APOSTOLISCHEOBSERVER.NL   Zusammenfassung HET APOSTOLISCHE WERK IN NEDERLAND

 
 

VOOR NIEUWS EN HISTORISCHE ACHTERGRONDEN.   

<>Index<>Navigatie pagina><Contact<> Disclaimer <> Archief<> An.reageren.<> Boeken <>forum

 

Zusammenfassung

DAS APOSTOLISCHE WERK IN DEN NIEDERLANDEN GEGEN DEN HINTERGRUND SEINES ENTSTEHENS IN ENGLAND UND DEUTSCHLAND

 

DOOR

 

Dr. M.]. Tang

 

 

1. Im historischen Teil dieser Dissertation wird dargelegt, wie das Apostolische Werk heranwuchs aus drei Wurzeln:

    a. die Konferenzen auf dem Gut Albury über die bevorstehende Wiederkunft Christi und die Zeichen davon;

    b. die Ereignisse im Süd-Westen Schottlands, die eine Anzahl von Menschen als neue Ausgiessungen der Gaben des Heiligen Geistes erlebten;

    c. das Auftreten des Pastors der schottischen Gemeinde in London, Edward lrving, der dem Ausüben dieser Gaben in seinen Gottesdiensten Raum bot.

Kennzeichnend für diese Periode urn 1830 waren der stark charismatische Cha­rakter der Bewegung und der Ruf nach Aposteln, die die Kirche zur Einheit und Wahrzeit zuruckführen sollten.

Im Jahre 1835 wurden zwölf Apostel für ihre Aufgabe ausgesondert. Nach einem Jahr der Besinning zu Albury zogen sie nach ihren Stammgebieten in Europa. Da­bei boten sie einer Anzahl von Häuptern in Kirche und Staat ein Zeugnis, ein T esti­monzum, an.

    Der Charakter des Werkes änderte sich bald: von einer protestantischen charismatischen Bewegung in ei ne katholisierende Aemterhierarchie (Krise 1840).

Im Jahre 1855 starben drei Apostel. Obgleich das Testimonium klar steIlt, dass die Kirche nie ohne Apostel hätte sein dürfen, beschloss man, nichts zu unterneh­men, das zur Aussonderung neuer Apostel führen würde.

In Deutschland jedoch rief der Prophet Geyer ab 1862 neue Apostel. Dies führte zu einem Bruch mit der Katholisch Apostolischen Kirche. Einer der Apostel der 'neuen Ordinierung' F.W. Schwartz, fängt 1863 in den Niederlanden seinen 'Apos­tolische Mission' an. Ungefähr zur gleichen Zeit wird in Den Haag die erste Katho­lisch Apostolische Gemeinde in diesem Lande gestiftet.

Auch in dem 'Wiederhergestellten' (Herstelde) Apostolischen Werk entstanden schon zur Zeit von Schwartz Spannungen" zwischen dem charismatischen und dem amtlichen Element, namentlich zwischen Propheten und Aposteln.

Nach dem Tode von Schwartz, 1895, kam es aufs Neue zu einem Bruch: der mehr orthodoxe Flügel steIlte sich auf Seiten des Apostels M. van Bemmel (Her­steld Apostolische Zendingkerk); die Anhänger des 'neuen Lichtes' auf Seiten des Apostels J. Kofman (Hersteld Apostolische Zendinggemeente in de Eenheid der Apostelen). Dieses 'neue Licht' stammte aus Deutschland, von den Aposteln Krebs und Niehaus. Wie sie behaupteten, sollte dem zeitgemässen Wort Gottes durch die lebenden Apostel, den V orrang gegeben werden vor dem Wort Gottes, wie das gesprochen wurde durch die Apostel im Neuen Testament. In den Niederlanden wurde diese Richtung radikalisiert von Apostel J .H. van Oosbree.

So kann man in den Niederlanden drei Strömungen im Apostolischen Werk unter­scheiden: die Katholisch-Apostolische, die Hersteld-Apostolische (Van Bemmel, Kalwij, Ossebaar) und die Neuapostolische (Kofman, Van Oosbree).

 

Im Jahre 1901 starb EV. Woodhouse als Letzter der 'Englischen' Apostel. Weil keine neuen Priester mehr ordiniert und keine Gläubigen mehr 'versiegelt' werden können, leben die Katholisch Apostolische Gemeinden weiter in stets mehr redu­zierter Gestalt.

Nach dem Tode von Van Oosbree folgte eine Spaltung in der Hersteld Apostoli­sche Zendinggemeente in de Eenheid der Apostelen. Sein radikalster Anhang folg­te dem Apostel L. Slok, der Het Apostolisch Genootschap stiftete. Die Uebrigen folgten dem vom deutschen Stammapostel bestimmten Apostel Kamphuis.

Die Botschaft des Stammapostels J.G. Bischoff, dass er nicht sterben würde vor der Wiederkunft des Herrn, führte 1956 zu der Ausstossung von Kamphuis c.s., die die Gemeente van Apostolische Christenen bildeten. Unter dem vom $tammapos­tel eingesetzten Apostel T. Bischoff stifteten diejenigen, die die Botschaft annah­men, die Nieuw-Apostolische Kerk. 1960 starb der 'letzte' Stammapostel; nach ihm amtiert schon ein dritter Nachfolger.

Urn 1970 zerfiel die Hersteld Apostolische Zendingkerk (Ap. Ossebaar) in drei Teile, wovon eine Gruppe die Katholisch-Apostolische Tradition fortsetzen will.

 

2. Im Systematischen Teil werden Lehre und Gebräuche dieser drei Strömungen des Apostolischen Werkes in den Niederlanden dargelegt.

Im Kapittel über die Gotteslehre wird u.A. der Christologie von Irving Aufmerk­samkeit gewidmet Uesus Christus ist gekommen in die gefallene menschliche Na­tur, hat aber nie gesündigt), wie auch der Anthropologisierung der Gottesvorstel­lung bei Van Oosbree und Slok: Gott als Mensch, und unter den Menschen Gott am schönsten als Apostel.

Geschichte und Vollendung. Man betrachtet diese als einen Prozess von zuneh­mendem Abfall, jemehr die Wiederkunft Christi herannaht. Die Französische Re­volution leitete die 'letzten Tage' ein. Das nahezu allgemein angenommene Schema ist: erste Wiederkunft mit Entrückung der Heiligen, grosse Trübsal, Tausendjähri­ges Reich, zweite Wiederkunft Christi urn das letzte Urteil auszusprechen, ewiges Reich der Herrlichkeit. Bei Van Oosbree bekam die persönlicheJenseitserwartung vorherrschenden Nachdruck; Slok verstand die Vollendung als Geschehen inner­halb der Geschichte.

Die Kirche: Anfänglich hat die Katholisch Apostolische Kirche nichts anderes sein wollen als ein Werk Gottes in und für die Kirche in ihrer Gesamtheit. 'Katho­lisch Apostolische Kirche' ist der Name für die ganze getaufte Christenheit, die aufgerufen wird sich zu Einheit und Wahrheit bringen zu lassen unter den Aposteln der Endzeit. Bei den Hersteld-Apostolischen wird der Akzent auf die von den Aposteln zubereitete Erstlingsgemeinde immer stärker und führt bei den Nieuw-Apostolischen zu einer ausgesprochenen sektarischen Absonderung.

Im Kapittel über die Aemter wird gezeigt, wie man versuchte die vier Aemter, ge­nannt in Eph. 4:11 (Apostel, Prophet, Evangelist und Hirte) mit den drei Orden (Diakon, Presbyter oder Priester, Engel oder Bischof) in einem System zu verbin­den. Spannung bleibt besonders zwischen den Aemtern von Apostel und Prophe­ten. Bei den Katholisch-Apostolischen werden die Propheten eingekapselt in die Aemterstruktur; bei den Hersteld Apostolischen führt die Spannung zum Schisma; bei den Nieuw-Apostolischen wurde das Prophetenamt zur Seite geschoben.

In der letzten Strömung entwickelte sich das Amt des Stammapostels, in dem die einheitliche Leitung der Kirche realisiert wurde. Da ist auch eine stets wachsende Identifikation zu konstatieren zwischen dem Sender und dem Gesandten: Christus im Apostel, Christus als Apostel, Gott als Apostel.

Bei der Lehre der Sakramente fallen auf: die deutlich katholisierende Auffassung des heiligen Abendmahls und der stets grösser werdende Bedeutung des Sakramen­tes der Versiegelung: die Taufe mit dem Heiligen Geist, wodurch man als Mitglied der Erstlingsgemeinde vor der grossen Trübsal behütet wird. In der Neuapostoli­sc hen Strömung drang die Versiegelung die Taufe immer mehr in den Hinter­grund. Als Van Oosbree das heilige Abendmahl von dem Versöhnungswerk Christi loslöste und es zu einem 'gemeinschaftlichen Versöhnungstisch' machte, führte dies zu der Ausstossung des Priesters H.]. Smit, der sich dagegen wehrte und die Hersteld Evangelische Apostolische Gemeente stiftete (1926).

Die Liturgie ist bei den Apostolischen in hohem Masse bestimmt von der typol0­gischen Erklärung des Alten Testamentes, besonders vom Kultus in der Stiftshütte Israëls. Bei den Katholisch-Apostolischen überschwenglich ausgewachsen, wurde sie unter Schwartz drastisch vereinfacht, sowohl aus finanziellen Gründen wie urn bei den Niederländern mit ihrem schlichteren Erwartungsmodell Eingang zu fin­den. Hauptgottesdienst blieb die Feier des heiligen Abendmahls, urn welche herum andere Gottesdienste gruppiert werden können.

 3. Kritischer Teil. Obgleich in den vorhergehenden Teilen dieses Buches ausschliess­lich auf die Quellen selbst gehört wurde, mussten dann und wann schon kritische Bemerkungen gemacht werden. In diesem dritten Teil richtet die Kritik sich auf zwei Hauptsachen: die Prätention der Apostolischen, dass sie die ursprünglichen Aemter der Kirche wiederhergestellt haben sollten, und ihre Art der Auslegung der Bibel. Diese Kritik ist nicht gemeint als ein Angriff, sondern als eine Heraus­forderung zum Dialog.

a. Man wirft den Kirchengemeinschaften vor, dass ihre Aemter menschliche Einrichtungen seien (bestenfalls unvollkommene Fortsetzungen der neutestament­lichen Aemter). Das Neue Testament sollte das vierfache Amt, Apostel, Prophet, Evangelist und Hirte verordnen (Eph. 4:11, 1 Kor. 12:28). Schon die ersten Kriti­ker des Apostolischen Werkes stellten das Verordnen einer Kirchenordnung in die­sen Texten in Abrede. Die wissenschafliche Forschung des Neuen Testamentes stellte fest, dass keine einzige Kirchenordnung auf direktem Wege aus dem Neuen Testament abzulesen sei. Damit fällt die Prätention, dass die Apostolischen die ursprüngliche Kirchenordnung wiederhergestellt haben sollten.

Auch stellt man, dass (im Gegensatz zu den Kirchengemeinschaften) die Amtsträger bei den Apostolischen 'nicht von Menschen, auch nicht durch Men­schen, sondern durch ]esu Christ und Gott den Vater' (Gal. 1:1) hörbar durch den Heiligen Geist berufen worden sind. Auch diese Prätention muss zurückgewiesen werden. Die Apostel des vorigen ]ahrhunderts wurden zwar von prophezeienden Personen berufen, aber schon bald wurden es ausschliesslich die Apostel, die bestimmen konnten ob ei ne Prophezeiung echt sei und wie die richtige Interpreta­tion sei. Wer garantiert dann die Echtheit jener ersten Berufungen? Die Prophezei­ungen in jeder der Apostolischen Gemeinschaften haben einander fortwährend wi­dersprochen. Auch die spätere berufungen sind also sehr zweifelhaft. Bei den Neu­apostolisch en hat man sogar die Fiktion der prophetischen Berufungen fallen las­sen.

Die straffe Hierarchie der Aemter und die Unentbehrlichkeit ihrer Mittlerfunktion zeigen nicht die Merkmale der neutestamentlichen Bedienungen.

Für den Dialog werden einige Kriterien vorgeschlagen, die die Grenzen andeuten innerhalb welcher ei ne Aemterstruktur bleiben müsste, sollte sie sich auf das Neue Testament berufen können. Das fundamentale Kriterium ist, dass 'der Sohn des Menschen nicht gekommen ist urn sich dienen zu lassen, sondern urn zu dienen'.

 

b. Der hermeneutische Rahmen der Exegese bei den Apostolischen ist der Funda­mentalismus. Innerhalb dieses Rahmens ist die Typologie die beliebteste Methode der Exegese. Die Kombination beider hat zu einer unbeschränkten Willkür geführt beim Herbeischaffen der loca probantia.

Im Neuapostolischen Zweig des Werkes steIlte man, urn der lähmenden Wir­kung des Fundamentalismus zu entgehen, das Wort des leb enden Apostels über das der Zeugen aus der Periode des Neuen Testamentes. So ersetzte man die eine Form der Willkür durch die andere. Faktisch hat man, aus Mangel an Sachverstand, die Pro bie me, die die Exegese stellt, mehr vermutet als gesehen, geschweige denn, eine adäquate Antwort finden können.

Eine Möglichkeit zu einem Dialog mit jeder der drei Apostolischen Strömungen könnte gefunden werden in der Lehre der dreifachen Gestalt des W ort es Gottes, wie sie von Karl Barth formuliert wurde.

 

 

 

Das komplette Buch>>

22-10-2007

 Copyright Info:apostolischekritiek.nl © Copyright 2002/2007 APOSTOLISCHEOBSERVER.NL

 Alle rechten voorbehouden.  Privacy Policy   

 

 

 


Bigshot Media Flash