Friedrich Bischoff drukkerij en uitgeverij. 1934

VOOR NIEUWS EN HISTORISCHE ACHTERGRONDEN.                      

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Ein jaar "Unsere Familie"
1934.
 

 

Inleiding:

Eigenaar: Friedrich Bischoff. Hij is dan...25 jaar oud. Friedrich heeft de druk en uitgeverij van zijn Vader St.J.G.Bischoff "gekocht" Het is nooit duidelijk geworden hoe hij dat heeft betaald. Jarenlang werd verteld dat het ging om een kleine "huisdrukkerij" Onderstaande reportage laat echter zien dat het ging om een voor die tijd uiterst moderne en volwaardige drukkerij, waar zelfs kranten werden gedrukt, voor derden. Apostolische Broeders en Zusters werden bijna verplicht een abonnement te nemen op het tijdschrift "Unsere Familie". Dat gold zeker voor de Ambtsdragers. Zo had Friedrich het alleen recht voor alle drukwerkzaam heden van de Aposteldistricten.
( wereldwijd)  En zo had Friedrich een prachtig bedrijf betaald door offergelden van de Broeders en Zusters. Zo had hij een eigen prive vliegtuig en liet in 1937 een prachtige villa bouwen. Waar ook zijn Vader mocht wonen. Zo had Friedrich volledig toezicht op het doen en laten van zijn vader. Nu de foto van het huis...

 
Het huis aan de Bernusstrase 7 in Frankfurt am Main. Hier woonde St. J.G.Bischoff van 1937 tot zijn dood in 1960.


Opziener Weine begroet de Stamapostel. Maar let ook op de moderne brievenbus, F.B. op de eerste bus en dan zijn Vader J.G.B.

De redactie wil u nog wijzen op het feit dat het de dertigerjaren betreft, de beruchte crisis jaren. De Broeders en Zusters, en alle andere mensen hebben geen geld, velen zijn werkloos. Maar ook radeloos. Er moet wel eten en drinken komen voor de vaak talrijke kinderen, en kleding. Maar de "Bischoffen" leven als koningen. Zij komen niets tekort. Maar zij leefden wel over de ruggen van de Broeders en Zusters die creperen van de honger.
"Koning" J.G.Bischoff  1938.
 

Heden is de schoonzoon "opperbevelhebber" van het financiële imperium. Meestal aangeduid als Nieuw Apostolische Kerk.
 

Webteam: 15-12-2006.

 

Steht man vor einem bestimmten Lebens' oder Arbeitso abschnitt, nehmen wir an einem Jahr, dann erscheint dieses Jahr unendlich lang. Schier unüberwindbar. Die zwölf Monate dräuen vor einem wie zwölf hintereinander liegende schwere Bergketten, die zweiundfünfzig Wochen gleichen breiten Strömen, die man zu durchschwimmen hat, oder aber, um bei dem Bild der Höhenzüge zu bleiben, Hügelreihen, die mit dichten Wäldern bedeckt sind und gefahrvolle Schluchten in sich bergen. Und doch, hat man diese Zeit, diese Epoche, diese Frist überwunden, dann kommt sie einem vor, als ob sie nichts gewesen wäre als eine kurze Gliederung von Tagen und Stunden, und als ein Spaziergang, den man durch wohl' gepflegte Anlagen gemacht hat. Alles ist schnell verflogen, rasch verflossen. Die Erlebnisse, die einen packten und er' schütterten, die einen so aufpeitschten, daß man dachte, nimmermehr würde man ihre Wichtigkeit vergessen, sie er' scheinen jetzt nichtig und nebensächlich. Von allen Freuden und Leiden ist nichts mehr übrig geblieben als das Bewußt- sein der Arbeit, die man geleistet hat, als die Tat, an der man schaffte, und als der Erfolg, der einem in diesem Arbeiten und Schaffen beschieden war.
Unser Streben, unser Fleiß und alle Aufmerksamkeit waren in der verflossenen Zeit der vorliegenden Zeitschrift gewidmet. Eigentlich konnte sie Anfang Dezember ihren ersten Geburtstag feiern, aber wie wir schon bekanntgaben, nahmen wir davon Abstand, das Jubiläumsheft im Dezember erscheinen zu lassen. Wir verlängerten aus praktischen Gründen den ersten Jahrgang um zwei Hefte und ließen den zweiten mit dem Januar 1935 beginnen. Jeder unserer Freunde wird sich denken können, daß uns bei dem Rückblick feierlich zumute ist und daß wir glauben, allen unseren Lesern, aber auch uns selber einen kleinen Ueberblick geben zu müssen. Wir hegen dabei die Hoffnung, daß hierdurch das Band zwischen Leserschaft und Verlag noch enger ge- knüpft wird, und daß jeder in doppelter Weise die Liebe spürt, die uns von der ersten Minute an vereinigt hat und auch in alle Zukunft hinein zusammenhält.
Der Gedanke, eine Zeitschrift für unsere Kreise zu schaf- fen, war nicht neu. Er konnte aber erst in die Tat umge- setzt werden, als die Voraussetzungen dazu erfüllt und die Genehmigung dazu erteilt war. Mit aller Kraft ging es dann an die Arbeit. Ein Prospekt wurde in die Welt geschickt und zum Abonnement aufgefordert. Nie werden wir die Tage vergessen, die uns in der ersten Dezemberwoche des Jahres 1933 beschert wurden. Jeder Morgen brachte Stöße von Bestellungen, und einmal gingen die Schreiben so zahlreich ein, daß die Post sogar dazu gezwungen war, uns die Briefschaften in einem besonderen Sack zuzustellen. Als er in einem unserer Bürozimmer ausgeleert wurde, war unsere Freude groß, galt es doch jetzt als feststehend, daß die Zeitschrift gesichert war und so erscheinen konnte, wie wir es uns vorgenommen hatten: Gut und der Wahrheit dienend, volkstümlich und der Pflege aller edlen Bestrebungen gewidmet, schlicht und doch in Ausstattung und Inhalt so reichhaltig und verschiedenartig wie nur möglich.
Die Adventszeit war da, und es hieß, vor dem Weih- nachtsfest die zwei ersten Nummern fertigzustellen. Wie wir geschafft haben, bis wir die Aufgabe zuwege brachten, ver' mögen wir heute 'nicht mehr zu fassen. Jedenfalls, wir zwangen die Arbeit und waren stolz auf sie. Fünfundzwanzig Mädchen wurden beschäftigt, um nach den eingegangenen Bestellungen eine Kartothek herzustellen, Setzer und Drucker hatten ge- waltige Leistungen zu vollbringen, damit das Werk ins Rol' len kam und Gestalt annehmen konnte. Nicht geringe Sorge
machte uns das Titelbild für die erste Nummer, sollte es
doch den Bestrebungen, die wir mit der Zeitschrift

verfolgten, Aus' druck verleihen. Unterstützen wollten wir
das Familienleben, dem Vater wünschten wir
ebensoviel zu bieten, wie der Hausfrau und den Kindern.
Nicht allein reinen, unterhaltenden Stoff und nicht nur
moralisch-ästhetische Artikel wünschten wir zu bieten, nicht nur Schilderungen aus dem Dasein und Kämpfen derjenigen, die zu uns gehören, nein, mit unseren Abhandlungen gedachten wir Heimat und Welt zu umfassen, unseren Freunden praktische Winke zu erteilen, der Hausfrau mit guten Ratschlägen zur Seite zu stehen, Knaben und Mädchen durch belehrende Abhandlungen zum Fleiß und zur Ordo nung anzuhalten und selbst den Kleinen durch Hinweise auf schöne und selbst zu verfertigende Spiele Winke zu erteilen. Alle diese Momente sollten im ersten Titelbild zusammen- gefaßt sein. Da beauftragten wir einen unserer Zeichner, ein Bild zu entwerfen, das eine Familie bei dem Schein der abendlichen Lampe um den Tisch geschart sieht. Wir haben mittlerweile bessere Titelbilder gehabt, noch aber steht uns das erste vor Augen wie ein Symbol.
Welche Beratungen übrigens stattfanden, ehe der Name für unsere Zeitschrift geboren war, ehe wir uns über die Ausgestaltung geeinigt hatten, Mitarbeiter auf Schriftstelle- rischem und photographischem Gebiet gesucht hatten, ach, all das gehört der Vergangenheit an und steht doch vor uns, als ob es erst gestern gewesen wäre. Wer es mitgemacht hat, wird es niemals vergessen.
Und dann das Erscheinen der ersten Nummer. Wie waren wir stolz, froh und selbstbewußt und merkten kaum, daß wir nur an einem Ausgangspunkt standen, und es die Aufgabe eines ganzen Jahres sein sollte, diesen Ausgangs- punkt zu erweitern und zu festigen. Von den zahlreichen und mannigfachen Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellten und die es zu überwinden galt, nur eine: Noch befand sich die erste Ausgabe unserer Zeitschrift nicht im Besitz des größ- ten Teiles unserer Leserschaft, da wurde in Berlin ein Gesetz erlassen, wonach es verboten war, neue Zeitungen und Zeit- schriften zu gründen. Manche Aufregung entstand. Da aber bewiesen werden konnte, daß wir schon seit Wochen an dieser Zeitschrift schafften, daß die Auflage fertig gedruckt war und sich auch schon viele Exemplare in den Händen von Abonnenten befanden, wurde der Zwischenfall rasch erledigt. Wir konnten beruhigt an die weitere Arbeit gehen.
Unser Werk, an und für sich verantwortungsvoll, fand nicht geringe Förderung durch einen Moment, der uns mit Ge- nugtuung erfüllte und nimmer müde werden ließ. Und das war das Interesse, das die Neuschaffung dieser Zeitschrift in allen Kreisen erweckte. Von überall her kamen begei- sterte Zustimmungen, wurden wir immer wieder davon be- nachrichtigt, eine wie große Freude es bereite, wenn ein Heft komme, mit welcher Hingabe man die Artikel, Bild- serien und Gedichte verfolge, und wie man bemüht sei, das Gute und Schöne, das wir mit Bewußtsein in die Zeilen legten, herauszuschöpfen und sich zu Nutzen zu machen. Wenn wir diesen Widerhall nicht gehabt und nicht täglich Beweise darüber erhalten hätten, wie stark „Unsere Familie" Wurzel schlug, wenn uns nicht immer wieder die unendliche Liebe klar geworden wäre, die uns aus den Kreisen unserer Abonnenten entgegenfloß und noch entgegenfließt, wir hätten manche Aufgabe nicht so energisch zu lösen vermocht, die Erfüllung unserer Pflicht wäre eine schwerere gewesen. Das innige, seelische Zusammenleben aber mit denen, für die wir schaffen, bestärkte unsere Kraft, beflügelte den Geist und machte uns noch williger im — Dienen. Denn dienen wollen wir allen denen, die diese Hefte in die Hand nehmen und sich an dem Inhalt erfreuen und ergötzen.
Der zweite Jahrgang hat begonnen. Wir würden weniger zuversichtlich in die Zukunft schreiten, wenn wir nicht der
Treue bewußt wären, die uns alle miteinander vereint.
Ob ihr in Ostpreußen, in Thüringen wohnt, in der
Schweiz, in Holland, Südafrika oder Frankreich, wir
denken an euch. Beim Aussuchen einer einzigen kleinen Erzählung,
bei jedem Niederschreiben eines Artikels, bei jeder
Veröffentlichung einer Bildserie oder einer Photographie wird daran
gedacht,was ihr wohl zu unserer Arbeit sagen mögt. Dieses Sich- einfühlenwollen in euer Leben, in eure Arbeit und in eure Ansichten vom Leben ist das Geheimnis, das diese Zeitschrift erfüllt. Wir wissen, daß wir in Kleinigkeiten nicht immer so treffen, wie es dem oder jenem recht ist, aber dafür sind wir ja Menschen, und — es allen recht zu machen, ist noch niemand gelungen. Das wißt ihr ja auch.
Beim Anfang des zweiten Jahrganges wollen wir euch versprechen, daß wir in den alten Bahnen weiterwandeln und nicht von unseren Zielen lassen wollen. Die gleichen Aufgaben sind uns gestellt, und wir werden sie so und noch besser zu erfüllen suchen, wie es uns bisher geglückt ist.
Das können wir allerdings nur, wenn ihr uns die Liebe, die wir euch gegenüber hegen, in demselben Maße wiedergebt und in nicht geringerem Grade unsere Treue durch die gleiche Eigenschaft belohnt. Eigentlich ist es unnötig, darüber zu sprechen, denn wir fühlen die starke und unzerreißbare Kette, die uns miteinander verbindet. Wir wollten aber, wie wir anfangs sagten, einen Rückblick halten, und da ereignet es sich wie stets bei derartigen Fällen, daß das Herz warm wird, Gefühle der Freundschaft emporsteigen und die Ge- danken mehr in die Feder diktieren, als man im Grunde genommen zu sagen hätte.
Mit Gott. Dieser Leitspruch ließ uns das Werk beo ginnen. Dieselben Worte sollen uns jetzt zu neuen Leistungen
und Taten führen.

Erinnerungen an das erste Heft unserer Zeitschrift

Wie unsere Zeitschrift
hergestellt wird

 


Graphiker beim Zeichnen

In stetem Fluß ist die Arbeit der Schriftleitung beo griffen, die Schreibmaschinen klappern, diese oder jene eigene Arbeit entsteht. Daneben heißt es, zahllose Manuskripte durchzuprüfen, flattern doch täglich vielerlei Zuschriften und Bilder auf den Schreibtisch und häufen sich in oft beo ängstigendem Maße. Von der ernsten und heiteren Seite des Lebens, mehr oder minder geschickt erzählt oder photoo graphisch festgehalten, wird so manches vorgelegt und harrt der Beurteilung. Wollte die Schriftleitung auch nur zum geringen Bruchteil alles, was ihr angeboten und sogar von ihr als brauchbar befunden wird, veröffentlichen — der Umo fang unserer Zeitschrift müßte um ein Mehrfaches verstärkt werden.


Maschinensetzer bei der Arbeit

Hundert Möglichkeiten, ein einziges Heft zu gestalten, ergeben sich. Der Raum ist aber begrenzt, strengste Auslese tut not. Da ist es eine verantwortliche und nicht leichte Aufgabe, aus dem verschiedenartigsten Material eine einheit, liche Gestaltung mit bestimmtem Charakter so zu formen, wie es unserer Auffassung und Wesensart entspricht. Ist diese Arbeit erfolgt, so steht der Schriftleitung das Ge- sicht der künftigen Nummer vor Augen. Die näheren An, weisungen können getroffen werden.
Von der Redaktion wandert das gesamte Material, das zur Veröffentlichung bestimmt ist, in die Druckerei.
Die technische Gestaltung beginnt:
Zunächst gehen die Artikel, die mit Bildern ausgestattet werden sollen, zu dem Graphiker. Hier verspürt man das ernste Bestreben, der Zeitschrift eine künstlerische Form und Linie zu geben. Wie die einzelnen Seiten der Zeitschrift wirkungsvoll aufzuteilen sind, wie die Art der Beschriftung zu den Artikeln sein soll und wie die Illustration zu einer Plauderei, einer Erzählung oder humorvollen Begebenheit be, schaffen sein müßte, das alles wird hier festgelegt. Liegen keine eigenen Entwürfe sondern Bilder aus anderer Hand vor, dann wird bis ins Einzelne die beste Ausnützung und die praktische Verwendbarkeit des Materials berechnet.
Es verfließt häufig in diesem Hand,rn.Hand,Arbeiten zwi, schen Schriftleitung und Graphiker geraume Zeit, ehe eine einzige Seite in ihren Grundlinien umrissen ist. Aber einmal kommt alles zum Abschluß, und schließlich gibt der Graphiker die Manuskripte samt ihrer Aufteilung in den Setzmaschinensaal, die Bilder und Entwürfe finden ihre besondere Bearbeitung in der Klischeefabrik.
Klischieren nennt man das Verfahren, ein Lichtbild auf Metall (meistens Zink) zu übertragen. Der Vorgang beruht auf chemischen Prozessen, die ähnlich wie bei einer Photo, graphie verlaufen, nur daß es sich hier um ein Photographieren.


Im Handsetzersaal. Der Inseratenmetteur bindet soeben eine fertige Anzeigenseite aus. In den Fächern der einzelnen Kästen liegen die Typen der verschiedenen Schrifttarten.

auf lichtempfindliche Metallplatten handelt. Die Negative — eben diese dünnen Metallplatten — werden auf Holzunterlagen befestigt, die gleiche Höhe mit dem übrigen Satz einer Text, oder Anzeigenseite besitzen. Sie können also ohne weitere Schwierigkeiten eingebaut werden.
Man unterscheidet Hand, und Maschinensatz. Da der zweite aus dem ersten hervorgegangen ist, halten wir zu. nächst in der Handsetzerei Umschau. Sie erinnert an die frühesten Zeiten der Schwarzen Kunst — so nennt man die Buchdruckerei — und stellt ein Stück Geschichte dar.
In mittelalterlicher Zeit wurde mit dem sogenannten Holz, stock gedruckt. Meister und Gesellen schnitzten in Holz, platten je nach Größe der Bücher ganze Seiten voller Buch, staben und Bilder, überstrichen sie mit Farbe und zogen sie einzeln auf Pergament oder Papier ab. Nach unseren heutigen Begriffen eine zeitraubende und mühselige Arbeit. Umwälzend auf den gesamten Buchdruck wirkte der Gedanke Gutenbergs (1400-1467 in Straßburg und Mainz), in dieses starre Verfahren größere Bewegungsmöglichkeit zu bringen. Er ging daran jeden Buchstaben für sich getrennt auszu• schneiden, setzte sie dann in Wörtern und Sätzen neben, einander und erhielt auf diese Art und Weise genau die Seite, die vorher in einem Stück geschnitten werden mußte. Früher konnte man das Material, wenn es abgedruckt war, nicht mehr verwenden, jetzt war es möglich, jeden geschnittenen Buchstaben solange zu benutzen, bis er unbrauchbar geworden war. Von Gutenbergs Erfindung bis zur Verwirklichung des Planes, metallgegossene Buchstaben zu verwenden, war es nicht mehr ein allzu großer Schritt. Dieses System findet sich heute noch — natürlich entschieden verfeinert und aus, gebaut — in der Handsetzerei.
Viele große Kästen stehen da mit Fächern, die an. gefüllt sind mit Buchstaben in verschiedensten Schriftgraden. und ,arten. Flink gehen die Hände der Setzer von Fach zu
Fach, reihen Lettern an Lettern, von den dicksten bis


Der Textmetteur beim Umbruch. Im Hintergrund sieht man ganze Spalten fertigen Maschinensatzes.

zu den feinsten. Was sie da hinzaubern, kann ein Laie nicht erhaschen. ist doch ein solcher Satz — heute wird er nur noch im Buchdruck, bei Formularen und beson- ders für die Anzeigen angewandt negativ und so gehalten, wie
eine Schrift aussieht, wenn man sie gegen den Spiegel hält und dann beo trachtet. Erst ein Abzug, hergestellt durch Walze,
Farbe und Papierbon gen gibt das regelrechte Druckbild wieder und er- möglicht genaues Lesen und Prüfen. Auf einer Platte werden die An- zeigen zu einer Seite zu- sammengestellt, die nun einen harten Gang an- zutreten hat. Sie kommt in die Sterotypie wo Blei in Oefen brodelt, Hammer und Bürste auf ihr Opfer warten. Gleich- mäßig wird der Ano.
zeigensatz überklopft und von der Mater, einer biegsamen, feuch-ten und feuerfesten Pappmasse überdeckt.

lieber das Ganze gehen nun exakte Bürstenschräge mit solcher Gründlichkeit, daß sich die Anzeigenseite in die Mater einpreßt und folglich ein positives Bild liefert. Die Mater bringt man, nachdem sie getrocknet ist, in die Gießform und schüttet flüssiges Blei über sie. Dadurch entsteht die fertige Platte, die nach dem Erkalten, befeilt, besägt und zum Druck fertig gemacht wird.
Machen wir aber kehrt und wenden uns einem Raume zu, aus dem Setzmaschinengeklapper ertönt. Vor hohen Maschinen, die in ihren metallischen Teilen blitzsauber blinken, stehen Setzer, die behende auf eine Tastatur, ähnlich derjenigen einer Schreibmaschine, tippen. Surrend gleiten Matrizen, metallene Buchstaben, aus dem eisernen Rahmen herab, stellen sich wie beim Handsatz nebeneinander und sammeln sich zu einer Zeile. Diese Matrizenzeile kommt mit flüssiger Bleimischung in Be- rührung und prägt sich ab,


Der Stereotypeur beim Herstellen einer Matrize

wodurch eine fertige Bleizeile mit Spiegelschrift entsteht.
Bleizeile an Bleizeile stoßen die Setzmaschinen in geordneter Folge ab. Eine ganze Menge, eine sogenannte Spalte, ist bald zusammen. Auch sie kann vom ungeübten Auge nicht gelesen werden, weil sie ebenso wie der Handsatz in Spiegelschrift gehaltenist. Um sich von der Richtigkeit des Gesetzte überzeugen zu können, wird der Satz abgezogen und vom Korrektor an Hand des Manuskriptes gelesen. Dennoch
kommt es auch bei der aufmerksamsten und von vielen Korrektoren erledigten Nachprüfung vor, daß Satzfehler stehen bleiben. Dieser Umstand hat einemal einen amerikanischen Millionär veranlaßt, einen Preis von 100 000 Dollar für den Korrektor auszusetzen, der die fehlerlose Herausgabe eines Bus' ches ermöglicht. Viele versuchten ihre Kunst und ihr Glück, bis heute aber gelang es keinem,
die gestellten Bedingo ungen zu erfüllen Nach diesem kleinen aber wahren Zwischenspiel, das die in der...

 


 Ein Drucker beim Zurichten einer Druckform. Die im Druck schwach erscheinenden Stellen werden durch Anmalen gekennzeichnet und mit Seidenpapier unterlegt.


Ein Drucker beim Ätzen der mechanisch. Bildzuridnung

 

Tat bestehende Schwierigkeit richtigen Korrekturlesens veranschaulichen sollte, zurück zu unserem Thema und hinein in andere Abteilungen:
Das Gesetzte oder der „Satz" nimmt seinen nächsten Weg zum Textmetteur, zu deutsch: Dem Zusammen- steller der einzelnen Seiten. Er heißt so, weil er den Satz nach den Skizzen des Graphikers zu Seien zusammenstellt oder fachmännisch gesagt: umbricht. Des weiteren hat er die Aufgabe, die nicht maschinenmäßig, sondern mit der Hand angefertigten Ueberschriften sowie die Klischees in den dafür bestimmten Raum einzufügen. Hat der Metteur diese Arbeit abgeschlossen, und ist noch einmal letzte Korrektur gelesen worden, so wer- den die Seiten zur Druckmaschine geschafft. Hier schießt man sie — je nach dem Umfang der erforderlichen Bogen sind es vier, acht oder sechzehn — in einer Form zusammen. Der Drucker trifft nun in langem und oftmals schwierigen Arbeitsgang die letzten Vora bereitungen für den eigentlichen Druck. Ein Probe' abzug wird gemacht und ermöglicht es, eingehende Untern suchungen über die Schönheit des späteren Druck- bildes anstellen zu können. Schwach in der Wiedergabe erscheinenden Stellen hilft man durch sorgfältige Zug richtung auf dem Zylinder nach. Für klaren und deutlichen Abdruck der Klischees hat man durch Aetzen von Zurichtfolien, die ebenfalls auf dem Zylinder befestigt
werden, Vorsorge getroffen. Alles in allem werden
durch diese genannten Hilfsmittel, die, um voll ver,...


Blick in 'einen Druckmaschinensaal


Die Form ist endgültig fertig, der Drucker erzeugt noch einmal durch Klopfen die gleichmä$ige Höhe der Zeilen und Bilder.


Der Drucker beginnt mit dem Druck der Zeitschrift.

standen zu werden, technische und fachliche Kenntnis voraussetzen, gut ausgeprägte und scharfe Druc erzielt.
Endlich naht der große Augenblick, da die Druc maschinen zu laufen anfangen, die vielen Räder ui Rädchen und Walzen in Bewegung geraten und Boge auf Bogen in die Maschinen wandern und sie fei säuberlich als Zeitschriftenblätter verlassen. Ist die At lage durchgedruckt — was oft Tage beansprucht — wird die letzte Etappe bis zur endgültigen Herausgá der Zeitschrift in Angriff genommen: das Falzen, He ten und Schneiden der Druckbogen beginnt. Ueber die Arbeiten, ausgeführt in einem besonderen Betrieb, we den wir demnächst berichten.
Beschließen wir unseren Gang durch die Drucker mit einem Rundblick. Stöße von Papier ragen im Lager.

Papier wird zum den Maschinen gebracht

auf, aus der Versandabtei lung fahren Karren mit fers tig verpackten Exemplaren Ein Blick auf ihre Adresser besagt, daß das Feld un; serer Zeitschrift sehr wei reicht und nicht vor der Grenzen des Deutschen Rei: ches halt macht, es geh über sie hinweg, und zwar: bis in ferne überseeisch Länder hinein.


An einem Tiegel. Hier werde kleinere Druckaufträge erledigt.


An der schneide maschiene.

 

Aus unseren Darlegungen wird der Leser die Einsicht gewonnen haben, wie verzweigt und verästelt ein Druckereibetrieb ist, und wieviele schaffende, fachmännisch gebildete Hände er beherbergt. Keine eingehende technische Schi1~ derung gedachten wir zu geben, das wäre unangebracht und bedürfte zur Veröffentlichung eines größeren Raumes. Wir wollten zeigen, daß die Herausgabe einer Zeitschrift, die nicht marktschreierisch und nicht an den Tag gebunden sein will, eine verantwortliche Sache ist. Eine Sache, die nur erledigt werden kann, wenn alle an ihrer ideellen und mechanischen Fertigstellung beteiligten Kräfte immer wieder aufs neue Herz
und Geist, Hand und Faust einsetzen.



Ein kleiner Teil des Bücher- und Zeitschriftenlagers.


 Blick in die Expedition.


Automatische Falzmaschine in Tätigkeit.

Bron: "Unsere Familie" jaargang 2 nummer 1 Januari 1935.

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