APOSTOLISCHEOBSERVER.NL

VERKLARING VANWEGE HET OVERLIJDEN J.G.BISCHOFF

 


 

VOOR NIEUWS EN HISTORISCHE ACHTERGRONDEN.   

<>Index<>Navigatie pagina><Contact<> Disclaimer <> Archief<> An.reageren.<> Boeken <>forum

 

DER HEROLD

Halbmonatsschrift zur Pflege apostolischen Glaubens

Nr. 16 / Sechster Jahrgang                                      15. August 1960

Zum Ableben des Stammapostels
J. G. Bischoff

In der im März 1955 von uns herausgegebenen Broschüre «Nach­denkliches über die Botschaft des Stammapostels J. G. Bischoff : Ich werde nicht sterben, der Herr kommt noch zu meiner Lebzeit wieder», hieß der Schlußsatz: «Die Zukunft wird lehren, ob wir damit Unrecht getan, daß wir nicht gelehrt haben, daß der Stammapostel nicht stirbt, sondern bei den alten Grundwahrheiten geblieben sind und gelehrt haben, daß wir zu jeder Stunde auf die Vereinigung mit Christo bereit sein sollen, daß aber nicht einmal der Sohn den Zeitpunkt seines Wie­derkommens weiß, sondern der Vater dies seiner Macht vorbehalten hat.»

Nun ist der Stammapostel am 6. Juli 1960 gestorben, und damit ist es wohl jedem Wahrheitsliebenden klar geworden, daß die erwähnte Botschaft, welche so viel Glaubenskampf und Herzeleid hervorgerufen hat, keinesfalls von Gott war; «denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was ER zusagt, das hält ER gewiß». (Psalm 33, 4.) Diese Botschaft hat sich also eindeutig als Irrtum, ja als Unwahrheit und als teuflische Beeinflussung erwiesen.

Damals, als wir lieblos ausgestoßen wurden, weil wir uns zu den unveränderlichen Wahrheiten des Evangeliums von Christo bekann­ten und des Herrn Wort über Menschenwort stellten, haben wir uns da­mit getröstet, daß der Allmächtige im Regiment sitzt und haben gesagt:

Das letzte Wort spricht der liebe Gott!

Und nun hat Gott geredet! Vor unsern Augen aber steht die grauen­hafte Verwüstung an heiliger Stätte und daß jetzt zahlreiche einfältig gläubige Menschen in ihrem gläubigen Vertrauen derart erschüttert sind, daß viele derselben kaum mehr den Weg zu neuem, rechtem Glau­ben finden werden. Wer denkt da nicht an Jesu Wort: «Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?» (Lukas 18, 8.)

Machen sich die leitenden Männer der Neuapostolischen Kirche keine Gedanken darüber, welche Verantwortung auf denen lastet, die solche Enttäuschung bei gläubigen Menschen verursacht haben?

125

 

 

 

Frankfurt am Main, 7. Juli 1960

Liebe Brüder unb Geschwister

im In- und Ausland!

Wir, die unterzeichneten Apostel, die heute in Frankfurt am Main zu­sammengekommen sind, haben die überaus schmerzliche Aufgabe zu erfül­len, Euch von dem für uns alle unfaßbaren und unerwarteten Heimgang un­seres Stammapostels Mitteilung zu machen., Er ist in den Abendstunden des 6. Juli 1960 in Karlsruhe, wo er durch eine stationäre. Behandlung wieder völlige Genesung erhoffte, unter den Händen des ihn behandelnden Arztes, eines Glaubensbruders, verschieden.

Wir alle haben aus Ueberzeugung geglaubt und gehofft, daß der Herr die Seinen nach der dem Stammapostel gegebenen Verheißung noch zu sei­ner Lebenszeit zu sich nehmen würde. Das war auch der unerschütterliche Glaube des Stammapostels, den er seiner Umgebung -lis in die letzte Stunde seines Hierseins bezeugt hat..Sowohl er wie auch wir und alle mit ihm treu Verbundenen Brüder und Geschwister haben niemals daran gezweifelt, daß der Herr die ihm gegebene Verheißung zur gegebenen Zeit• auch erfüllen würde. Wir stehen deshalb vor dem unerforschlichen Ratschluß unseres Got­tes und fragen uns, warum er seinen Willen geändert hat. Der Stammapostel, der das Erlösungswerk des Herrn auf den höchsten Stand der Vollendung gebracht hat und dadurch die Kinder Gottes in einem unerschütterlichen Glauben an sein Wort fesselte, kann sich nicht geirrt haben, weil er immer das Wort des Herrn zur Richtschnur seines Handelns gemacht hat. Infolge­dessen hat er uns niemals etwas anderes gesagt als allein das, was er zuvor vom Herrn auf den Geist gelegt bekommen hatte.

Sein %urbildliches Glaubenslehen, seine bescheidenste Lebensführung, sein lauterer Charakter und seine völlige, selbstlose Hingabe befähigten ihn, die

126

 

 

edelsten Tugenden von Christo Jesu auf alle ihm anvertrauten Seelen zu übertragen. Er wurde deshalb vorn Herrn für würdig erfunden, die Aufgabe seines obersten Dieners zu übernehmen. Seine überaus reichen Erfahrungen und der große Schatz seiner göttlichen Erkenntnisse haben dank der Gnade Gottes dem Erlösungswerk zu einer fruchtbaren Entwicklung verholfen. Und alle Apostel, die unter seiner Führung berufen waren, als seine Mitarbeiter tätig sein zu dürfen, sind von dem in ihm wohnenden Geiste Christi be­fruchtet worden zum Segen aller, die nach dem \amen des Herrn genannt sind.

Hat der Herr uns durch die Hinwegnahme des Stammapostels vor Rätsel gestellt, so wird er uns auch an seinem Tage hierzu seine' \ntwort geben.

Die Apostel 'sehen ihre hohe Aufgabe nach wie vor darin, das Vermächt­nis des Stammapostels, seinen Glauben an das baldige Kommen des Herrn, zu hüten und zu pflegen, so, als sei er noch unter uns; denn es ist und bleibt die Sache des Herrn, und er wird sie zu Ende führen. \' ürden scir diesen Ge­danken aufgeben, -so gäben wir gleichzeitig den Glauben an den Tag der Er­sten Auferstehung auf. Das aber ist doch gerade der Inhalt unseres Glaubens bis zur Stunde gewesen.

Die unterzeichneten Apostel gehen bewußt der Tatsache entgegen, daß unsere Gegner und Feinde meinen, durch den Tod des Stammapostels eine Begründung für die Behauptung zu besitzen, daß das Erlösungswerk Men­schenwerk sei.

Liebe Brüder und Geschwister, möge niemand in dieser Stunde den Glau­ben verlieren Und dem Zweifelsgeiste Raum geben. Solche würden das Wort nach Matthäus 25, 8 auf sich anwenden: „Gebt uns von eurem Oel, denrr un­sere Lampen verlöschen." Der Herr wird uns nicht verlassen; denn wo bliebe sonst die Erfüllung der vielen Hinweise in der Offfenbarung .Johannes bezüg­lich der Vollendung der Brautgemeinde. Darum bitten wir Euch in dieser ernsten Stunde, in bisheriger Weise treu zusammenzustehen und den Gegnern des Werkes Gottes keine Handhabe zu geben, unseren Glauben anzutasten. Es möge Euch zur Beruhigung dienen, daß sämtliche Apostel auch über das Grab des Stammapostels hinaus das völlige Einssein nach dem Willen Jesu bekun‑

127

 

den, und in diesem Sinne ohne Unterbrechung an der Vollendung der Braut­seelen arbeiten werden. Wir rufen Euch deshalb zu: Ehrt das Andenken des Stammapostels durch 'weitere treue Nachfolge. Unsere Liebe und das Ver­trauen zu ihm haben durch sein Ableben keinen Schaden erlitten. Der Herr hat Fürsorge getroffen, daß alle Kinder Gottes wieder eine Führung bekom­men. Eines der letzten Norte unseres Stammapostels, an uns gerichtet, war: „Der Herr wird seine Herde bei den Hirten suchen!" Möge das unser Wahl­spruch auf der letzten Vegstrecke sein.

Am 10. Juli vormittags sind die unterzeichneten Apostel in einem feier­lichen Gottesdienst in Frankfurt am Main versammelt. In diesem Gottesdienst übernimmt der Apostel Walter Schmidt das Stammapostelamt und damit die Hauptleitung aller Neuapostolischen Kirchen.

Zu diesem Amte ist er durch die Apostelversammlung vom 7. Juli 1960 zu Frankfurt am Main einstimmig gewühlt worden.

In ehrendem Gedenken an den Stammapostel grüßen wir Euch int Geiste der Liebe von Christo Jesu.

 



 

129Leider muß man feststellen, daß diese Männer auch jetzt noch nicht ehrlich vor Gott und ihren Gemeinden eingestehen, daß sie geirrt und Unwahres gepredigt haben. Nicht Eingeständnis der Schuld, sondern neue Ausreden sollen über die Katastrophe weghelfen. In dem Schrei­ben, welches 27 neuapostolische Apostel unterschrieben haben und in den Gottesdiensten am 10. Juli 1960 vorlesen ließen, wird behauptet, daß die Verheißung (welche sich nicht erfüllt hat) dem Stammapostel vom Herrn gegeben sei, daß der Stammapostel sich nicht geirrt hätte (obwohl dieser Irrtum klar bewiesen sein dürfte), sondern daß Gott seinen Willen geändert habe. (Wenngleich klar ist, daß Gott sein Wort einlöst.)

Ist es nicht tieftraurig, daß man eine erwiesene Unwahrheit durch eine neue Unwahrheit beschönigen will? Ist es nicht furchtbar, daß man die Verantwortung für das Geschehene gewissermaßen dem lieben Gott zuschieben will?

Mit der kühnen Behauptung, Gott habe seinen Plan geändert, set­zen sich die neuapostolischen Apostel in krassen Widerspruch zu dem, was sie in den vergangenen Jahren gepredigt haben. Sie strafen damit sogar den verstorbenen Stammapostel in seinen gemachten Ausfüh­rungen Lügen. Dazu einige Beispiele:

In der «Wächterstimme» vom 1. September 1955 steht unter der Rubrik: Wertvolle Worte des Stammapostels: «Der liebe Gott hat seinen Heilsplan festgelegt, und den führt er aus. Wir tun gut daran, wenn wir die Offenbarungen des Herrn gläubig annehmen und unser Leben danach einstellen.»

Am 10. Oktober 1954 sagte der Stammapostel in einem Gottes­dienst in Reutlingen-West: «Am 21. September waren es vierundzwan­zig Jahre, seitdem ich als Stammapostel im Werke Gottes tätig bin. Wir dürfen doch nicht glauben, daß der liebe Gott einen solchen Fehler machen würde und würde seinem Volke eine Zusage ge­ben, die sich nie erfüllen würde.»

In dem gleichen Gottesdienst sagte Apostel Hahn: «Ihm (dem Stammapostel) hat der Herr die Offenbarung gegeben, daß der Herr zu seiner Lebzeit kommt. Er hat uns diese Offenbarung ungeschmälert weitergegeben. Wir wissen, daß das des Herrn Wort ist und wir infolgedessen auch auf das, was uns der Stammapostel ent­gegenbrachte, bauen dürfen; denn dieses Wort steht fester als alles andere, was wir auf dieser Erde kennen.»

Im Ämtergottesdienst am 5. September 1954 in Düsseldorf sagte der Stammapostel: «Wenn wir einem Menschen irgendein Versprechen geben, können wir dabei den ehrlichen und aufrichtigen Willen haben; aber es können Verhältnisse eintreten, durch die wir verhindert sind, unser Versprechen einzulösen. Aber das ist doch beim Herrn ausge­schlossen, das kommt doch bei ihm nicht in Frage.»

130

 

 

 

Am 12. September 1954 sagte der Stammapostel im Gottesdienst in Stuttgart: «Wie könnte der Sohn Gottes eine solche Verheißung geben und mich wissen lassen, daß er zu meiner Lebzeit kommt, wenn er weiß, ich würde vor der Erfüllung der Verheißung sterben? Überlegt euch doch das bitte.» Im gleichen Gottesdienst sagte der Stammapostel: «Wenn wir an das glauben, was der Heilige Geist in der Vergangenheit offenbarte und glauben dem Geist des Herrn, was er uns in der Gegenwart übermittelt, dann kann nicht, dann wird nicht, dann m u ß sich in Zukunft erfüllen, was er vorausgesagt hat.»

In der «Wächterstimme» vom 15. Oktober 1955 heißt es: «Das Licht der Botschaft unseres Stammapostels vermag auch die größte Finsternis zu durchdringen und zu vertreiben, und so tröstet uns diese köstliche Offenbarung des Herrn, daß er zur Lebenszeit des Stammapostels kommt, mehr, als Satan uns betrüben kann. Halten wir diese lebte Willensverkündigung des Herrn gläubig fest und richten wir all unser Tun darauf, die Erstlingsschaft zu erringen.»

Und einen neuen Stammapostel hat man auch in großer Eile gewählt. Noch ehe des Stammapostels stoffliche Überreste ins Grab versenkt wur­den, ist man zu dieser Wahl geschritten. Hat man so sehr bald vergessen, was der Verstorbene gesagt hat? Und daß man sich selbst und dem einst als größten Propheten aller Zeiten hingestellten Stammapostel mit dieser Wahl gründlich widersprochen hat?

Es sei hierzu an einiges erinnert:

Im Weihnachtsgottesdienst 1951 sagte der Stammapostel: «Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. So steht es im Ratschluß Gottes, so ist es festgelegt, und so wird es der Herr bestätigen.»

Am 10. Oktober 1954 sagte Apostel Hahn in einem in Reutlingen-West vom Stammapostel gehaltenen Gottesdienst: «Er (der Stamm­apostel) hat uns später gelehrt: Ich bin der letzte Stammapostel, es kommt keiner nach mir! Wer hellhörig war, hatte doch erkannt, was unser Stammapostel damit sagen wollte.»

In der «Wächterstimme» vom 1. Juni 1956 ist auf Seite 87 zu lesen: «Hätte Jesus von Nazareth versagt, so gäbe es keine Gnade und keine Erlösung. Die Augen der Gläubigen erkennen eine einmalige und einzigartige Parallele: Am Anfang der Gnadenzeit stand ein Mann —Jesus von Nazareth — an ihrem Ende steht sein Knecht, dem die Auf­gabe geworden ist, die Braut heimzuführen ... er ist durch keinen an­dern zu erset3en.»

In «Christi Jugend» vom 15. März 1956, Seite 46, heißt es: «In ihm (dem Stammapostel) stehen wir dem Herrn gegenüber, der da ist und unter uns wirkt. Es könnte jemand sagen: Ja, man muß aber die Person vom Amte unterscheiden! — Aber dies trifft hier nicht zu .. . nach ihm kommt keiner mehr, der sich darauf berufen könnte, von dem Sohn Gottes einen Auftrag zu haben.»

 

131

 

Diese wenigen Zitate mögen genügen; sie könnten um ähnliche in großer Zahl vermehrt werden.

Zum Beweis dafür, daß der Stammapostel Bischoff nicht sterben werde, sind unzählige fantastische Träume und Gesichte vom Stamm­apostel verbreitet worden. — Es sind aber auch schon wieder Träume im Kurs, welche einige Zeit vor dem Tode des Stammapostels ankündig­ten, daß dieser doch sterben würde. So ist offiziell durch viele der neu­apostolischen Apostel gesagt worden in den ersten Gottesdiensten nach des Stammapostels Tod, Apostel Startz habe vor einiger Zeit einen solchen Traum von einer Schwester erhalten, den er aber in den Papier­korb geworfen habe, weil er fest an die Botschaft geglaubt habe, daß der Stammapostel nicht stürbe. Nun bestätige es sich, daß dieser Traum ein Wahrtraum gewesen sei. Man hält also nach Bedarf Träume zur Verfügung, die das als göttliche Offenbarung ansagen, was man gerade benötigt. Welche Unwahrhaftigkeit liegt doch in solchem Gebaren!

Wir Menschen können irren und fehlen; aber wenn dann die ungu­ten Folgen offenbar werden, müssen wir an unsere Brust schlagen und Umkehr halten, wenn uns Hilfe werden soll. Dann ist der Weg zum Zurechtkommen, reuevoll Buße zu tun und Gott um Gnade zu bitten. Wenn aber jemand trotzig darauf beharrt, nichts verkehrt gemacht zu haben, dann kann ihm auch keine Vergebung werden.

Der Generaldirektor eines großen Werkes vergibt sich nichts, wenn er einen Arbeiter um Verzeihung bittet, so er diesem Unrecht getan hat. Er steigt dann vielmehr in der Achtung aller Werkangehörigen.

Warum aber ringen sich die führenden Männer der neuapostoli­schen Kirche vor ihrem eigenen Gewissen nicht dazu durch, den zer­schlagenen Glaubensgeschwistern die gemachten. Fehler einzugestehen und den Herrn für das Verkünden einer wider Jesu Wort stehenden Lehre und alles damit angerichtete Unheil demütig um Gnade zu bitten?

Wäre es nicht an der Zeit, ernstlich nachzuforschen, warum es nun so gekommen ist, ja kommen mußte? Die Reichsgottesgeschichte lehrt uns, daß Hochmut und Menschenvergötterung schon oft die Ursache waren, daß Gott seine Hand von Führung und Volk zurückzog.

Es liegt uns fern, zu kränken; sondern allein, um möglichst Einsicht zu wirken, sei nachstehend etliches angeführt, was gewiß nicht im Sinne Christi war, da durch den übertriebenen Stammapostelkult der Ruhm Christi geschmälert wurde.

In neuapostolischen Zeitschriften, für deren Inhalt der Stammapostel als Herausgeber verantwortlich war, wurde der Stammapostel als der größte Mann der Gegenwart bezeichnet («Der gute Hirte», 1953, Seite 74), als der größte Mensch auf dieser Erde hingestellt («Jugendfreund», 1954, Seite 51).

Im Weihnachtsgottesdienst zu Gießen nannte Apostel Rockenfelder den Stammapostel «den Größten — nächst Christus —, den die Erde je

132

 

getrage(n hat». Das hat sich der Stammapostel widerspruchslos angehört und ließ den Bericht über jenen Dienst selbst in alle Welt hinaussenden.

Im Kalender «Unsere Familie», 1956, Seite 60, nannte Apostel Schi­wy den Stammapostel «den Exponenten göttlicher Herrlichkeit».

In der «Wächterstimme», 1955, steht auf Seite 31 vom Stamm­apostel geschrieben: «Er kündet die Aufhebung der Naturgesetze für die, die seinem Worte glauben, daß sie den natürlichen Tod nicht schmecken brauchen und verheißt ihnen nach göttlichem Willen das ewige Leben.»

Apostel Startz schrieb in der «Wächterstimme» vom 15. Oktober 1955: «Ohne den Stammapostel Bischoff gibt es keine Erste Auferste­hung, keinen Einzug in den Hochzeitssaal und kein Wohnen im Reiche der Herrlichkeit!» Welche Anmaßung und Überheblichkeit!

Laut «Unsere Familie», Nr. 23, 1955, Seite 623, sagte der Stamm­apostel in Kassel: «Wir können vor Gott treten und behaupten, daß wir besonders gute und vollkommene Menschen seien.»

Und im Kalender «Unsere Familie», für 1956,. schreibt ein Apostel, der Stammapostel habe ihm in einem Briefe mitgeteilt: «Ich habe alles überwunden, was ich in der Ewigkeit nicht fortsetzen kann.»

Einer unserer Brüder schrieb dazu: «Wer so spricht und lehrt, der sucht keine Gnade mehr. Wer aber die Zuflucht unter das Kreuz Christi nicht mehr nötig hat, der kann — so haben wir uns durch Tatsachen belehren lassen müssen — auch selbst keine Gnade mehr üben.»

Auf die Anfragen mancher, ob denn nunmehr die neuapostolischen Apostel an uns zur Zeit vom Apostelkollegium ausgeschlossenen Apostel herangetreten seien, um auf bereinigter Grundlage wieder zusammen­zuarbeiten, sei hier noch vermerkt, daß nicht einer dieser Männer mit uns Verbindung aufgenommen hat, daß vielmehr der unmittelbar nach dem Tode des Stammapostels neugewählte Hauptleiter der Neuapostoli­schen Kirche, Walter Schmidt, am Sonntag, 10. Juli 1960, im Gottes­dienst zu Frankfurt a. M. gesagt hat, sie würden mit ihren Gegnern (so nennt man uns recht gehässig) nicht diskutieren. Der verstorbene Stammapostel habe eine Mauer des Schweigens gegen solche um sich aufgerichtet, und so werde er es auch machen; er werde keine unpro­duktive Arbeit auf seinen Schreibtisch laden. — Und an diesem 10. Juli 1960 wurde schon wieder eine neue Aktion gegen uns in Szene gesetzt und bekanntgegeben, daß die meisten europäischen Apostel am Mittwoch, 13. Juli 1960, in den größten neuapostlischen Kirchen des Rheinlandes «Gottesdienst» halten würden. — In diesen «Gottes­diensten» bestand ein gut Teil der Arbeit darin, die betrogenen Gläu­bigen vor jeglicher Aussprache mit uns zu warnen und sie anzuhalten, uns die Türen zu verschließen. — Man hat sich also erneut zu unchrist­lichem und unbrüderlichexn Nichtdulden derer entschlossen, die nichts anderes getan haben, als ihrem Gewissen zu folgen und Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.

 

133

 

Wo man Zuflucht zu unwahrhaftigen Ausreden nimmt, anstatt sich zur Wahrheit zu bekennen, da hört der Segen Gottes auf. Wenn das jetzt Geschehene nicht als Heimsuchung Gottes zur Buße wahrgenom­men wird, dann wird Gott zu seiner Zeit wiederum deutlich reden!

Gott aber gebe, daß es allen Ehrlichen und Aufrichtigen gelingen möge, aus allem Wirrwarr, Unglauben und Aberglauben zur Wahrheit und zum wahrhaftigen Glauben an Gott und Christum und sein Wort zu finden.                                                                               Peter Kuhlen

Ein Wort an die Mitglieder
der Neuapostolischen Kirche

Stammapostel J. G. Bischoff verstorben!

Diese Kunde hat in den jüngsten Tagen in den Neuapostolischen Gemeinden eine furchtbare Erschütterung hervorgerufen. Lähmendes Entsetzen hat alle jene erfaßt, die der seit Jahren in der Neuapostoli­schen Kirche verkündigten Botschaft, der Stammapostel werde nicht mehr sterben und Jesus werde noch zu seiner Lebzeit wiederkommen, gläubig ergeben waren. Nun ist in Euren Reihen eine Enttäuschung, wie sie ärger kaum sein kann, eingetreten. Immer eindringlicher ist Euch seit langer Zeit gepredigt worden, daß der Glaube an die Botschaft des Stammapostels unerläßliche Voraussetzung sei, um am Tage des Erscheinens Christi angenommen zu werden. Ihr wurdet gelehrt, daß dieser Glaube der letzte notwendige Schritt wäre, um mit Christo in den Hochzeitssaal eingehen zu können. Es wurde Euch mit allem Nach­druck gesagt, daß Stammapostel Bischoff die Brautgemeinde dem Herrn entgegenführen werde, und drohend predigte der Stammapostel, ohne ihn werde niemand den Tag der ersten Auferstehung erleben. Furcht­erregend sagte er, wer die Botschaft, daß er nicht mehr sterben werde, nicht glaube, müsse am Tage des Herrn draußen stehen. Diener im Hause des Herrn, welche des Stammapostels Botschaft nicht predigten, wurden böse Knechte genannt. Apostel des Herrn und andere Knechte Jesu, welche die mit den Lehren der Heiligen Schrift im Widerspruch stehende Stammapostelbotschaft nicht lehrten, wurden von den aufge­hetzten Geschwistern in überaus häßlicher Weise behandelt. Männer, welche der Stimme ihres Gewissens folgten und in banger Sorge um die Zukunft der Gemeinde des Herrn den Stammapostel aufmerksam mach­ten auf den Gegensatz seiner in letzten Jahren verkündigten Lehre gegenüber dem, was er in früherer Zeit hinsichtlich des Zeitpunktes der Wiederkunft Christi lehrte und auf die damit der Kirche drohenden Gefahren hinwiesen, wurden unduldsam und lieblos aus der Neuaposto­lischen Kirche ausgeschlossen. In der Folgezeit wurden die Boten Jesu, welche unwandelbar am lauteren Evangelium von Christo festhielten,

 

134

 

wie auch alle wahrheitsliebenden Geschwister, die sich unter der Lei­tung dieser Gottesmänner zusammengeschlossen hatten, in gröbster Weise von neuapostolischer Seite beschimpft und verunglimpft. Vom Stammapostel und manchen andern führenden Männern der Neuapo­stolischen Kirche wurden sie als Judasse, Verräter, Abtrünnige und Ab­gefallene bezeichnet. Ihnen wurden für die Ewigkeit Höllenqualen schlimmster Art prophezeit. Der Stammapostel ließ sich so weit gehen, zu behaupten, jene würden allem Fleische ein Greuel sein. Diejenigen, welche nichts anderes getan haben, als die reine Lehre Christi gemäß der Bibel und dem apostolischen Glaubensbekenntnis zu verkündigen, durften nach der ganz unchristlichen Anweisung des Stammapostels von keinem Neuapostolischen mehr geliebt werden. Für diese, so lehrte der Stammapostel, solle man nicht einmal mehr beten. Welch ein Nie­dergang von christlicher Gesinnung zu abgrundtiefem Haß!

Man war sich an höchsten Stellen der Neuapostolischen Kirche be­wußt, daß in den von uns herausgegebenen Schriften eine solche Fülle von Wahrheiten enthalten ist, daß diese weder vom Stammapostel, noch von irgend jemand anderm widerlegt werden konnten, und darum hat man zu den verwerflichsten Methoden Zuflucht genommen, um die Mit­glieder der Neuapostolischen Kirche vom Lesen solcher Schriften abzu­halten. Dennoch wird sich die Wahrheit über all das traurige Gesche­hen, welches so unsagbar viel Herzeleid über viele tausend Seelen ge­bracht hat, Bahn brechen.

Nunmehr ist es ja so gekommen, wie solches der Stammapostel selber am 12. September 1954 im Gottesdienst in Stuttgart sagte: «Ich weiß doch, wenn ich sterben würde — was nicht der Fall sein wird —, dann wäre das Werk vernichtet.» Tief erschüttert stehen wir jetzt vor der Tatsache, daß das Dogma des Stammapostels, welches in den letzten Jahren der Hauptinhalt neuapostolischer Predigt geworden war und um deswillen viele gewissenhafte Brüder und Geschwister Bitterstes erdul­den mußten, den Ruin der Neuapostolischen Kirche herbeiführen wird.

Aber so sehr bedauerlich es auch ist, daß die einst so blühende Neu­apostolische Kirche einen solchen Zusammenbruch erfährt, so war doch nach der Entwicklung, welche die Neuapostolische Kirche in Lehre, Führung und Methoden in letzten Jahren genommen hatte, der jetzt eingetretene Zusammensturz eines Gebäudes, das in vieler Hinsicht morsch geworden war, vorauszusehen. Wir erkennen darin sogar die waltende Hand Gottes, die ihren Segen zurückziehen mußte von solchen, die unter seinem Namen so viel Trauriges verursacht haben.

Möge nun niemand von Euch die uns in den letzten Jahren so oft vorgebrachten Worte wiederholen: «Wenn der Stammapostel wirklich stirbt, dann hat Jesus gelogen», denn war es schon immer eine furcht­bare Entgleisung, wenn jemand so von Jesu gesprochen hat, aus dessen Mund niemals ein Wort der Unwahrheit gekommen ist, dann dürfte es jetzt wohl jedem klar sein, daß des Stammapostels Botschaft nicht gött‑

 

135

 

icher Herkunft und also verhängnisvoller Irrtum oder sogar schreck­liche Unwahrheit war. Möge auch keiner mehr sprechen, wie es uns so manchesmal entgegengebracht wurde: «Wenn der Stammapostel stirbt, dann glaube ich überhaupt nichts mehr, dann gehe ich in keine Kirche mehr, dann gehe ich in die Welt und lebe meinen Neigungen usw.; denn wenn auch der Stammapostel und viele führende Männer der Neuapostolischen Kirche auf einen Irrweg geraten und in Wort und Tat vom Sinne und Geiste Christi abgewichen sind, dann kann man doch den Glauben an Gott und an seinen Sohn nicht über Bord werfen. Dann kann man das Versagen von leitenden Männern der Kirche doch nicht als Feigenblatt benutzen, um dem, der uns je und je geliebt hat, den Rücken zu kehren. Dann möge man daraus vielmehr die Folgerung ziehen, den Männern zu folgen, die bereits vor Jahren als rechte Wäch­ter auf Zions Mauern die jetzt eingetretene Katastrophe voraussahen und ankündigten und dann als pflichtgetreue Mahner und Warner von den aus ihrer falschen Sicherheit geweckten Mitbrüdern aus der Neu­apostolischen Kirche ausgeschlossen worden sind.

Die Reichsgottesgeschichte aller Zeiten lehrt, daß wenn des Herrn Knechte von Gottes Wegen abwichen und die Ehre Gottes geschmälert und Menschenvergötterung getrieben wurde, der Herr dann andere Männer ausgerüstet hat, seinen Willen auszuführen und suchenden Seelen ein Wegweiser zum ewigen Leben zu sein. So erkennen wir ge­genwärtig in aller Klarheit, daß der damals von uns so bitter empfun­dene Ausschluß aus der Neuapostolischen Kirche durch die Weisheit Gottes zum Guten gewandelt und damit für alle Ehrlichen und Auf­richtigen der neue Weg bereitet wurde, auf dem die wahren Anbeter das Heil ihrer Seele finden werden.

Wir sind in der Apostolischen Gemeinschaft dem Auftrag unseres Senders treu geblieben. Wir haben uns gehalten an das Wort der Hei­ligen Schrift und an die unwandelbare Lehre Christi. In der ewig gleich bleibenden Liebe Jesu Christi reichen wir Euch die Hand und rufen Euch zu: «Kommt, Ihr Amtsbrüder und Geschwister, schließt Euch uns an und streitet mit uns für Jesum. Stellt Euch mit uns in den Dienst des Herrn. Ringet gemeinsam mit uns, durch die enge Pforte einzugehen. Wandelt mit uns auf dem schmalen Pfade der Selbstver­leugnung, des Erduldens von Hohn und Spott um Christi willen. Dann werden wir zusammen mit Gottes Hilfe und des Heilandes Gnade das ersehnte Glaubensziel erreichen.»

Seid uns, Ihr geliebten Brüder und Schwestern in dem Herrn, herz­lich willkommen zu neuer Verbindung in der ersten Liebe.

Die Apostel, Amtsbrüder und Geschwister
der Vereinigung Apostolischer Christen des In- und Auslandes

Herausgeber: Vereinigung Apostolischer Christen, Gartenstraße 693, Zofingen

136

 

 Copyright Info:apostolischekritiek.nl © Copyright 2002/2008 APOSTOLISCHEOBSERVER.NL

 Alle rechten voorbehouden.  Privacy Policy