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     Stamapostel J.G.Bischoff                 
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De Biografie van Stamapostel J.G.Bischoff met vele foto's(ALLE FOTO'S ZIJN DOOR EEN MUISKLIK TE VERGROTEN.)

Beluister de originele stem van J.G.Bischoff, waar hij het heeft over ZIJN boodschap Luister verder...

Enkele dokumenten.


 

EIN BEDEUTUNGSVOLLER TRAUM
Der junge Mann, der in einer bescheidenen Kammer in seinem Bett lag, warf sich unruhig hin und her. Ein Traum war es, der den Siebzehnjährigen sehr ängstigte: Er war in einen Raum geführt worden, durch dessen Tür ein großer Drache hereinkam. Der wollte sich auf den jungen Mann stürzen. Doch in diesem Augenblick öffnete sich eine andere Tür: Eine Gestalt trat ein und sagte: „Dieser ist mein!" Noch während des Traums wurde ihm klar, daß die Gestalt Jesus war, der den Drachen hinausdrängte.
Der junge Mann — Johann Gottfried Bischoff — hat diesen Traum sein ganzes Leben hindurch nicht vergessen. Und im Lauf der vielen Jahre, die er über diese Erde ging, wurde es ihm immer deutlicher, daß der Herr ihm zu verstehen geben wollte, daß er auf ganz besondere Weise zu seinem Eigentum ersehen war.
Johann Gottfried Bischoff wurde im Jahre 1871 in Unter-Mossau im Odenwald geboren. Wie seine Vorgänger im Stammapostelamt, Friedrich Krebs und Hermann Niehaus, erblickte auch Johann Gottfried Bischoff in großer äußerer Armut das Licht dieser Welt. Der Geburtsort Unter-Mossau liegt mitten in der hügeligen Landschaft des Odenwaldes, nicht weit von Erbach und Michelstadt entfernt.
Sein Vater Peter Bischoff war von Beruf Maurer. Er verdiente, wie Johann Gottfried Bischoff später berichtete, in der Sommerzeit etwa 1,50 Mark pro Tag. Im Winter, wenn Eis und Schnee herrschten, war er oftmals ohne Arbeit. Die Mutter half in der La-tlwirtschaft mit, um das mehr als spärliche Einkommen ein wenig aufzubessern. Die zwölf Kinder taten das Ihre dazu, indem sie Brennholz für den Winter sammelten, auf den abgeernteten Feldern nach Ähren oder Kartoffeln suchten und, wenn sie groß


J.G.Bischoff zo "bescheiden" als hij was. Grotere auto's waren er in die tijd nog niet.


Friedhof in Unter-Mossau

 

genug dazu waren, auf den umcgenden Bauernhöfen ebenfalls in der Landwirtschaft mitarbeiteten.
Es herrschte eine für uns heute fast unvorstellbare Armut. J. G. Bischoff hat im Kalender „Unsere Familie" des Jahres 1940 über diese Kinder- und Jugendjahre berichtet: „Manches Mal hat meine Mutter, wenn ich morgens zur Schule ging, gesagt: ,Wenn du heimkommst, steht dein Kaffee auf dem Ofen, und in der Schublade liegt ein Stück Brot für dich.' Das war mein Mittagessen..."
Die Familie Bischoff gehörte zu den wenigen katholischen Einwohnern von Unter-Mossau. Die meisten dort waren evangelischen Glaubens. Zur Kirche mußte die Familie nach Erbach laufen, ein Fußweg von vielleicht sechs bis sieben Kilometern.
Johann Gottfried Bischoff war gerade zehn Jahre alt, als einer seiner älteren Brüder mit 23 Jahren starb. Ein anderer Bruder wurde, gerade achtzehnjährig, von dieser Welt abgerufen, eine Schwester ein Jahr später mit 22 Jahren.
Aber der härteste Schlag, der die Familie traf, war der Tod des Vaters am 15. Juni 1883. Der elfjährige Johann Gottfried war groß genug, über sein Alter hinaus gereift, um zu ermessen, was dieser Verlust für seine Mutter, seine Geschwister und ihn selbst bedeutete. Diese Schicksalsschläge und die Entbehrungen seiner Kindheit ließen ihn vorzeitig erwachsen werden.
Die Mutter mußte sich nun allein mit ihren Kindern durchschlagen, und da war es wohl für alle ganz selbstverständlich, daß sie beitrugen, was in ihren Kräften stand, um den Lebensunterhalt mitzuverdienen.
Mutter Bischoff legte Wert darauf, daß ihre Kinder, auch die Buben, im Haushalt halfen; sie lehrte sie waschen, flicken und stricken. „Ihr wißt nicht, Kinder, ob ihr nicht später eure Kleider selbst instandhalten müßt",

Schule in Unter-Mossau

sagte sie oft. Und wenn eines mit zerrissenen Sachen heimkam, drückte sie ihm Nadel und Zwirn in die Hand und vielleicht sogar noch einen Stofflappen unnl trug ihm auf, den Schaden selbst zu reparieren. So wies die Kleidung der Bischoff-Kinder im Lauf der Zeit immer mehr Flickstellen und Flicken auf, so daß von dem ursprünglichen Stoff nicht mehr viel zu sehen war. Neue Hosen und Hemden, Jacken, Röcke und Blusen anzuschaffen — dazu reichte das Geld nicht. Manchmal wurden die Kinder, wenn der Brotkasten leer war, mit einer Handvoll getrockneter Apfel- oder Birnenschnitze ins Bett geschickt. So war trockenes Brot — ohne Aufstrich und Wurst! — geradezu ein Leckerbissen.
Johann Gottfried Bischoff war Zeit seines Lebens für seine große Bescheidenheit ebenso bekannt wie für seine Dankbarkeit für das tägliche Brot. Nie hat er mehr für sich erstrebt als Nahrung, Kleidung und Wohnung; seine harten Kinder- und Jugendjahre hatten ihn nicht nur darin geformt, sondern ihn auch das Mitleid mit den Armen und Bedürftigen gelehrt, hatte er doch selbst viele Jahre lang zu ihnen gehört. Darum half er bei irdischer Not, wo er konnte, und oft bis an die äußersten Grenzen seiner Möglichkeiten. -
Dennoch — es war keine ganz freudlose Kindheit, die er und seine Geschwister durchlebten, war sie doch erhellt von der Liebe ihrer Eltern. Bei aller Kargheit des Daseins vermochten sie immer Geborgenheit und ein wenig Freude zu schenken.
So war es schon Freude, wenn die Kinder zu Weihnachten kleine Gaben erhielten — zwei Stückchen Anisgebäck, zwei kleine Lebkuchen, das Stück zu zwei Pfennigen, dazu ein paar Äpfel und einige Nüsse, alles in einer Zigarrenschachtel untergebracht. Aber diese bescheidene „Bescherung" weckte in dem jungen Johann Gottfried wohl mehr Freude, als sie

Ortseingang von Unter-Mossou

heutzutage so manches Kind empfindet, das vor einem reichen Gabentisch mit teuren Geschenken steht.
Nach seiner Schulentlassung erlernte der junge Johann Gottfried Bischoff das Schuhmacherhandwerk. Nebenher arbeitete er aber immer noch in der Landwirtschaft, um ein wenig mehr zu der knappen Haushaltskasse beizutragen. So trug er beispielsweise als Fünfzehnjähriger zentnerschwere Getreidesäcke von der Scheune drei Stockwerke hoch auf den Speicher eines Wohnhauses — eine Anstrengung, unter der er schließlich vor Erschöpfung zusammenbrach. Wen wundert es da, daß seine Einberufung zum Militärdienst für den jungen Mann eine Erleichterung bedeutete.
Daß er sich nun leidlich satt essen konnte, daß er anständige Kleidung zur Verfügung gestellt bekam und eine warme Stube hatte, war für ihn eine große Verbesserung seiner Lage.
Noch wichtiger und schöner war jedoch für ihn, daß er während seiner Militärzeit in die Neuapostolische Gemeinde eingeladen wurde. Das war in Mainz, wo er an Ostern 1897 zum ersten Mal einen Gottesdienst besuchte.
Die Mainzer Gemeinde bestand erst seit 1896. Ein Jahr zuvor war das Zeugnis vom Werk Gottes in die Stadt am Rhein gebracht worden, und am 5. Juli 1896 konnte Apostel Gustav Ruff in einer Dachstube in der Gaugasse die erste Versiegelung durchführen.
Johann Gottfried Bischoff kam nicht allein, als er an jenem Ostersonntag 1897 zum ersten Mal das Haus Gottes betrat. Zwei Sergeanten des Großherzoglich Hessischen Infanterie-Leibregimentes Großherzogin Nr

Elternhaus des Stammapostels heute

als auch die drei Unteroffiziere vom wiederaufgerichteten Apostelamt erfuhren. Sie prüften Gottes Werk und standen am 20. Juni 1897 vor dem Altar, um durch Apostel Ruff den Heiligen Geist zu empfangen: Johann Gottfried Bischoff und seine beiden Kameraden Heinrich Hilmer und Jakob Bitsch, außerdem Karl Bauer, seine Ehefrau Katharina, geborene Herrmann, mit ihren Kindern Magdalena, Peter, Georg, Paul und Karoline sowie aus Wiesbaden Bernhard Appelfelder und Familie.
Wie es seinem heiligen Eifer für die Sache des Herrn entsprAh, war es das Ziel von Apostel Ruff, der die Gotteskinder in weiten Teilen Süddeutschlands betreute, weitere Gemeinden in seinem Arbeitsbereich ins Leben rufen zu können. Dazu freilich bedurfte er Mitarbeiter, um die er den lieben Gott immer wieder in herzlichen Gebeten anflehte.
Der Apostel kannte und schätzte den jungen Bruder Bischoff sehr, und so litt und bangte er mit ihm, als dieser wenige Wochen nach seiner Heiligen Versiegelung seine erste schwere Glaubensprüfung durchleben mußte. Im Sommer 1897 erlitt er während eines Truppenmanövers einen schweren Blutsturz, dessen Folgen ihn dienstunfähig machten. Er wurde im November als Invalide aus dem Militärdienst entlassen — mit einer winzigen Rente, die zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel war.
Natürlich hatte er seiner Familie im heimatlichen Unter-Mossau mitgeteilt, daß er nunmehr der Neuapostolischen Gemeinde angehöre, hatte ihnen auch Zeugnis gebracht und mit heißem Herzen gehofft, seine Lieben daheim würden das Werk Gottes erkennen und mit ihm zusammen den Glaubensweg gehen. Doch das war leider nicht der Fall.
Vielmehr sahen einige seiner Angehörigen in der schweren Erkrankung von Johann Gottfried eine Strafe Gottes dafür, daß er aus der katholischen Kirche ausgetreten war. Auf jeden Fall konnte er von daheim in seiner prekären, ja fast hoffnungslosen Lage keine tatkräftige Hilfe erwarten. Er erfuhr sie von anderer Seite.
 

 

 

In diesem Haus verbrachte der Stammapostel seine Kindheit

in
faßte er sich eines Tages ein Herz und denn eigentlich der Betrag sei, den man zelnen überlassen, erhielt er zur Antwo sondern Freiwilligkeit. „Ja", sagte Bru-
der Bischoff, „was heißt freiwillig? Geben Sie mir doch bitte einen Fingerzeig, ich gebe gern meinen Teil." Da erwiderte der Diakon: „Wenn Sie es genau wissen wollen, aber Sie sind nicht gehalten, das zu tun: Ich gebe den Zehnten meines Einkommens."
Bruder Bischoff nickte und dachte bei sich: Das Lokal kostet Miete, die Kohlen kosten Geld, die Beleuchtung bekommt man auch nicht geschenkt, der Abendmahlswein, Hostien, die Beschaffung von Sitzgelegenheiten und vieles andere sind nicht umsonst zu haben. So fand er es keinesfalls übertrieben, den Zehnten zu opfern; trotzdem hielt er sich nicht immer daran, sondern meinte, daß mehr zu geben ja nicht verboten sei.

Stammapostel Bischoff (letzte Reihe, Mitte) Bezirksältester Bauer (links neben dem Stammapostel) und die Familie des Hirten Hilmer (vorn) 1924 in Wiesbaden

Seine Glaubensgeschwister ließen ihn nicht im Stich. Sie beteten für ihn und sorgten auch dafür, daß er ein Dach über dem Kopf und eine bescheidene Einnahmequelle hatte, dank derer er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. So nahmen die Geschwister Bauer J. G. Bischoff in ihrem Haus „Hintere Bleiche 15" auf. Dort richtete er sich mit dem Geld, das er sich während seiner Militärzeit erspart hatte, einen kleinen Laden ein, in dem er Wein und Tabakwaren verkaufte. Freilich, das, was er erwirtschaftete, reichte gerade knapp zum Leben. Er selbst hat einmal erzählt, daß er es sich zu jener Zeit nie leisten konnte, Kunde in seinem eigenen Geschäft zu sein.
Aber mit dem Opfern wollte er es genau nehmen. Mehrmals hatte Seine Glaubensgeschwister ließen ihn nicht im Stich. Sie beteten für ihn und sorgten auch dafür, daß er ein Dach über dem Kopf und eine bescheidene Einnahmequelle hatte, dank derer er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. So nahmen die Geschwister Bauer J. G. Bischoff in ihrem Haus „Hintere Bleiche 15" auf. Dort richtete er sich mit dem Geld, das er sich während seiner Militärzeit erspart hatte, einen kleinen Laden ein, in dem er Wein und Tabakwaren verkaufte. Freilich, das, was er erwirtschaftete, reichte gerade knapp zum Leben. Er selbst hat einmal erzählt, daß er es sich zu jener Zeit nie leisten konnte, Kunde in seinem eigenen Geschäft zu sein. Aber mit dem Opfern wollte er es genau nehmen. Mehrmals hatte er beobachtet, wie die Geschwister, wenn sie das Kirchenlokal betraten, Geld
in
faßte er sich eines Tages ein Herz und denn eigentlich der Betrag sei, den man zelnen überlassen, erhielt er zur Antwo sondern Freiwilligkeit. „Ja", sagte Bru-
der Bischoff, „was heißt freiwillig? Geben Sie mir doch bitte einen Fingerzeig, ich gebe gern meinen Teil." Da erwiderte der Diakon: „Wenn Sie es genau wissen wollen, aber Sie sind nicht gehalten, das zu tun: Ich gebe den Zehnten meines Einkommens."
Bruder Bischoff nickte und dachte bei sich: Das Lokal kostet Miete, die Kohlen kosten Geld, die Beleuchtung bekommt man auch nicht geschenkt, der Abendmahlswein, Hostien, die Beschaffung von Sitzgelegenheiten und vieles andere sind nicht umsonst zu haben. So fand er es keinesfalls übertrieben, den Zehnten zu opfern; trotzdem hielt er sich nicht immer daran, sondern meinte, daß mehr zu geben ja nicht verboten sei.
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den Opferkasten legten. Darum fragte einen Diakonen, wie hoch opfern müsse. Das sei jedem einrt. Es herrsche hier kein Gesetz,

Der junge Johann Gottfried Bischoff

„Ich wollte nicht zu denen gehören", sagte er dazu, „die mit einem Auge geben und mit sieben Augen sehen, was sie dafür bekommen" (vgl. Sirach 20, 14). „Ich habe mein Opfer aus dankbarem Herzen gegeben, und dementsprechend hat mich der liebe Gott auch gesegnet. Welcher Segen mit dem Opfer des Glaubens und der Liebe eines Kindes verbunden ist, habe ich erfahren.”
So hatte er in seinem kleinen Geschäft einmal in einem Monat nur 43 Mark Einnahmen. Aber für Kost und Logis mußte er fünfzig Mark bezahlen, und am Sonntag darauf war wieder einmal der Monatserste. Bruder Bischoff kämpfte mit sich. Von seinen 43 Mark betrug der Zehnte 4,30 Mark; wenn er sie opferte, war er noch weniger in der Lage, seine Verpflichtungen zu begleichen.
Bis zum Sonntagmorgen wußte er nicht, was er tun sollte. Eine innere Stimme sagte ihm: „Sei treu, kümmere dich nicht um den geringen Betrag!" Und eine andere widersprach: „Du hast ja nicht einmal so viel, um Kost und Logis bezahlen zu können, und willst davon noch opfern!"
Doch dann wurde es Zeit, zum Gottesdienst aufzubrechen. Bruder Bischoff nahm von seinem wenigen Geld 4,50 Mark und legte sie voller Vertrauen auf seinen himmlischen Vater in den Opferkasten. Die Freude über seine Tat erfüllte ihn den ganzen Gottesdienst über.
Zu jener Zeit war es erlaubt, daß die Geschäfte sonntags von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet hatten. Aber um 11 Uhr war der Gottesdienst noch nicht zu Ende! Bis Bruder Bischoff schließlich heimkam, war es oft schon ein Viertel vor zwölf. Da standen dann bereits etliche Kunden vor seine

Das Haus „Hintere Bleiche 15"
in Mainz, in dem der Bezirksälteste Karl Bauer seinen Laden und seine Wohnung hatte. Hier wohnte
Johann Gottfried Bischoff nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst
bis zu seinem Umzug nach Frankfurt. Der kleine Laden links war sein Geschäft.

Am Nachmittag mußte J. G. Bischoff den Laden schon um 15 Uhr schließen, damit er rechtzeitig zum Gottesdienst kam, und wenn er danach heimkehrte, lohnte es sich nicht mehr, den Laden nochmals zu öffnen.
Aber an jenem bewußten Sonntag hatte er bis mittags um 13 Uhr solche Einnahmen, daß er nicht nur das Kostgeld und die Miete bezahlen konnte, sondern auch noch einen Überschuß behielt, mit dem er eine in den nächsten Tagen fällig werdende Rechnung beglich.
„Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes..." Dieses Jesuwort hat noch nie getrogen, und für Johann Gottfried Bischoff wurde es zu einer Maxime, die sein Handeln bestimmte.
Er brachte stets Opfer. Nicht nur finanzieller Art, sondern auch Zeitopfer, Opfer im Vergeben, in der Fürbitte, in der Liebe und in tatkräftiger Hilfe. Sein ganzes Leben legt davon Zeugnis ab.
Am 9. Januar 1898 wurde Bruder Bischoff von Apostel Ruff zum Diakonen ordiniert. Gleichzeitig erhielt er von ihm den Auftrag, in der Mainzer Gemeinde Gottesdienste zu halten. An diesem Tag bezog die Gemeinde, die sich bis dahin in einem ehemaligen Stall versammelt hatte, im Altenauer Kloster, das seit 1808 als Militärlazarett gedient hatte, einen gemieteten Saal als neues Kirchenlokal.
Der erste Mainzer Amtsträger aus den eigenen Reihen war damals 27 Jahre alt und noch jung im Werk Gottes. Aber die Not und der Ernst seiner Kinder- und Jugendjahre hatten ihn früh zu einem reifen Mann werden lassen. Und was ihm an Glaubenserfahrung und Bibelkenntnissen fehlen mochte, wurde durch seinen kindlichen, demütigen Glauben und seine große Wärme und Herzlichkeit allemal wettgemacht.
Dennoch gab es Ängste und Kämpfe. So sagte der Hirte kurz nach der Amtseinsetzung zu Johann Gottfried Bischoff: „Heute abend müssen Sie mitdienen." Er nannte ihm noch das Bibelwort, das in jenem Gottesdienst als Schale dienen sollte, und empfahl ihm, sich damit zu beschäftigen.
„Der Herr hat doch gesagt, daß er zur Zeit und Stunde geben wird, was nötig ist", wandte Bruder Bischoff ein. Doch der ältere, erfahrenere Amtsbruder schüttelte sacht den Kopf. „Nehmen Sie die Sache nicht so einfach!"
Das veranlaßte Diakon Bischoff, sich nun doch ein paar Sätze für den Abendgottesdienst zurechtzulegen. Vor allem wollte er den Geschwistern ans Herz legen, sie möchten es nicht so genau nehmen, wenn er nicht so reden könne wie der Hirte. Aber als er dann an den Altar gerufen wurde, genügten die wenigen Schritte bis dorthin, daß Bruder Bischoff alles vergaß, was er sich zuvor unter Beten und Seufzen.

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meine erste Lehrstunde im Dienste im Hause Gottes. Der liebe Gott hat mir also gleich gezeigt, daß ich nichts weiß." Und dann fügte er noch hinzu – zum Trost für jeden Amtsträger, sei er nun jung an Jahren und neu im Werk Gottes oder schon ein „erfahrener" Vorangänger seiner Anvertrauten: „Ich habe Tausende von Gottesdiensten gehalten. Wenn ich am Sonntag früh vor der Gemeinde stehe, dann kann ich auch heute noch sagen: Ich weiß oft nicht, wie ich den ersten Satz formen soll, und die gewisse Bangigkeit, die mit dem Dienen verbunden ist, habe ich bis heute noch nicht losbekommen; die stellt sich immer wieder ein. Aber das kommt davon, weil wir wissen, daß wir nichts wissen. Der Geist aber, den wir empfangen haben, gibt alles zur rechten Zeit."
Nach der durchlittenen Krankheit und der Sorge um seine irdische Zukunft wird dieses Erlebnis für den 27jährigen Johann Gottfried Bischoff besonders wertvoll gewesen sein, bestätigte es doch seine Überzeugung, daß es wirklich das Werk Gottes war, zu dem er gefunden hatte, weil darin der Heilige Geist redete und arbeitete.
Apostel Ruff war es ein wichtiges Anliegen, daß die Mainzer Gotteskinder ein priesterliches Amt erhielten. Er betete sehr oft darum, auch vor jenem Gottesdienst am 27. Februar 1898, den er in Mainz hielt.
Immer wieder flehte er zum Herrn, er möge ihm doch den von ihm erwählten Mann zeigen. Und dann wurde während des Gottesdienstes die Weissagung hörbar: „Mein Knecht Bischoff, der mir bis zur Stunde treu gedient hat, ist es, den ich erwählt habe." Ohne Zögern rief der Apostel daraufhin den Diakon J. G. Bischoff an den Altar, hieß ihn niederknien und sonderte ihn zum Priester aus. Gleichzeitig setzte er ihn zum Vorsteher der Mainzer Gemeinde.
Zur Freude des neuen Vorstehers empfing in dem selben Gottesdienst Karl Bauer das Diakonenamt. Er diente später bis 1930 als Bezirksältester.
„Mein Knecht Bischoff, der mir bis zur Stunde treu gedient hat..." Mit diesen Worten bekannte sich der liebe Gott schon damals zu der Arbeit und den Mühen des jungen Amtsträgers. Und es waren wahrhaftig Mühen, die er auf sich genommen hatte, um das Werk Gottes voranzutreiben.
Nichts und niemand konnte ihn daran hindern, in seiner spärlichen Freizeit die ihm anvertrauten Geschwister zu besuchen, Zeugnis zu bringen und, dem Auftrag seines Apostels gemäß, auch in entfernt gelegenen Gemeinden Gottesdienste zu halten. So wurde der Mainzer Vorsteher, Priester Bischoff, auch außerhalb seiner Heimatgemeinde bekannt. Wohin er auch kam, die Brüder und Geschwister schlossen ihn in ihr Herz, seien es nun welche aus Wiesbaden, Frankfurt am Main, Kassel, Eisenach gewesen – oder wo er sonst dem Auftrag folgend hinreiste, um den Gotteskindèrn zu dienen.
Es waren meist beschwerliche Bahnreisen, die aus eigener Tasche bezahlt wurden, weil die Gemeinden die dafür notwendigen Mittel nicht aufzubringen vermochten. Das Geld dafür mag sich Priester Bischoff oft genug vom Munde gespart haben.

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Auch zu Fuß hieß es häufig unterwegs sein, um verlangende Seelen einzuladen, und das zeitweise in sehr unzulänglichem Schuhwerk. So berichtete der Stammapostel einmal aus jener Pionierzeit: „Ein Glaubensbruder und ich kauften uns damals je ein Paar Schuhe zum Preise von vier Mark, weil wir wegen des Geldmangels keine besseren anschaffen konnten. Die Schuhe waren viel zu klein, aber größere gab es in dieser Preislage nicht. Wenn wir nun von der Arbeit im Weinberg des Herrn nach Hause kamen, stand oft das Blut zwischen den Zehen, denn von den zu kleinen Schuhen waren diese aufgerieben. Doch all dies hinderte uns nicht, mit Freuden in der Sache unsere Gottes tätig zu sein-denn die Freude an Hernn war unsere Stärke."

EIN NEUER AMTSAUFTRAG

Über seinen früheren Vorsteher in Mainz, den Priester Bischoff, schrieb ein Bruder einmal: „Das Wichtigste war für uns, daß er uns in allen Dingen voranging, so daß es leicht war, ihm nachzufolgen." Genauso hielt es Stammapostel Bischoff in allen Amtsstufen sein ganzes Leben hindurch.
Er wohnte gern in Mainz und betrachtete die dortige Gemeinde immer als seine Heimatgemeinde, war er doch dort in das Werk Gottes hineingewachsen. Aber die Mainzer Geschwister konnten sich nicht allzulange an ihrem Priester und Vorsteher freuen, hatte der liebe Gott doch Größeres mit ihm vor.
Im Jahr 1903 kam der damalige Stammapostel Krebs wieder einmal nach Frankfurt am Main. In seiner Begleitung befand sich sein späterer Nachfolger, der Apostel Hermann Niehaus. In einem Festgottesdienst am 9. September wurde Priester J. G. Bischoff durch den Stammapostel zum Bischof ordiniert, um dem erkrankten und durch seine unermüdliche Arbeit geschwächten Apostel Ruff eine Hilfe zu sein.
Gustav Ruff hatte im Werk Gottes beinahe Übermenschliches geleistet. Er war nun fast 64 Jahre alt, hatte zunächst als treuer Mitstreiter von Apostel Hohl gewirkt und später dessen großen süddeutschen Bezirk übernommen. Die gesamte Last der Versiegelungsarbeit in Süddeutschland mit den dazu erforderlichen weiten reisen ruhte auf seinen Schuldtern, er hatte neue Gemeinden gegründet und entsprechende, vom Hernn erbetene

Priester Johann Gottfried Bischoff (um 1900)

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Amtsträger eingesetzt und war für Stammapostel Krebs ein äußerst wichtiger Mitarbeiter. In den Jahren 1898 und 1900 hatte der Stammapostel ihn zweimal nach Nordamerika gesandt, um die dortigen Geschwister zu bedienen, verlangenden Seelen den Heiligen Geist zu spenden und auch dort die notwendigen Amtsgaben zu ordinieren.
All dies hatte die Kräfte des Apostels Ruff überfordert, so daß es wahrlich dringend notwendig geworden war, ihn durch einen tatkräftigen jüngeren Helfer zu entlasten.
Johann Gottfried Bischoff hatte inzwischen seinen 32. Geburtstag begangen. Er war, wenn man die Bilder aus apostel jener Zeit betrachtet, ein Mann in der Blüte seiner Jahre, aber noch immer unverheiratet. Vor lauter Arbeit im Werk Gottes hatte er keine Zeit gefunden, sich nach einer Lebensgefährtin umzuschauen. So blieb es auch noch einige Jahre lang, denn die Aufgaben für den Bischof Bischoff wurden nicht kleiner, sondern größer.
Als Apostel Ruff 1905 durch seine schwere Krankheit nahezu dienstunfähig wurde - es war das Jahr, in dem Stammapostel Krebs überraschend heimging -, ordinierte der neue Stammapostel Hermann Niehaus den Bischof J. G. Bischoff zum Apostelhelfer für das Gebiet Süddeutschland. So konnte dieser nun, mit der Vollmacht durch seinen Stammapostel ausgerüstet, Amtsgaben berufen und Versiegelungsarbeit leisten.


Apostel Ruff ( links) und Stamapostel Krebs in jaar 1900


Es gab so viel zu tun, daß Stammapostel Niehaus am 22. Oktober 1905 eine Neuordnung einiger Bezirke vornahm. So teilte er den bisherigen Zag eianantt. Bezirk des Apostels Ruff in den Bereich
Mitteldeutschland und Württemberg, in dem der Apostelhelfer Bischoff vorwiegend tätig war, und in den Bereich Süddeutschland und Schweiz, der dem in diesem Gottesdienst ordinierten Apostel Friedrich Bock übertragen wurde.
Apostel Ruff erholte sich nicht mehr von seinem Leiden; der himmlische Vater nahm ihn am 2. Mai 1906 von dieser Erde und erlöste ihn damit von allen Schmerzen und Beschwer-
Gemeindestempel mit Unterschrift den. Dabei darf nicht unerwähnt Bleiben,das Apostel im jahr 1905,also

 

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bereits schwer krank, noch über fünfhundert Seelen das Siegel der Gotteskindschaft gespendet hatte. Seine letzten Lebensmonate verbrachte er im Haus seines Schwiegersohnes in Kassel. Die Trauerfeier für den entschlafenen Apostel hielt Stammapostel Niehaus am 4. Mai 1906.
Nach drei Jahren kam Stammapostel Niehaus am 12. August 1906 wieder einmal nach Frankfurt am Main. In einem großen Festgottesdienst rief er den Apostelhelfer Bischoff zum Altar und sonderte ihn zu einem Apostel Jesu für den Bezirk Frankfurt aus. Dieser Bezirk umfaßte zu diesem Zeitpunkt etwa vierzig Gemeinden mit über zweitausend Geschwistern.

 

apostel J.G.Bischoff in de ouderdom van 39 jaar

Apostelversammlung im Jahre 1906: stehend v. 1. die Apostel Sebastian, Hall-mann, Brückner, Bischoff, Oehlmann und Bock; sitzend die Apostel Bornemann und Niemeyer, Stammapostel Niehaus, die Apostel Kofman und Obst

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Apostel Bischoff wollte alle Brüder und Geschwister in seinem Bezirk kennenlernen, soweit das nicht schon während seiner Amtszeit als Bischof geschehen war. Darüber hinaus strebte er einen engen persönlichen Kontakt zu den Amtsträgern an, um über alle Gaben und Fähigkeiten Bescheid zu wissen, die in den ihm anvertrauten Bereich vorhanden waren. Vor allem wollte er sein hohes Amt in liebevoller Fürsorge für die Anvertrauten und all jene ausüben, die noch zum Werk Gottes gezogen werden konnten.
Er handelte nach seinen Worten: „Vor uns allen liegt ein großes Arbeitsfeld auf seelischem Gebiet. Mitempfinden bei seelischem Leiden und Einstehen in der Fürbitte, beten für die Geplagten und Angefochtenen und darin keine engen Grenzen ziehen, das ist Arbeit des königlichen Priestertums. Es muß in uns das Bewußtsein erweckt werden, daß wir zum Segen gesetzt sind."
Und so reiste er nun mehr als zuvor umher, von Gemeinde zu Gemeinde, vergaß auch die entlegensten nicht, stärkte seine Brüder im Glauben, schenkte Wärme und Trost, war im wahrsten Sinn des Wortes ein Fels des Glaubens und diente den Geschwistern in großem Segen.
EINE FAMILIE WIRD GEGRÜNDET
Oft begleitete er Stammapostel Niehaus auf dessen Reisen, so daß Apostel Bischoff auch für viele Geschwister außerhalb seines Bezirks ein Begriff wurde.
Aber da er sich keine Schonung auferlegte, untergrub die vermehrte Arbeit im Laufe der Zeit seine Gesundheit. Er hatte viele entbehrungsreiche Jahre hinter sich, eine Kindheit, die von Armut geprägt war, eine nicht leichte Jugend, in der er schon froh gewesen war, wenn er gerade so viel hatte, um durch diese Zeit der Not zu kommen. Hinzu kam die schwere Lungenerkrankung in seiner Militärzeit. All dies hatte Spuren hinterlassen.
Stammapostel Niehaus sah wohl, daß sein Mitapostel Bischoff gesundheitliche Probleme hatte, und riet ihm deshalb, einige Wochen der Schonung einzulegen. Er solle nach Dresden reisen und sich dort bei einer entsprechenden Kur erholen. Außerdem, so meinte Vater Niehaus, sei es allmählich höchste Zeit, daß J. G. Bischoff heirate. Eine gute, fürsorgliche Frau an seiner Seite werde schon darauf achten, daß er nicht allzu leichtfertig mit seiner Gesundheit umginge. Dabei hatte er auch schon eine entsprechende Lebensgefährtin für J. G. Bischoff im Auge. Sie lebte in Dresden, eine junge Witwe mit einer kleinen Tochter – und natürlich eine treue Glaubensschwester. Sie hieß Margarethe Engel, geborene Schmalfuß. Ihren ersten Mann, den Buchdrucker und Maschinenmeister Gustav Rudolf Engel, hatte sie mit 22 Jahren geheiratet. Damals gehörte sie noch der evangelisch-lutherischen Kirche an.
Margarethe Engel muß fröhlich und humorvoll gewesen sein. Als sie beispielsweise als junge Ehefrau ihre erste Weihnachtsgans in ihrem Dresdner Heim briet und offenbar nicht recht wußte, ob ihr der Braten gelingen würde, seufzte sie: „Jetzt brät eine Gans die andere!"

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