herz einbauen. -
Auf der nächsten Seite der Bibel stehen die Worte, die an Josua gerichtet sind.
Es geht hier um den Übergang der Führung von Mose auf Josua: ,Sei nur getrost
und sehr freudig, daß du haltest und tuest allerdinge nach dem Gesetz, das dir
Mose, mein Knecht, geboten hat... Und laß das Buch dieses Gesetzes nicht von
deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf daß du haltest und
tuest allerdinge nach dem, was darin geschrieben steht. Alsdann wird es dir
gelingen in allem, was du tust und wirst weise handeln können' (Jos. 1, 7. 8).
Wie war das ein Trost in meinem großen Schmerz, der mich betroffen hatte. Ich
fühle mich nicht wert, hier an des Stammapostels Platz zu stehen. Der liebe Gott
weiß es. Aber wenn er es so gefügt hat, dann will ich fest auf diesem Platz
stehen, damit der Stammapostel in der Ewigkeit sagen kann: ,So ist's recht.' Ich
weiß, daß die Schar der Apostel, Bischöfe und Amtsträger mich in dieser großen
Arbeit unterstützen wird. Mit diesen Bibelworten hat der heimgegangene
Stammapostel ein Tor geöffnet, wie wenn er seinen Abschied von dieser Erde
gefühlt hätte. Diese Worte sind...

Bild oben: Die Apostel Kitching, Higelin, Gut, dazwischen in der 2. Reihe: Pos und De Lisen; Wintermantel, Fernandes, Pusch, Gerke, Tansahsami, Schiwy, Kühnle, Kraus, Stammapostel Urwyler, die Apostel Bischoff, Köhler, Schumacher, Steinweg, Knobloch, Startz, Schneider (i. R.), Fendt, Wagner, W. Vovak, Schwarzer (verdeckt _ von links)
nicht einfach unbeachtet geblieben. Es wurde so gefügt, daß sie
gezeigt worden sind. Das bewirkte in diesen Stunden des Bangens, seitdem ich
weiß, daß ich an diesem Platz stehen soll, in meiner Seele eine tiefe und innere
Freude und schafft Verbindung mit der Ewigkeit.
So gehen wir getrost und unverzagt unseren Weg weiter. Wir wissen, daß drüben in
der Ewigkeit auf uns geschaut wird. Hier unten ist Schmerz und Trauer, in der
Ewigkeit aber herrscht eine unaussprechliche Freude und Seligkeit. Unser Weg
hienieden geht nun weiter dem Ziele zu. ,Wohl dir, Israel! Wer ist dir gleich?'
Auf dieses Wort fallen jetzt meine Augen. Wir dürfen sagen: Wohl dir, du Volk
des Herrn in der heutigen Zeit! Wer ist dir gleich? Wer hat solchen Trost im
Schmerz? Wer hat solch einen
wunderbaren Gott, der uns auch in der
Trübsal nicht allein läßt? Ich darf euch sagen, ihr lieben Brüder und Schwestern,
die Apostel des Herrn stehen wie ein Mann vor euch. Sie werden das, was uns der
Stammapostel Streckeisen in der so kurzen Zeit seines Wirkens in die Seele
gelegt hat, bewahren und es euch immer wieder lebendig machen. Der ewige Gott
und Vater wird hinzufügen, was für unsere Tage noch gesagt werden muß. Wir gehen
unentwegt unserem herrlichen Ziele entgegen. Möge der treue Gott dafür sorgen
und uns Gnade schenken, daß wir es bald erreicht haben."
Nach dem Chorlied : „Auf dich Zion will ich hören..." sprach Apostel Gut:
„Wir sind alle jetzt schon im Vorhofe des Heimatlandes, an dessen Ende uns das
Heiligtum erwartet, wo wir den wiedersehen, der jetzt so unerwartet von uns
gegangen ist. Als die Sänger das Lied...

Die Apostel Hänni, Zimmermann, 'Adam, E. Vovak, Teucher, Hepp, Volz, Fischer,
Keck (völlig verdeckt), Karnick und Kitching
vom Heimatland sangen, da dachte ich an mein altes Heimatland
hier in Zürich. Ich dachte auch an mein neues Heimatland drüben in Südafrika und
an unsere Brüder und Schwestern, die jetzt wie ihr um den Altar des Herrn
geschart sind. Dann dachte ich an unsere Geschwister in der ganzen Welt, die
auch alle ausschauen nach den Bergen, von welchen uns die Hilfe kommt. Von
diesem Berg haben wir jetzt die ersten Trostes- und Kraftworte empfangen. Ich
war sicher, heute muß ich nicht dienen. Aber wenn man gerufen wird, dann kommt
man als Gotteskind. So soll es in der Zukunft mit uns allen sein. Als der
Stammapostel seine Liebe und seine Demut in unsere Herzen legte, hat uns dies
wohlgetan. Da stieg ein Bild auf vor meinem Geiste.
Das Bild des jungen Ernst Streckeisen, als seine Mutter auf den Tod krank da
nieder lag. Da hat der junge Ernst ein Gelübde getan, einen Bund gemacht. Er hat
seinen Gott auf die Probe gestellt. Er hat Mut gehabt und gesagt: ,Lieber Gott,
wenn du meine Mutter gesund werden läßt, dann will ich dir mein Leben lang
dienen! Was danach kam, das hat mich, als ich es las, tief ergriffen. Er hat
dann nicht gesagt: ,Und das habe ich bis heute getan.' Er hat dann gesagt: ,Ich
konnte es bis heute tun.' Das zeigt uns doch allen seine Herzensstellung. Mit
den Worten: ,Ich konnte', hat .er ausgedrückt: Der liebe Gott, mein Vater, euer
Vater und unser Vater, hat dazu seine Hilfe gegeben.
Wir blicken nicht zurück, wir blicken jetzt vorwärts dem Ziele entgegen. Der
Stammapostel Streckeisen hat es in unsere Herzen geschrieben in seiner Demut:
Gottes Volk wird von unvollkommenen Knechten geleitet. Die Braut wird durch sie
zubereitet und zum Ziele ge- führt. Das haben wir auch im Apostelkreis durchlebt.
Das hat jeder in seinem Herzen getragen. Aber der liebe Gott hat uns
aufgerichtet und uns gestärkt. Er hat uns heute morgen gesegnet. Er hat uns
nicht allein gelassen. So freuen wir uns von ganzem Herzen, daß wir als die
Apostel des Herrn und ihr als unsere Brüder und Schwestern, die wir euch so
liebhaben, wie euch unser Stammapostel liebhat, wieder aufschauen können. Der
liebe Gott war nicht nur mit uns auf dem Berge, sondern auch im Tal der Trauer
und der Schmerzen. Auf der ganzen Welt sehen alle jetzt hinauf nach dem Berge,
von welchem uns die Hilfe kommt. So danken wir es dem Herrn, der uns bis heute
so wunderbar geleitet hat. Er wird es wohl machen und uns zum Ziele führen durch
den, den er erwählt hat."

Der Chor sang: O Braut des Herrn, Du darfst dich freuden..." (CM 28, 4)
Apostel
Rockenfelder sen. verliest den Be schlug des Apostelbundes
Danach diente Apostel Gerke:
„Ich wünschte, es, stände ein anderer an dieser Stelle. Ich freue mich aber, daß
der Wunsch des verstorbenen Stammapostels Streckeisen sich erfüllte. Heute
sollten der jetzige Stammapostel Urwyler, Apostel Wagner und ich zusammen sein,
wenn auch nicht in diesem Weltteil. Aber wir sind zusammen.
In den letzten Tagen sind viele Tränen geweint worden. Sie waren nicht alle
gleichen Ursprungs. Die meisten waren Tränen der Trauer. Aber ab gestern gab
schon wieder Freudentränen.
Es war in den Jahren meiner Dienstzeit unter anderem meine schwere Aufgabe,
meiner Mutter das letzte Wort zu widmen, den Trauerdienst zu halten, meinem
Vater auch. Ich bat Gott um Kraft, das ich mich halten konnte, denn war nun
meine Aufgabe, meinen Famuilienangehorigen und den Gottes...
kindern Trost zu spenden. Es wäre wohl nicht gut gewesen, wären mir äußerlich die Tränen geflossen. Der Herr hat dazu die nötige Kraft verliehen. Aber gestern, in der Apostelversammlung, als wir den Namen des neuen Stammapostels wußten, sah ich die Apostel an. Da flossen Tränen, und es hat keiner trockene Augen gehabt, aber das waren Tränen der Freude und der Dankbarkeit. Das erinnerte mich an das, was der Apostel Johannes auf der Insel Patmos hörte. Er hörte ,wie eine Stimme großer Wasser' (Offb. 19, 6). Als ich da meine Mitapostel ansah, da kam in mir das Gefühl: Dies ist auch wie eine Stimme vieler rauschender Wasser. Und es muß unserem jetzigen Stammapostel gutgetan haben zu sehen, wie aus den Seelen seiner Mit-Apostel dieses Rauschen der Freude und der Annahme empostieg. So etwas kennt die welt Nicht. Wo ist noch ein...
Der
Stammapostel.
Volk wie du bist, Israel? Wenn solch ein Schlag auf eine andere
Gesellschaft käme, dann wäre der Ausgang anders.
Ich teile mit euch die große Freude, daß wir wieder ein Haupt bekommen haben.
Unser Stammapostel und ihr wißt, daß alle Apostel und alle Apostel- bezirke auf
der ganzen Welt, wie auch unser Bezirk, nur ein Verlangen haben: In der Treue
und in der Fürbitte und in der Gemeinschaft diesen Weg weiterzupilgern, wie wir
von Apostel Gut gehört haben. Es ist überflüssig, daß ich sage: Wir bleiben
dabei. Das weiß unser Stammapostel. Das wißt ihr auch. Und obwohl unsere
Arbeitsfelder weit auseinanderliegen, sind wir im Geiste immer zusammen."
Apostel
Tansahsami.
Dann wandte sich Apostel Tansahsami an die Geschwister:
„Zunächst möchte ich meinen tief-empfundenen Dank auf diesen heiligen und
lebendigen Altar bringen, für die große Gnade, daß wir Gotteskinder auf der
ganzen Welt wieder eine Führung bekommen haben in unserem jetzigen Stammapostel.
Ihm gilt unser Dank auch, denn er hat uns geliebt. Wir lieben ihn auch von
ganzem Herzen. Diese Liebe können wir nur ausdrücken, indem wir uns fest
vornehmen: Es mag kommen, was da will, wir bleiben in der Nachfolge. Mit ihm
wollen wir weiterschreiten, bis wir das Ziel erreicht haben. Am letzten Sonntag
war ich noch in Djakarta, und frühmorgens, als ich aufwachte, habe ich den
lieben Gott um ein Wort des trostes gebeten. Lieber Gott, zo bat ich, gib uns
bald wieder einen Stammapostel, die nach deinem Herzen ist. Ich. schlug die
Bibel auf, und da lag vor mir das Wort Jesaja fünfundvierzig, Vers dreizehn.
Dort steht geschrieben: ,Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine
Wege will ich eben machen. Er soll meine Stadt bauen und meine Gefangenen
loslassen, nicht um Geld noch um Geschenke.' So hat der Herr gesprochen. Ich war
froh, als wir alle gestern wie ein Mann aufgestanden sind, als der Name Urwyler
gesagt wurde. Ihr dürft mit mir glauben, daß wir bald das Ziel erreichen werden,
wenn wir das tun, was uns gesagt wird. Zu Josua, der seinem Volke vorbildlich
voranging, hat es gesagt: Wo du uns hinsendest, dorthin wollen wir auch gehen.
So gebe ich mit unseren Geschwistern in Indonesien das Gelübde: Wir bleiben treu,
komme was kommen mag. Der Herr wird uns seinen Lohn geben. Und dieser Lohn ist
doch die ewige Herrlichkeit."
Danach diente Apostel Kühnle:
In meiner Seele steht ein dreifacher Dank. Der Dank dem ewigen und weisen Gott
gegenüber, daß er in seiner Liebe und Fürsorge uns vor über dreizehneinhalb
Jahren den Bezirksapostel Streckeisen in Württemberg gab. Unter seiner
wunderbaren Liebes- und Segensarbeit wurde Gottes Volk im Lande Württemberg
wunderbar weitergeführt, gepflegt und gesegnet. Er wurde vor über dreieinhalb
Jahren zum Stammapostel bestirnmt. Was der treue Gott durch ihn, den
Stammapostel, in dieser Zeit gewirkt hat, ist einmalig. Wenn wir die wunderbare
Seelenarbeit des Verblichenen an Geist und Seele vorüberziehen lassen, stehen
wir in Ehrfurcht still. Wir danken darum, das ist der zweite Dank, dem Stamm-
apostel Streckeisen. Er ist nun unseren Augen ferngerückt, den
Herzen aber sehr nahe geblieben. Was er in unser Seelenleben gelegt hat, ist ein
wunderbares Vermächtnis. Der dritte Dank gilt unserem nunmehrigen Stammapostel
Urwyler, der uns in diesem ersten Gottesdienst sogleich aus dem Tränental
herausgehoben und uns an sein liebendes, fürsorgendes Herz geführt hat. Der
treue Gott weiß die Seinen wunderbar zu versorgen und läßt sie nicht Witwen und
Waisen. Das haben wir erlebt. Der Stammapostel Streckeisen sagte noch am
achtzehnten Oktober in Zürich-Mattenhof: ,Wenn mal Notzustände eintreten, müssen
wir nicht verzagen, denn wir haben ja einen Gott, der hilft.' Und ich wiederhole:
Wir haben einen Gott, so sagte er, der hilft, und dem können wir uns vertrauen.
Wer hätte damit gerechnet, nachdem er diesen Dienst durchge-führt hatte und in
den folgenden Tagen nach Übersee ging, daß er nicht wieder zurückkehren würde.
Der liebe Gott hat ihn in einem Augenblick von hinnen genommen und sein Sehnen
ist gestillt. Er ist geborgen, wir aber sind noch im )Kampfbereich. Über ihn
können wir auch sagen, wie wir es in Sirach lesen: ,Sein wird nimmermehr
vergessen, und sein Name bleibt für und für' (Sir, 39, 13). Ja, wir setzen
dieses Wort: Unvergessen bleibst du, Stammapostel Streckeisen. Und dein Name
bleibt für und für. Und was er gelehrt hat, das wird weitergepredigt. Und die
Gemeinde wird ihn rühmen. Das Werk Gottes ist in besten Händen. Die Einmütigkeit
der Apostel ist offenbar. Unser Vertrauen, das wir zu dem Verblichenen hatten,
haben wir auch unserem nunmehrigen Stammapostel geschenkt. Das fiel uns nicht
schwer, denn die Liebe, die er sich vom Herrn erbeten hat, nachdem ihm das
Stammapostelamt aufgetragen wurde, hat er uns sogleich fühlen lassen. Sein Herz
ist voller Liebe, voller Mitleid und Erbarmen, und er sagte: ,Ich liebe alle
Kinder Gottes auf der ganzen Erde ohne Rücksicht auf ihren Stand. Ob reich oder
arm, ohne Ansehen der Person, ob schwarz oder weiß, ich liebe alle.' Ist das
nicht wohltuend? Gottes Kinder sind wieder unter einer sicheren Führung. Darum,
können wir. sagen: Für das Zurückliegende herzlichen Dank! Zum vor uns Liegenden
bekunden wir ein freudiges. Ja, denn damit ehren wir unseren edlen Stammapostel
Streckeisen am anderen Ufer, der uns immer gesagt hat: Nicht stehenbleiben,
weiterwandern!eins. Es hat mich tief bewegt. Ich habe es abermals gelesen. Einer
der Mitapostel war mein Zeuge. Nachdem er das Zimmer verlassen hatte, las ich
weiter und mein Blick fiel auch auf fünfte Mose dreiunddreißig, Vers
neunundzwanzig. Ich dachte, so ist es: Wohl dir! Nicht wehe dir. Das ist ein
Unterschied. Wohl dir, wir haben wieder einen Stammapostel! Wer ist dir denn
gleich? Es gibt nur einen Gott, nur einen Sohn Gottes, nur einen Heiligen Geist.
Und es gibt nur einen Stammapostel. Unter dessen Führung stehen die Apostel Jesu
wie ein Mann. So sagte es der Stammapostel. Ihm vertrauen wir. Wir können sagen:
0 Volk, das durch den Herrn im Stammapostel geführt wird, damit du selig wirst,
der ist deiner Hilfe Schild und das Schwert deines Sieges. Wenn die feurigen
Pfeile des Bösewichts kommen, haben wir
einen Schild. Und wir haben das Schwert mit dem geht es weiter in den Kan Der
Sieg ist auf der Seite der Getret nicht auf der Seite der Feinde Got Denen wird
es fehlen, aber du wirst ihren Höhen einhergehen, auf Zion. I wird die Schar der
Getreuen geser Hundertvierundvierzigtausend Erstlir die dem Lamme nachgefolgt
sind, deren Munde kein Falsch ist, die Ju frauen geblieben sind, weil sie sich n
befleckt haben mit menschlicher t nung oder anderer Lehre. Laßt uns den Höhen
bleiben. Bald sind wir in himmlischen Heimat, am anderen Ufr
Der Chor sang nun: „Du heil'ger 4A meines Herrn..." (CM 53, 3)
Apostel Bianchi diente in spanisc Sprache. Der Älteste Franke überset
„Was jetzt mein Herz und meine SE durchzieht, das brauche ich euch n: näher zu
erklären. Es ist dasselbe, 1 auch eure Seelen erfüllt. Ich war vor Monaten schon
einmal in Zürich. ] Grund dieses Besuches ist bekar Unser geliebter
Bezirksapostel Mar war damals so schnell heimgerufen w den. Wir wurden dann vom
Stamma stel Streckeisen hierher nach Zürich rufen. Wie kamen wir hier an! Wir
hat keine Tränen mehr, wir brauchten Tn Als wir ins Haus des Stammaposi kamen,
erwartete er uns an der Tür : offenen Armen. Er drückte uns an se Brust, und
dann sagte ich: ,Lieber Stam apostel, wir fügen uns alle, aber es doch weh.'
,Ja', erwiderte er, ,das ka ich euch glauben.' Er sagte dann zu n ,Pablo, schau
mal die Tür an. Auf einen Seite stehen wir und weinen. der anderen Seite der Tür
ist die Fret unbeschreiblich groß.' Da fing für uns r Trost an. Während dieser
Zeit waren Apostel Rockenfelder sen. und Hä] bei unseren Geschwistern und haben
dort getröstet. Dann kamen wir ni Schaffhausen. Der Stammapostel
uns dort das Wort aus Tobias: ,Das w ich aber fürwahr: Wer Gott dient, wird nach
der Anfechtung getröstet u aus der Tübsal erlöst, und nach der Zü, tigung findet
er Gnade. Denn du h nicht Lust an unserem Verderben. De nach dem Ungewitter
lässest du Sonne wieder scheinen, und nach d Heulen und Weinen überschüttest uns
mit Freuden. Deinem Namen ewiglich Ehre und Lob, du Gott Israe (Tob. 3, 22.
23.).So wurde der Trost in unseren Herzen vollständig, und wir fuhren gesegnet'
zurück. Nun konnten wir auch unsere Lieben trosten.

Apostel Zimmermann dankt dem Stammapostel.
Der
Gottesdienst ist beendet.
Stammapostel
Urwyler (Mitte, vorn) umgeben von den Aposteln Gerke (fast verdeckt) Kitching,
Steinweg, Pos, Rockenfelder sen., Hänni, Schilling, Startz, Tansahsami und Gut (von
links), rechts vom Stammapostel die Apostel Schumacher, Bischoff, Köhler,
Wintermantel, Volz und Tiedt.
( De "clan" en de papagaaien. van Friedrich Bischoff rond de Stamapostel)
Nun sind wir wieder in Zürich. Ich mußte an eine Stelle in der
Heiligen Schrift denken, als Jesus in das Haus kam, wo Lazarus gestorben war.
Als die Leute Jesu Tränen sahen, sagten sie: ,Siehe, wie hat er ihn so
liebgehabt.' Auch wir weinen, wir haben unseren Stammapostel sehr geliebt. Nur
der Herr kann uns die Stärkung des Trostes geben. In diesen Tagen, zwölftausend
Kilometer von hier entfernt, lebt auch ein Teil des Gottesvolkes, das mit euch
geweint hat, und das jetzt auf den Trost wartet. Wir haben das Verlangen, bald
bei diesen Geschwistern zu sein um ihnen zu sagen: ,Wir haben Trost bekommen!'
Der Stammapostel Urwyler hat uns in seinen ersten Worten gesagt: ,Ich liebe euch
alle!' Kann ich unseren Geschwistern etwas Besseres mitnehmen als das?
• Denn in der Liebe ist alles enthalten. Sie kann alles, sie trägt auch alles,
sie leidet alles. Aber von der Liebe wird auch alles erwartet. So erwarten wir
in der Liebe zum Herrn die Erfüllung seiner Liebe, zu uns zu kommen und uns
heimzuholen.
Wenn ich an die Worte des Apostels Kühnle anschließe, dann kann auch ich sagen:
Der Stammapostel Streckeisen ist auch bei uns. Ich getraue mich kaum, meine Arme
zu bewegen, weil es mir zumute ist, als ob ich ihn fassen könnte. Deshalb sage
ich: ,Lieber Stammapostel Streckeisen: Habe Dank für alles, was du in unsere
Seele gelegt und eingebaut hast.' Unserem Stammapostel Urwyler rufen wir zu: ,An
deiner Hand lassen wir uns nun führen. Denn wir wollen das gemeinsame Ziel
erreichen. Mit freudigem Herzen folgen wir dir; denn du hast uns gesagt: Ich
liebe euch alle."'
Der Stammapostel sagte zum Schluß:
„Ich möchte von diesem Brunnen, an dem wir nun getrunken haben, ewiglich _
trinken. Der Herr Jesus hat zu der Frau am Jakobsbrunnen gesagt: ,Wenn du
erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt, gib mir zu trinken!',
du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser... Spricht das Weib zu ihm:
Herr, gib mir dieses Wasser, auf daß mich nicht dürste' (Joh. 4, 10. 15). Ich
muss euch etwas sagen. Ich hab den lieben Gott gebeten: Zu dem Wort, das du uns
als Vermächtnis geschenkt hast, das der Stammapostel Streckeisen auf seinem
Schreibtisch aufgeschlagen hatte, mußt du mir noch ein Wort für mich geben. Dann
habe ich die Heilige Schrift aufgeschlagen und vor mir lag Jesaia einundsechzig,
Verse eins und zwei: ,Der Geist des Herrn Herrn ist über mir, darum daß mich der
Herr gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen
Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen,
daß ihnen geöffnet werde, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen
Tag der Rache unseres Gottes, zu trösten alle Traurigen.' Dies war das Wort, das
der Stammapostel Streckeisen bei seinem Amtsantritt in Stuttgart im Februar
neunzehnhundertfünfundsiebzig uns allen vorgelesen hat. Das war mir ein großer
Trost auf dem Weg, der nun zu gehen ist. Ich weiß, die Apostel stehen um mich.
Ich sage nicht: ,Hinter mir', ich sage ,um mich'. Denn wenn sie nur hinter mir
stehen, dann sehe ich sie nicht. Wenn sie aber um mich sind, dann sehe ich sie
und ich werde mich ihnen immer zuwenden, daß ich alle sehe, daß alle die Liebe
fühlen, die der Herr nun von heute an neu in unsere Herzen ausgießen möge zum
Wohl und zur Freude aller Gotteskinder auf dem ganzen Erdenrund.
Jetzt, liebe Brüder und Schwestern, wollen wir zum Tisch des Herrn treten,
unsere Herzen darbringen, wie dies zu unserem sonntäglichen Leben gehört."
Es folgte das „Unser Vater", die Freisprache und das Opfergebet. Daran schloß
sich das heilige Abendmahl an, das auch für die Entschlafenen gefeiert wurde.
Mit Gebet und Segen beendete Stammapostel Urwyler den Gottesdienst.
Auf
Wiedersehen!
Bron: Unsere Familie: 39e jaargang nummer 1, 5 januari 1979. Foto: Fritz Idler.